9´18Lernen mit Methode

paed_9_18_titel
empfehlen

Anregungen zur systematischen Erarbeitung von arbeitsmethodischen und sozialen Voraussetzungen für die Selbstregulation des Lernens und damit auch für ein individualisiertes und differenziertes Lernen.

Wenn akzeptiert wird, dass Lernen ein aktiver Prozess ist, dann ist eine Konsequenz, dass die Lernenden arbeitsmethodische und soziale Kompetenzen erwerben müssen, mit denen sie ihre Lernprozesse gestalten können – individuell und gemeinsam.

Soll dieser Anspruch an eigenständiges Lernen im Rahmen von Unterrichts- und Schulentwicklung realisiert werden, dann sind Absprachen und Vereinbarungen notwendig. Dafür bietet sich ein Methodencurriculum an: Eine notwendige – aber nicht hinreichende Voraussetzung und gleichzeitig ein anspruchsvolles Vorhaben.

Die Arbeit an einem Methodencurriculum als Ergebnis von Absprachen und Rahmen für eine systematische Unterrichtsentwicklung ist deshalb ein Akzent dieses Schwerpunkts. Ein zweiter Akzent ist das Erlernen von einzelnen Methoden, die bei der Gestaltung von selbstregulierten Lernprozessen helfen können. Insgesamt geht es um Anregungen zu den folgenden Fragen:

  • Wie kann ein Methodencurriculum die Unterrichtsentwicklung stimulieren?
  • Wie kann das Erlernen von Lernmethoden als langfristiger Prozess angelegt werden?
  • Wie können Methoden wissenschaftlichen Arbeitens systematisch gelernt werden?
  • Welche methodischen Voraussetzungen helfen bei der Nutzung digitaler Medien?
  • Welche Lernmethoden können das effektive Lernen von Sachverhalten unterstützen?
  • Wie können Funktionen zur eigenen Steuerung des Lernens trainiert werden?
  • Wie können Schulbegleithefte bei der Erarbeitung von Methodenkompetenz helfen?

Den Beiträgen gemeinsam ist die Erfahrung, dass die systematische Erarbeitung von arbeitsmethodischen und sozialen Kompetenzen eine wichtige Voraussetzung für die Selbstregulation des Lernens ist und damit auch für ein individualisiertes und differenziertes Lernen. Und – dass es erprobte Instrumente und Arrangements gibt, mit und in denen ein Lernen mit Methode erfolgreich sein kann.

Johannes Bastian

Lernen mit Methode

Ein Methodencurriculum stimuliert die Unterrichtsentwicklung

Jochen Schnack

Methodenlernen hat Konjunktur. Immer mehr Schulen entwickeln ein Methodencurriculum und vereinbaren darin, welche überfachlichen Lern- und Arbeitsmethoden sie wann einführen wollen. Doch es besteht die Gefahr, dass diese Arbeit schnell im Alltag versickert. Warum ist dies so? Und wie lässt sich dies vermeiden? Was ist bei der Einführung eines solchen Curriculums zu beachten?

Fächerübergreifende Lern- und Arbeitsmethoden haben Konjunktur. Viele Schulen haben sich in den letzten Jahren daran gemacht, ein Methodencurriculum zu entwickeln, in manchen Bundesländern werden die Schulen sogar ausdrücklich dazu angehalten, und die Schulinspektion fragt bei ihren Besuchen regelmäßig danach, ob es ein Methodencurriculum gibt. Der Autor und Fortbildner Heinz Klippert hat mit seinen Büchern und Lehrertrainings bis heute großen Erfolg (z. B. Klippert/Müller 2015, Klippert 2016). Warum ist das so?

Warum Methodenlernen?

Für die Konjunktur des Methodenlernens gibt es mindestens zwei Gründe. Der erste ist innerhalb der Schule zu suchen, der zweite eher außerhalb. Zunächst zu dem außerschulischen Grund:

Wie in manchen der Beiträge dieses Schwerpunktes anklingt, verändern sich die Erwartungen der Ausbildungsunternehmen und Universitäten an die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schulabsolventen rasant. Sie sollen heute nicht nur fachlich gut ausgebildet sein, sondern stärker als früher auch über arbeitsmethodische Fähigkeiten sowie die Kompetenz verfügen, eigenständig weiterzulernen. Sie sollen selbständig allein oder in Gruppen lernen und in der Lage sein, Arbeitsprozesse eigenverantwortlich zu planen. Darüber hinaus sollen sie in der Lage sein, Sachverhalte strukturiert darzustellen und einander fundiert Feedback zu geben. All diese Fähigkeiten sind nicht an bestimmte Fächer oder Themen gebunden, sondern eher fachübergreifende Kompetenzen, die heute von Schulabsolventen erwartet werden. Der innerschulische Grund liegt in einer veränderten Vorstellung von erfolgreichem Lernen.

In den letzten Jahren hat sich unter dem Stichwort »Konstruktivismus« die Erkenntnis durchgesetzt, dass erfolgreiches und nachhaltiges Lernen eine hohe Eigentätigkeit der Schülerinnen und Schüler voraussetzt. Deswegen ist aus dem eher passiven und rezeptiven Schüler im Frontalunterricht heute vielfach der aktive und kreative Lerner in geöffneten Unterrichtsformen geworden. Wer aber seinen Lernprozess ein Stück weit aktiv und konstruktiv selbst gestaltet, benötigt dafür das entsprechende Handwerkszeug – er benötigt fächerübergreifende Lern- und Arbeitsmethoden. Diese Methoden sollen die Schülerinnen und Schüler u. a. befähigen,

  • die individuelle sowie die gemeinsame Arbeit effektiv zu gestalten,
  • Themen und Inhalte zu recherchieren und zu organisieren,
  • Sachverhalte zu strukturieren und zu visualisieren,
  • die eigene Arbeit alleine und mit anderen zu reflektieren.

Diese fächerübergreifenden Lern- und Arbeitsmethoden sind zugleich auch zentral bei der Gestaltung eines differenzierenden Unterrichts, der der Heterogenität einer Lerngruppe gerecht wird. Die vorherrschenden Konzepte für die Gestaltung eines differenzierenden Unterrichts (z. B. von der Groeben 2013, Kaiser/von der Groeben 2016) gehen alle davon aus, dass Differenzierung nur gelingen kann, wenn die Schülerinnen und Schüler lernen, selbständig zu arbeiten und sich allein oder in Gruppen interessengeleitet mit Themen und Inhalten zu beschäftigen. Dies kann nur gelingen, wenn sie über die oben genannten methodischen Kompetenzen verfügen.

Zusammengefasst soll Methodenlernen also bei den Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit ausbilden, im Rahmen eines zunehmend selbstständigen Lernens in differenzierenden Unterrichtsformen Informationen zu beschaffen, zu strukturieren, zu bearbeiten, aufzubewahren und wieder zu verwenden, darzustellen, Ergebnisse von Verarbeitungsprozessen richtig zu interpretieren und in geeigneter Form zu präsentieren.

Methodenlernen in der Schule

Für eine Schule, die das Methodenlernen systematisch fördern will, besteht die zentrale Herausforderung darin, dies über die verschiedenen Fächer und Lehrkräfte hinweg einheitlich und zuverlässig zu organisieren. Dabei müssen mindestens drei Fragen beantwortet werden:

  1. Welche Methoden wollen wir wann vermitteln? Was sollen die Schüler zuverlässig können?
  2. Wie verknüpfen wir die Methoden sinnvoll mit fachlichen Inhalten?
  3. Wie stellen wir sicher, dass dies auch geschieht?

Die Antwort auf diese Fragen wird in der Regel in der Form eines Methodencurriculums gegeben. Darin legen die Schulen fest, welche Methoden in welchem Fach und in welchem Jahrgang eingeführt werden. Die Entwicklung eines Methodencurriculums ist ein anspruchsvolles Projekt der Schul- und Unterrichtsentwicklung, denn dabei müssen sich die Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Fächern miteinander darüber verständigen, welche fächerübergreifenden Methoden sie im Unterricht einführen und regelmäßig einsetzen wollen. Aus diesem Grund ist diese Entwicklungsarbeit in der Regel zugleich auch eine schulinterne Fortbildung, denn indem sich Kolleginnen und Kollegen über die Methoden verständigen, die sie den Schülerinnen und Schüler beibringen wollen, lernen sie diese zugleich besser kennen und erproben sie gegebenenfalls im eigenen Unterricht. Außerdem sprechen und reflektieren Lehrkräfte bei der Entwicklung eines Methodencurriculums notwendigerweise über den eigenen Unterricht und treffen konkrete, fächerübergreifende Absprachen für dessen künftige Gestaltung, was in den meisten Fällen zu einer Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen führen dürfte.

Ein Methodencurriculum hat meistens zwei Teile: Im ersten Teil wird in Form eines Rasters festgelegt, welche Methode in welchem Jahrgang und in welchem Fach eingeführt werden soll. Der zweite Teil enthält – oft in standardisierter Form – eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Methoden. Der Beitrag von Feuge in diesem Heft zeigt beispielhaft, wie ein solches Methodencurriculum aussehen kann und was bei seiner Entwicklung zu beachten ist.

Die Entwicklung eines Methodencurriculums ist ein anspruchsvolles Projekt der Schul- und Unterrichtsentwicklung.

Für die beiden genannten Elemente eines Methodencurriculums gibt es mittlerweile unzählige Vorlagen, die im Internet oder auch in der Fachliteratur frei verfügbar sind (z. B. Rogowsky 2014, Müller 2012, Müller 2018). Das bedeutet, dass niemand mehr diese Methoden selbst entwickeln oder beschreiben muss. Die Entwicklung eines Methodencurriculums gleicht daher heute eher einem Puzzle, bei dem sich ein Kollegium in einem ersten Schritt darüber verständigen muss, welche Puzzleteile es verwenden will (also welche Methoden mit den Schülerinnen und Schüler verbindlich eingeübt werden sollen), um diese dann in einem zweiten Schritt den verschiedenen Jahrgängen und Fächern zuzuordnen. Doch auch diese Aufgabe erfordert ein hohes Maß an Verständigung und Absprache und lässt sich nicht schnell erledigen. Feuge (in diesem Heft) veranschlagt den Zeitaufwand dafür auf mindestens 1,5 Jahre.

Die Dokumentation

Im Rahmen dieser Entwicklungsarbeit sollte auch die Frage geklärt werden, wie das Methodencurriculum dokumentiert und damit für Lehrer und Schüler verfügbar gemacht wird. Dies klingt zunächst trivial, ist aber eine zentrale Frage, weil es ganz wesentlich von der Verfügbarkeit abhängt, ob die Methoden später auch vereinbarungsgemäß eingesetzt werden. Bei der Dokumentation ist Folgendes zu beachten:

  • Das Methodencurriculum sollte wie oben beschrieben in einer übersichtlichen Form, im Idealfall auf maximal einer oder zwei Seiten, dargestellt werden. Diese Übersicht kann ergänzt werden durch Auszüge für die einzelnen Jahrgänge, und es hat sich bewährt, diese Auszüge in den einzelnen Klassenräumen auszuhängen oder in das Klassenbuch einzuheften. Dies kann verknüpft werden mit der Aufforderung an die Fachlehrer, die Einführung einer bestimmten Methode zu dokumentieren, z. B. durch einfaches Abhaken. Auf diese Weise können alle anderen Fachlehrer sehen, dass diese Methoden vereinbarungsgemäß eingeführt worden ist und ihre Verfügbarkeit bei den Schülern für ihren eigenen Unterricht voraussetzen.
  • Die einzelnen Methoden sollten kurz und übersichtlich beschrieben werden. Die Beschreibungen sollten nicht länger als eine Seite sein und nach Möglichkeit auch ein Beispiel für den Einsatz enthalten. Im Idealfall gibt es zwei unterschiedliche Beschreibungen: eine für die Schülerhand und eine für die Lehrkräfte. Letztere sollte zusätzliche Informationen zum Zeitpunkt der Einführung sowie didaktische Hinweise enthalten.
  • Es muss geklärt werden, in welcher Form die Methodenbeschreibungen für die Schüler und für die Lehrer dokumentiert werden. Dies kann z. B. für die Schülerinnen und Schüler in Form eines Methodenordners geschehen, der über die Zeit hinweg sukzessive ergänzt wird. Dies hat den Vorteil, dass die Methoden stets verfügbar sind und bei Bedarf nachgeschlagen werden können. Für die Lehrkräfte sollte dieser Methodenordner stets in der kompletten Form verfügbar sein, damit sie bei Bedarf dort nachschlagen können. Es hat sich bewährt, einen solchen Methodenordner an einem stark frequentierten Ort im Lehrerzimmer zu platzieren. Schulen, die ihre Dokumente vorrangig digital dokumentieren, sollten den Ordner in einer digitalen Form ebenfalls leicht auffindbar in ihrem Archiv zur Verfügung stellen.

Einführung des Methodenlernens

Da sich ein Methodencurriculum zumeist über mehrere Jahrgänge erstreckt, werden die meisten Methoden voraussichtlich im Rahmen des normalen Fachunterrichts eingeführt. Für bestimmte Bereiche kann für bestimmte Jahrgänge die Einführung eines eigenen Faches erwogen werden, in dem das Methodenlernen im Vordergrund steht. Ein Beispiel hierfür ist die »Informationstechnische Grundbildung (ITG)«, die in manchen Ländern in den Stundentafeln für den Jahrgang 5 steht. Ipsen zeigt in seinem Beitrag, wie die Einführung eines Faches für Medienerziehung in den Jahrgängen 7 und 8 systematisch dafür genutzt wird, Methoden im Umgang mit digitalen Medien einzuführen und zu trainieren. Dies ist jedoch sicherlich ein ungewöhnliches und nicht einfach zu adaptierendes Beispiel. Zum einen ist die Einführung eines neuen Faches ein komplizierter und langwieriger Prozess. Überdies ist es auch fragwürdig, ob das Erlernen von fächerübergreifenden Lern- und Arbeitsmethoden tatsächlich weitgehend aus den Fächern ausgegliedert werden sollte, weil es ja gerade darum geht, diese Methoden anhand von fachlichen Inhalten einzusetzen und möglichst das gesamte Kollegium über eine entsprechende Methodenkompetenz verfügen sollte.

Die Checkliste im Klassenbuch dient als ständige Erinnerung an das Methodencurriculum.

Eine Zwischenlösung stellen sogenannte »Methodentage« oder auch »Methodenwochen« dar, die von vielen Schulen vor allem am Anfang des Schuljahres organisiert werden. Hier wird das Erlernen von wichtigen Methoden auf einen kurzen Zeitraum konzentriert. Gelegentlich wird dafür ein gesonderter Reader erstellt, eine Art Curriculum für die Methodenwoche. Diese komprimierten Einführungsveranstaltungen sind sicherlich eine gute Möglichkeit, dem Methodenlernen eine herausgehobene Stellung im Schulalltag zu verleihen. Wichtig ist dann jedoch, dass die einmal erworbenen Methoden im nachfolgenden Fachunterricht auch gepflegt werden, denn wie alles Lernen ist auch das Methodenlernen auf den Aufbau von Routinen angewiesen. Durch Wiederholung und Variation werden die Schülerinnen und Schüler im Laufe der Zeit immer sicherer und selbständiger darin werden, Lern- und Arbeitsmethoden effektiv einzusetzen. Daher müssen die Methoden im Verlaufe des Schuljahres mehrfach und möglichst auch in verschiedenen Fächern eingesetzt werden. Auch dafür sollte es einen verbindlichen Plan und eine Form der Dokumentation geben.

Pflege und Weiterentwicklung

Bei der Recherche für diesen Schwerpunkt hat sich gezeigt, dass inzwischen viele Schulen über ausgefeilte Methodencurricula verfügen und diese auch auf ihren Homepages zur Verfügung stellen. Als ich dann jedoch mehr über den aktuellen Stand der Umsetzung dieser Curricula erfahren wollte, musste eine überraschend große Zahl von Schulen eingestehen, dass die aktuelle Praxis nicht mehr der veröffentlichten Planung entspricht. Mit anderen Worten: Das Methodencurriculum hat in vielen Schulen keine Auswirkungen (mehr) auf den tatsächlichen Unterricht. Es gelingt dort nicht, die vereinbarten Maßnahmen im vom Fachunterricht bestimmten Alltag auch tatsächlich umzusetzen. Dies ist eine ernüchternde Erkenntnis, die jedoch niemanden überrascht, der Erfahrungen mit fächerübergreifenden Vorhaben hat. Daraus folgt zunächst einmal, dass die Arbeit mit der Entwicklung eines Methodencurriculums nicht abgeschlossen ist. Es muss von vornherein auch mitbedacht werden, wie dessen Umsetzung im Schulalltag auch längerfristig zuverlässig gewährleistet werden kann. Welche strukturellen Maßnahmen können helfen, das einmal entwickelte Methodencurriculum auch lebendig zu erhalten? Hier einige Ideen:

  • Wie bereits oben erwähnt kann in das Klassenbuch eine Checkliste eingeheftet werden, in der Lehrkräfte vermerken sollen, sobald sie eine Methode in der betreffenden Klasse eingeführt haben. Die Checkliste dient zugleich als ständige Erinnerung an das Methodencurriculum.
  • Ein »Methodenhaus« mit laminierten Methodenkarten im Klassenraum dokumentiert die bereits eingeführten Lehr- und Lernmethoden und erinnert zugleich an jene Methoden, die gemäß dem Methodencurriculum im Laufe des Schuljahres noch eingeführt werden sollen.
  • Regelmäßige, mindestens jährliche Fortbildungen mit dem gesamten Kollegium erinnern an das Methodencurriculum und erweitern zugleich die Kompetenzen der Lehrkräfte.
  • Monatliche Regelerinnerungen der Schulleitung oder des Didaktischen Leiters können die Erinnerung an das gemeinsame Methodencurriculum wach halten.

Dies sind nur einige Ideen, um die Trägheit des Alltags zu überwinden und sicherzustellen, dass das Methodenlernen in den Klassenräumen zuverlässig stattfindet.

Die Beiträge des Schwerpunkts

In diesem Themenschwerpunkt stehen das umfassende Methodencurriculum, seine Entwicklung und Einführung im Mittelpunkt des bereits erwähnten Beitrags von Feuge. Ipsen stellt einen anderen Ansatz vor, nämlich die Vermittlung von Methoden zum Umgang mit digitalen Medien in einem eigenen Fach. Einen ähnlichen Ansatz beschreiben Denzin u. a., indem sie das Seminarfach an den Oberstufen in Thüringen vorstellen, das dazu dienen soll, wissenschaftliche Arbeitsmethoden einzuüben.

Im zweiten Teil des Schwerpunkts geht es dann um einzelne Methoden. Voigt stellt einige neuartige Lernmethoden vor, die er selbst entwickelt und in der Praxis erprobt hat. Bei Kubesch und Platz stehen die sogenannten »exekutiven Funktionen« im Mittelpunkt, die für den Schulerfolg eine besondere Bedeutung haben und mit bestimmten Methoden gefördert werden können. Stammermann schließlich beschäftigt sich mit den immer populäreren Lernplanern und diskutiert auf der Grundlage einer empirischen Erhebung ihren Nutzen für das Methodenlernen der Schülerinnen und Schüler.

Wer sich nun an die Entwicklung eines Methodencurriculums macht, sollte in diesem Heft eine Fülle von Anregungen dafür finden. Wem das nicht ausreicht, der kann über eine einfache Internetrecherche unzählige Schulen ausfindig machen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben und ihre Ergebnisse öffentlich zur Verfügung stellen. Und wir freuen uns, wenn Sie uns dann von Ihren Erfahrungen berichten.

Literatur

Kaiser, Ingrid/von der Groeben, Annemarie (2016): Werkstatt Individualisierung. Hamburg, 4. Aufl.
Klippert, Heinz (2016): Methodentraining: Übungsbausteine für den Unterricht. Weinheim 2016, 21. Aufl.
Klippert, Heinz/Müller, Frank (2015): Methodenlernen in der Grundschule: Bausteine für den Unterricht. Weinheim
Mattes, Wolfgang (2011): Methoden für den Unterricht: Kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Paderborn
Müller, Frank (2012): Differenzierung in heterogenen Lerngruppen: Praxisbuch für die Sekundarstufe I. Kornwestheim
Müller, Frank (2018): Praxisbuch Differenzierung und Heterogenität: Methoden und Materialien für den gemeinsamen Unterricht. Weinheim
Rogowsky, Sascha (2014): Methoden-Curriculum für die Schule: Methoden- Curriculum Klasse 5/6 (auch erhältlich für die Jahrgänge 7/8 und 9/10). Stuttgart
von der Groeben, Annemarie (2013): Verschiedenheit nutzen 1: Aufgabendifferenzierung und Unterrichtsplanung. Stuttgart

Dr. Jochen Schnack war bis zum Juli 2018 Leiter der German International School in Boston (USA) und ist heute Oberschulrat in Hamburg sowie Mitglied der Redaktion von PÄDAGOGIK.
Adresse: Dohrnweg 5, 22767 Hamburg
E-Mail: jochen.schnack(at)gmx.info

Inhalt Magazin

 

»Die haben sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.«

Studierende übernehmen den Unterricht an einer Grundschule

Wie wäre es, wenn Lehramtsstudierende schon vor dem Referendariat in einem geschützten Rahmen echte Unterrichtserfahrung sammeln könnten? Die Erziehungswissenschaftsstudierende Dorothea Doerr aus der studentischen Initiative Kreidestaub e. V. hat sich mit »Let´s Play Schule« genau dieser Idee verschrieben. So ­»adoptierten« 16 Studierende im März 2018 eine Woche lang die Grundschule auf der Nordseeinsel Borkum und erfuhren auf diese Weise, welchen Herausforderungen sich Lehrkräfte im Alltag stellen müssen. Fünf Tage lang gestalteten die angehenden Lehrerinnen und Lehrer jahrgangs- und fächerübergreifenden Projektunterricht, auf den sie sich zuvor ein Semester lang intensiv vorbereitet hatten. Grundlage der Projekte waren die Sustainable Development Goals der UN, der Fokus lag vor allem auf dem Thema »Nachhaltiger Konsum«. Von der Lehrtätigkeit entlastet, konnte sich das Kollegium der Grundschule um die Entwicklung der eigenen Schule kümmern. Unterstützt von der »Initiative Neues Lernen e. V.« arbeiteten neun Lehrerinnen und Lehrer eine Woche lang intensiv daran, Ideen und Konzepte für die Zukunft der eigenen Schule zu entwickeln. Zum Einsatz kamen dabei Moderations- und Innovationsmethoden aus dem Design Thinking, um partizipatives und kollaboratives Arbeiten im Team zu ermöglichen.

Unterricht unter realen Bedingungen

Für die meisten Lehramtsstudierenden stellte »Let´s play Schule« eine Premiere dar. Sie standen zum ersten Mal in ihrem Leben vor einer Klasse – eine einzigartige Gelegenheit, die eigenen Erwartungen und Ansprüche an den zukünftigen Beruf einem Praxistext zu unterziehen. Gearbeitet wurde dabei immer als Tandem, um sich im Team-Teaching gegenseitig unterstützen zu können. Denn unter anderem stellten die Studierenden schnell fest, dass die Jahrgangsmischung von der 1. bis zur 4. Klasse sie vor besonders hohe Anforderungen bei der Wissensvermittlung stellte. »Gute Planung und Organisation sind unbezahlbar«, erfuhr nicht nur Henriette Juche. Das Konzept des Team-Teachings, bewusste Reflexionsphasen und kollegiale Fallberatung ermöglichten immer wieder wertvolles Feedback und Austausch.

Auf Belastung noch besser vorbereiten

Den Studierenden verlangte der Unterricht psychisch wie physisch einiges ab. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschen sich daher eine noch intensivere Vorbereitung auf die Unterrichtspraxis und mehr Unterstützung bei der Bewältigung von psychischen Belastungen besser umzugehen. Da viele Studierende sich auf weiterführende Schulen vorbereiten, stellte das Unterrichten von Grundschulklassen sie immer wieder vor ungewohnte Situationen, bei denen die Kinder sie häufig positiv überraschten. »Ich durfte feststellen, wie viel Kinder doch schon wissen und wie gut auch schon mit Grundschülerinnen und -schülern diskutiert und fast schon philosophiert werden kann. Ich denke, Kinder im Grundschulalter werden oft unterschätzt und ich nehme für mich mit, dass es motivierte Lehrkräfte auch an den Grundschulen braucht«, resümiert Clara Margull, Lehramtsstudentin der Humboldt Universität Berlin.

Jörg Deisinger, Schulleiter der Grundschule Borkum, zeigt sich beeindruckt von den jungen Lehrkräften: »Die Studierenden haben sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Die Begeisterung mit der sie ihren Unterricht geplant, durchgeführt und reflektiert haben, hat uns gezeigt, dass es sich immer wieder lohnt, neue Ideen aufzugreifen und auszuprobieren.«

Freiraum für den Blick nach vorne

Während die Studierenden gemeinsam mit »ihren« Schülerinnen und Schülern arbeiteten, tauchte das Kollegium mit der »Initiative Neues Lernen« in die Schulentwicklung ein. »Für uns war es ein großes Geschenk, dass wir Zeit am Stück hatten, um an einem Thema zu arbeiten. Die Stimmung war angenehm, wir hatten das Gefühl voranzukommen und etwas zu schaffen«, erzählt Jutta Schütt. Klassenlehrer Markus Saul ergänzt: »Wir haben wirklich als Team zusammengearbeitet und nicht als Einzelkämpfer versucht, unsere eigenen Interessen durchzubringen.« Das Ergebnis ist ein wichtiger Schritt für die Inselschule: Unter anderem einigte sich das Kollegium darauf, Team-Teaching einzuführen, um mehr Individualisierung zu ermöglichen und gleichzeitig die Klassenzugehörigkeit beizubehalten. »Wir haben jetzt ein Modell für eine offene Ganztagsschule, mit dem alle Beteiligten zufrieden sind«, fasst Carina Niehaus zusammen. Die Realisierbarkeit muss sich bald in der Praxis zeigen, denn vor allem die Unterrichtsplanung stellt das neue Konzept vor eine große Herausforderung. Dabei wird sicherlich das helfen, was beim Abschlussfeedback auf vielen der bunten Klebezettel an der Wand stand: das gestärkte »Wir-Gefühl«.

Niemand muss perfekt sein

Lehramtsstudentin Celina Täge geht gestärkt aus dem Projekt und hat das beruhigende Gefühl, nicht immer alles hundertprozentig richtig machen zu müssen: »Ich habe manchmal das Gefühl dass man als angehende Lehrerin im pädagogischen Fragen bereits perfekt in den Beruf gehen muss. In der Ausbildung hat man keinen Raum Dinge auszuprobieren, sich pädagogisch kennenzulernen und auch einmal zu scheitern. Let‘s play Schule hat mir eben diese Dinge ermöglicht. Ich konnte erfahren, dass ich nicht gleich an meinem Beruf zweifeln muss, wenn ich mal einen schlechten Tag habe.«

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Bundesregierung ruft Projekt gegen Mobbing an Schulen ins Leben

Die Bundesregierung hat gleich zu Beginn ihrer Amtszeit ein 20-Millionen-Euro-Projekt gegen Mobbing an Schulen ins Leben gerufen. Familienminsterin Franziska Giffrey hält Mobbing für ein »Riesenproblem«. Um die Schulen im Umgang damit zu unterstützen, will sie 170 zusätzliche Anti-Mobbing-Profis finanzieren und an die Schulen schicken. Die Experten sollen Giffrey zufolge vor allem über Jugendmigrationsdienste gesucht werden.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Mehr Geld für Lehrer in Berlin und Thüringen

Angesichts der grassierenden Lehrerknappheit erhöhen immer mehr Bundesländer die Besoldung für ihre Lehrkräfte. So erhalten künftige Lehrer an Berliner Grundschulen und Regelschullehrer in Thüringen mehr Geld. Nachdem in der Hauptstadt neu eingestellte Grundschullehrer in der Hauptstadt bereits seit einem knappen Jahr brutto 500 Euro mehr erhalten, sollen ab August 2019 auch Kolleginnen und Kollegen mit Berufserfahrung in den Genuss des höheren Gehalts kommen. Davon sind rund 5 600 Grundschullehrer betroffen, die dann in die Entgeltgruppe 13 aufsteigen und dadurch ähnlich viel verdienen wie ihre Kollegen an Gymnasien und Sekundarschulen.

In Thüringen sollen die verschiedenen Lehrerämter bis auf Gymnasial- und Berufsschullehrer einer höheren Besoldungsgruppe zugeordnet werden. Regelschullehrer in der Besoldungsgruppe A12 im Eingangsamt sollen künftig eine Amtszulage erhalten. Förderschullehrer mit einer Ausbildung nach DDR-Recht sollen in die Besoldungsgruppe A13 eingestuft werden, statt bisher in A12 im Eingangsamt.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Studie: Geringe Bedeutung von digitaler Bildung in der Lehrerbildung

Eine vor kurzem veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass für viele angehende Lehrerinnen und Lehrer der Erwerb digitaler Medienkompetenzen noch immer nicht verpflichtend ist. Im Rahmen der Studie hatte das Centrum für Hochschulentwicklung bundesweit 63 Hochschulen befragt. Dabei zeigte sich, dass viele Lehramtsstudie ihr Studium erfolgreich abschließen können, ohne sich mit digitalen Medien und ihrem sinnvollen Einsatz als Unterrichtswerkzeug beschäftigt zu haben. An den meisten der befragten Hochschulen gebe es nur in einzelnen Studienfächern Pflichtkurse zu dem Thema, nicht jedoch schulform- oder fächerübergreifend. In Lehramtsstudiengängen für das Gymnasium sehen demnach beispielsweise lediglich sieben von insgesamt 60 Hochschulen in allen Fächern verpflichtende Lehrveranstaltungen zum Einsatz digitaler Medien vor. Daraus schließen die Forscher, dass es noch ein weiter Weg sei zu einer medienpädagogischen Grundbildung aller Lehrer. Diese sei jedoch in einer zunehmend digitaler werdenden Gesellschaft unbedingt erforderlich.

Damit deutsche Schulen beim Thema Digitalisierung nicht den Anschluss verlieren, hatte sich die Kultusministerkonferenz Ende 2016 darauf verständigt, bis 2021 allen Schülern Zugang zum Internet und einer digitalen Lernumgebung zu ermöglichen. Damit eine solche technische Ausstattung auch lernförderlich wirke, brauche es den Bildungsforschern zufolge jedoch auch geschulte Lehrkräfte.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Rheinland-Pfalz bezahlt Vertretungslehrer auch in den Ferien

Das Land Rheinland-Pfalz hat beschlossen, dass die Vertretungslehrkräfte des Landes künftig auch in den Sommerferien bezahlt werden. Dafür gibt die Landesregierung künftig rund 2,5 Millionen Euro aus. Nach Angabe von Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) schaffe diese Maßnahme mehr Planungssicherheit für diese Lehrer und trage damit dazu bei, dass Rheinland-Pfalz als Land attraktiv für Lehrkräfte bleibe.

Die neue Regelung solle von 2019 an gelten für alle Lehrer, deren Vertrag vor dem 1. März abgeschlossen wurde und die bis zum Ende des Schuljahres unterrichten, erklärte die Ministerin. Rund 1 000 Lehrer dürften davon profitieren. Nach Angaben des Bildungsministeriums wurden im Sommer 2017 rund 2600 Vertretungslehrer in Rheinland-Pfalz beschäftigt. Davon hätten etwa 1 000 während der Sommerferien kein Geld bekommen. Die Hälfte sei nach den Ferien auf eine Planstelle oder in den Vorbereitungsdienst gewechselt, den an das Studium anschließenden Ausbildungsteil. Die andere Hälfte der 1 000 habe keinen Anschlussvertrag in Rheinland-Pfalz erhalten.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Berlin: Gericht untersagt Lehrerin das Tragen eines Kopftuchs

Das Berliner Arbeitsgericht hat die Klage einer muslimischen Lehrerin abgewiesen, die an einer Grundschule der Hauptstadt mit Kopftuch unterrichten wollte. Damit bestätigte es das Berliner Neutralitätsgesetz, das das Tragen von religiös geprägten Kleidungsstücken im öffentlichen Dienst untersagt. Nach Ansicht des Gerichts ist das Gesetz nicht verfassungswidrig und die Klage somit unbegründet. Jede religiöse Person dürfe in Berlin unterrichten, es aber nicht nach außen zeigen. Die Religionsausübung trete hinter das Gesetz zurück.

Die Lehrerin hatte einen Tag an einer Grundschule unterrichtet und wurde dann von der Schulverwaltung wegen ihres Kopftuchs einem Oberstufenzentrum mit älteren Schülern zugewiesen, wo das Kopftuch erlaubt ist. Nach Ansicht der Berliner Senatsverwaltung für Bildung sind ältere Schüler nicht so leicht beeinflussbar durch religiöse Kleidungsstücke.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Teure Wende

Die Abkehr vom G8 kostet in NRW über 500 Millionen Euro

Nach Einschätzung eines Gutachters wird die Rückkehr zur neunjährigen Regelschulzeit an den öffentlichen Gymnasien (G9) in Nordrhein-Westfalen über 500 Millionen Euro kosten. Allein die Bau- und Ausstattungskosten für über 1 000 zusätzliche Räume würden sich demnach auf rund 518 Millionen Euro belaufen. Zusätzlich entstehen jährliche Kosten in Höhe von etwa 31 Millionen Euro – etwa für Schülerfahrtkosten, Lernmittel, Hausmeister- oder Verwaltungsstellen. Zu diesem Ergebnis kommt das Wuppertaler Instituts für bildungsökonomische Forschung, das von der Landesregierung mit einer Einschätzung der Kosten beauftragt worden war. Die von CDU und FDP getragene nordrhein-westfälische Landesregierung hatte im März 2018 die Rückkehr zu G9 ab dem Schuljahr 2019/20 beschlossen.

Das Schulministerium rechnet aufgrund einer internen Erhebung damit, dass über 90 Prozent der Gymnasien zu G9 zurückkehren werden. Für über 100 Millionen Euro an jährlichen Kosten für mehr als 2000 zusätzliche Lehrer muss das Land aufkommen. Derzeit gibt es in NRW insgesamt 655 Gymnasien – davon 511 öffentliche Schulen mit rund 433 000 Schülerinnen und Schülern.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Niedersachsen: Mehr Betriebspraktika für Gymnasiasten

Niedersachsen will mehr Abiturienten dazu motivieren, über eine handwerkliche Lehre als berufliche Perspektive nachzudenken. Zu diesem Zweck sollen die Schülerinnen und Schüler an Gymnasien länger und früher Praktika machen. So sollen Gymnasiasten ab dem 7. Schuljahr nach dem Willen der Landesregierung künftig insgesamt mindestens 25 Tage mit Betriebspraktika und anderen Formen der beruflichen Orientierung verbringen. Derzeit absolvierten Gymnasiasten in der 10. oder in der 11. Jahrgangsstufe ein 10- bis 15-tägiges Praktikum.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Sprachenvielfalt an Hamburgs Schulen

Die Schulen der Freien und Hansestadt Hamburg bauen den Fremdsprachenunterricht weiter aus. Im vergangenen Schuljahr konnten nach Angaben der Hamburger Schulbehörde – neben weiteren neun Fremdsprachen – erstmals Abiturprüfungen in den Fächern Arabisch, Farsi und Italienisch abgelegt werden. »Das Fremdsprachenangebot an den Hamburger Schulen ist breit gefächert und wird stetig weiter ausgebaut«, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). Mittlerweile habe rund die Hälfte der Hamburger Schüler einen Migrationshintergrund. Rabe zufolge habe man aufgrund der stark gestiegenen Zahl arabischsprachiger Schülerinnen und Schüler bereits im November 2017 Arabisch-Unterricht in der Mittelstufe einiger Schulen eingerichtet.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Thüringen: Abiturienten können künftig Schwerpunkt setzen

Weil die Abiturprüfungen nach dem Willen der Kultusministerkonferenz (KMK) bundesweit vergleichbarer werden sollen, ändert man in Thüringen die Regeln für die Qualifikationsphase. Statt wie bisher je vier Wochenstunden in Deutsch und Mathematik zu belegen, können die Oberstufenschülerinnen und -schüler in Zukunft nach Angaben des Bildungsministeriums entscheiden, in welchem dieser Fächer sie fünf Wochenstunden Unterricht haben wollen. Dafür reduziere sich dann die Stundenzahl in dem anderen Fach auf drei Wochenstunden. Das bedeutet, dass sich die Thüringer Abiturienten künftig stärker als bisher auf Deutsch oder Mathematik spezialisieren können.

Die Kultusminister der Länder versuchen seit langem, die Abiturprüfungen in Deutschland vergleichbarer zu machen. Bislang gelten in den einzelnen Ländern teils sehr unterschiedliche Regelungen dazu, wie die Stundenpläne von angehenden Abiturienten aussehen und wie die Prüfungen ablaufen.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Zahl der Erasmus-Studenten steigt

Das internationale Austauschprogramm »Erasmus« erfreut sich weiterhin einer großen Beliebtheit bei deutschen Studierenden. Nach Auskunft des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) sind im Hochschuljahr 2015/2016 mehr als 45 000 deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Programm ins Ausland gegangen; im Jahr davor waren es 44 709. Die beliebtesten Zielländer sind unverändert Spanien, Frankreich und Großbritannien.

Das EU-Programm unterstützt Studenten und Uni-Lehrpersonal auf dem Weg ins Ausland und hilft, Praktika in Unternehmen zu finanzieren. Es war im Jahr 1987 als ein Austauschprogramm für Hochschulstudenten ins Leben gerufen worden. Seit 2014 gibt es den Nachfolger »Erasmus+«, bei dem die EU mehrere bestehende Programme zusammengefasst hat. Es ist nicht mehr nur auf Studenten und Europa beschränkt.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Junge Forscher auch international erfolgreich

Bei der 69. Intel International Science and Engineering Fair (Intel ISEF) in Pittsburgh, Pennsylvania hat sich das 18-köpfige deutsche Team erfolgreich präsentiert und insgesamt 13 Preise gewonnen. Die Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbs »Jugend forscht« waren beim weltweit größten naturwissenschaftlichen Schülerwettbewerb in den USA mit elf innovativen Forschungsprojekten an den Start gegangen. An der Intel ISEF nahmen insgesamt rund 1 800 junge Wissenschaftler aus über 75 Ländern teil.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Deutschlandstipendium nur wenig nachgefragt

Im Jahr 2017 haben 25 900 junge Menschen mit einem Deutschlandstipendium studiert. Damit war die Zahl der Stipendiaten gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag damit der Anteil der Deutschland-Stipendiaten an der Gesamtzahl der Studierenden im Wintersemester 2017/2018 bei 0,9 Prozent.

Mit dem Deutschlandstipendium werden seit 2011 Studierende gefördert, deren bisheriger Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Die Stipendien in Höhe von monatlich 300 Euro werden je zur Hälfte vom Bund und aus privaten Mitteln z. B. aus der Wirtschaft getragen. Es ist das erklärte Ziel des Programmes, den Anteil der Studierenden mit einem Stipendium jährlich zu erhöhen. Das entsprechende Gesetz sieht acht Prozent als Höchstgrenze vor, wovon das Programm jedoch weiterhin weit entfernt ist.

Im vergangenen Jahr waren 51 Prozent der Stipendiaten weiblich. Unter den Bundesländern hatte das Saarland den höchsten Anteil an Stipendiaten mit 1,5 Prozent, die geringsten Anteile verzeichneten Hamburg und Schleswig-Holstein mit jeweils 0,4 Prozent. Die Hochschulen warben im Jahr 2017 Fördermittel in Höhe von 26,9 Millionen Euro von privaten Geldgebern ein, das waren 3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Zahl der deutschen Partnerschulen im Ausland steigt rasant

Die Zahl der deutschen Partnerschulen im Ausland (PASCH) hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast vervierfacht. Inzwischen gibt es derzeit mehr als 1 800 Schulen weltweit mit einem besonders geförderten Deutschunterricht. Zum Start der PASCH-Initiative im Jahr 2008 waren es weniger als 500.

Dementsprechend zieht der Abteilungsleiter Kultur im Auswärtigen Amt, Andreas Görgen, eine positive Bilanz: »Das Programm hat sich mehr als bewährt«, sagte er bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin.Die Absolventen der Partnerschulen seien wichtige Mittler der deutschen Kultur in ihren Heimatländern, aber auch verlässliche Ansprechpartner für deutsche Firmen im Ausland, sagte Görgen.

Das Programm war 2008 unter dem damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) gestartet worden, um auch an ausländischen Schulen mehr Kinder für den Deutschunterricht zu gewinnen. Die daneben bestehenden 144 deutschen Schulen im Ausland kosten den deutschen Steuerzahler zusammen mehr als 200 Millionen Euro. Eine PASCH-Schule dagegen kommt laut Görgen mit rund 25 000 Euro Unterstützung pro Jahr aus. Die besten Absolventen des Programms können nach ihrem Abschluss ein Stipendium für ein Studium in Deutschland bekommen.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

EU-Kommission will europäischen Studentenausweis einführen

Mit einem neuen europäischen Studentenausweis will die EU-Kommission jungen Menschen das Studieren im Ausland erleichtern. Der europaweit gültige Ausweis soll spätestens im Jahr 2021 eingeführt werden. Damit können Studierende unbürokratischer und kostengünstiger an europäischen Universitäten lernen und forschen können. Konkret sollen Hochschulen über den Ausweis die jeweiligen Leistungsnachweise einsehen können; Studierende sollen einfacher Bücher ausleihen oder in Restaurants oder Waschsalons bezahlen können. Die Daten auf dem Ausweis sollen so verschlüsselt werden, dass sie nur mit bestimmten Geräten auslesbar sind.

Der Studentenausweis ist nur eine von mehreren Initiativen, die die Kommission bis 2025 realisieren möchte, um die Kooperation zwischen den europäischen Forschungseinrichtungen voranzutreiben. So ist auch der Aufbau eines Netzwerkes »exzellenter« Universitäten geplant. Insgesamt geht es darum, die europäische Hochschulbildung wettbewerbsfähiger zu machen.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Kita-Gebühren: Ärmere Familien stärker belastet

Eine vor kurzem veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass einkommensarme Familien überproportional stark durch Kita-Beiträge belastet werden. Obwohl die Gebühren vielerorts nach Einkommen gestaffelt sind, müssen Haushalte unterhalb der Armutsrisikogrenze einen nahezu doppelt so hohen Anteil ihres Einkommens für die Kita aufwenden wie finanziell besser gestellte Familien. Hinzu kommt, dass die Gebühren für die Kindertageseinrichtungen je nach Bundesland stark unterschiedlich hoch sind. Die Studie »ElternZoom 2018« war von der Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegeben worden. In ihrem Rahmen waren mehr als 10 000 Eltern nach ihren Kita-Kosten befragt worden.

Einige Daten im Detail: Wenn ein Haushalt über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens verfügt und damit als armutsgefährdet gilt, müssen die Eltern durchschnittlich knapp zehn Prozent des gesamten Haushaltsnettoeinkommens – im Mittelwert 118 Euro – für den Kita ausgeben. Bei Familien oberhalb der Armutsgrenze sind es durchschnittlich rund 178 Euro, was etwa fünf Prozent ihres Einkommens ausmacht. Wenn man nicht nach »Arm und Reich« unterscheidet, sondern den Mittelwert über die gesamte Erhebung bildet, ergibt sich aus der Studie folgendes Bild: Bundesweit geben Eltern 5,6 Prozent ihres Nettoeinkommens – 173 Euro – monatlich für die Kita aus, wobei die Beiträge bei 90 Prozent der Eltern zwischen 30 und 390 Euro monatlich schwanken. Zu diesen Kosten müssen noch Zahlungen etwa für Mittagessen, Hygieneartikel oder Ausflüge im Umfang von 45 Euro monatlich hinzugerechnet werden.

Laut Studie gibt es starke regionale Unterschiede bei den: So geben die Eltern im nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein mit 8,9 Prozent ihres Nettoeinkommens am meisten für die Kita aus, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (7,8), Niedersachsen (7,3) und dem Saarland (7,2). Eher wenig zahlen Familien in Berlin (2,0), Rheinland-Pfalz (4,0) und Hamburg (4,3).

Das bevölkerungsreichste Bundesland NRW liegt – wie Bremen – mit 6,6 Prozent leicht über dem Bundesschnitt. Ähnlich sieht es in Hessen (6,7), Baden-Württemberg (6,5), Brandenburg (6,2), Thüringen (6,1) und Bayern (5,9) aus. Und auch innerhalb der Länder gibt es dann oft noch mal große Unterschiede.

Nach Einschätzung der Stiftung ist die finanzielle Belastung für die Eltern ungerecht verteilt. Vorstand Jörg Dräger forderte, eine Beitragsfreiheit für alle armutsgefährdeten Familien einzuführen. Das würde geschätzte 730 Millionen Euro kosten.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Immer weniger Hauptschulen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gibt es derzeit in Deutschland nur noch 2 600 Hauptschulen, das sind 45 Prozent weniger als noch vor zehn Jahren. Im selben Zeitraum ist auch die Zahl der Realschulen etwa um ein Drittel gesunken. Ursache für diesen massiven Rückgang sind Umstrukturierungen in der Schullandschaft. In vielen Bundesländern ist die Hauptschule im letzten Jahrzehnt abgeschafft worden. Dies hat dazu geführt, dass zahlreiche Hauptschulen geschlossen oder in andere Schulformen umgewandelt worden sind. Daher hat sich die Zahl der integrierten Gesamtschulen innerhalb der vergangenen zehn Jahre auf etwa 2100 erhöht und damit nahezu verdreifacht. Auch die Zahl von sonstigen Schulen mit mehreren Bildungsgängen erhöhte sich in dieser Zeit um 40 Prozent.

Im Bundesschnitt wechselte im Schuljahr 2016/17 etwa jeder dritte Schüler nach der Grundschule auf ein Gymnasium, etwa jeder Fünfte auf eine Realschule. Ebenfalls beinahe ein Fünftel entschied sich für eine integrierte Gesamtschule. Dagegen besuchte nur noch jeder zehnte Schüler eine Hauptschule.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Studie: Wachsende Fachkräfte-Lücke in naturwissenschaftlichen Berufen

Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die seit langem bestehende Fachkräfte-Lücke bei natur-wissenschaftlich-technischen Berufen so groß ist wie nie zuvor. Im April 2018 fehlten den Unternehmen demnach etwa 314 800 Fachleute in diesem Bereich – dies war knapp ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Dringend gesucht würden vor allem IT-Fachkräfte, ergab die Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die zweimal jährlich im Auftrag der Arbeitgeberverbände und der Industrie erstellt wird.

Nach Einschätzung der IW-Experten wären die Engpässe ohne das dynamische Beschäftigungswachstum von Ausländern noch dramatischer. In den Feldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zeigten sich auch erste Effekte durch ins Land gekommene Flüchtlingen. Der Studie zufolge kamen im dritten Quartal 2017 aus Eri­trea, Irak, Afghanistan und Syrien fast 16 400 MINT-Beschäftigte, nachdem es ein Jahr zuvor nur etwa 8 000 gewesen waren.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Großbritannien für die Abschaffung analoger Uhren

Eine interessante Folge der Digitalisierung unserer Lebenswelt ist, dass Schülerinnen und Schüler das Zifferblatt einer analogen Uhr nicht mehr lesen können – weil es immer weniger analoge Uhren gibt. Damit taucht die Frage auf, ob es sich noch lohnt, ihnen diese Kompetenz zu vermitteln. Die Alternative wäre, auf die alten Uhren künftig zu verzichten und nur noch Digitaluhren zu verwenden. Genau diesen Weg haben nun nach einem Bericht der BBC einige britische Schulen eingeschlagen. Sie hängen vor allem in Prüfungsräumen Uhren mit Digitalanzeige auf, um den Schülern entgegenzukommen. Allerdings sieht der britische Lehrplan für die Grundschule immer noch vor, dass das Lesen von Zifferblättern unterrichtet wird – in der ersten Klasse.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Baden-Württemberg baut Ethikunterricht aus

Die baden-württembergische Landesregierung will den Ethik-Unterricht an den Schulen des Landes ausbauen. Nach Auffassung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) – früher selbst Ethik-Lehrer – müsse die wachsende Zahl von Schülern, die nicht am Religionsunterricht teilnähmen, eine Alternative erhalten. Inzwischen verzichtet im Südwesten mehr als jeder zweite Werkreal- und Hauptschüler auf den Religionsunterricht, bei den Gymnasiasten ist es knapp ein Viertel.

Kretschmann selbst war nach eigenem Bekunden ein begeisterter Ethiklehrer. Bei der Vorstellung der Pläne nannte er als Säulen des Ethikunterrichts Philosophie, Religionskunde und gesellschaftliche Fragen. Er betonte, es sei sehr wichtig, dass Schüler Grundkenntnisse aller Weltreligionen bekämen.

Den von Kretschmann vorgestellten Plänen zufolge will die Landesregierung den Ethikunterricht an den weiterführenden Schulen schrittweise ausbauen. Dafür soll die Wertevermittlung mit dem Schuljahr 2019/2020 in Klasse 7 an allen Schularten außer dem Gymnasium beginnen. In den beiden Folgejahren soll der Unterricht in Klasse 6 beziehungsweise in Klasse 5 an allen allgemeinbildenden Schulen starten. Die Kosten im Endausbau veranschlagt die Landesregierung mit etwa 21 Millionen Euro pro Jahr.

Bisher wird Ethik als Ersatzfach für den Religionsunterricht an den Gymnasien ab Klasse 7 und allen anderen weiterführenden Schulen ab Klasse 8 angeboten. Nach Angaben von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sollen nach der Einführung des verpflichtenden Ethikunterrichts an den weiterführenden Schulen auch die Grundschulen in den Blick genommen werden. Dafür erarbeite das Landesinstitut für Schulentwicklung bereits jetzt die Bildungspläne. Der Startschuss für den Einstieg in den Ethikunterricht an Grundschulen könnte dann Eisenmann zufolge im Schuljahr 2022/23 fallen.

 

Materialien

Arbeiten in der Games-Branche

Die Berufsbilder der Games-Branche sind inzwischen ebenso vielfältig wie die Wege, die zu diesen Berufen führen. Der Verband der deutschen Games-Branche game hat deshalb vor kurzem eine Broschüre veröffentlicht, die interessierten Schülern, Studierenden und Kreativen einen Überblick zu den Einstiegsmöglichkeiten und Ausbildungswegen der Spiele-Branche gibt. Der Guide »Arbeiten in der Games-Branche – Kreativität trifft Technologie« zeigt auf rund 50 Seiten, welche Möglichkeiten die Games-Branche als Arbeitsfeld bietet, welche Berufsbilder es in der Spiele-Branche gibt und welche privaten sowie staatlichen Institutionen eine Ausbildung anbieten. Kurze Interviews mit erfahrenen Game Designern, Producern oder Produkt-Managern geben zudem einen Einblick in die Praxis und zeigen, wie interdisziplinär, interkulturell und vielfältig die Branche ist. Die Publikation steht auf game.de als Download zur Verfügung. 

Clever lernen

Heutige Schülerinnen und Schüler haben eine Menge zu bewältigen. Immer neuen Themen und Inhalte werden an die Schule herangetragen. In einer solchen Situation ist es wichtig, clever zu lernen und Prioritäten zu setzen. Wie lässt sich in der Prüfungsvorbereitung mehr mit weniger Aufwand erreichen? Wie können Schülerinnen und Schüler trotz vieler unterschiedlicher Aufgaben Spaß am Lernen haben und ihre Freizeit ohne schlechtes Gewissen genießen? In ihrem neuen Buch »Clever lernen« geben Susanne Rietzler und Fabian Grolimund Schülerinnen und Schülern wertvolle Tipps, damit die Lust am Lernen nicht auf der Strecke bleibt und sie sich den Herausforderungen gewachsen fühlen: von der Wahl des richtigen Lernorts und hilfreichen Gedächtnisstrategien über den Umgang mit Pausen, Prüfungsangst und Motivationsproblemen bis hin zu Strategien für einzelne Fächer und das Vorbereiten von Vorträgen. Witzige Illustrationen und kleine Erziehungstipps zur Beruhigung von besorgten Eltern lockern den Ratgeber auf. Die Psychologen Susanne Rietzler und Fabian Grolimund leiten zusammen die Akademie für Lerncoaching in Zürich. Seit vier Jahren bieten sie das Seminar »Clever lernen« für Kinder am Übergang von der Primar- zur Sekundarstufe an. Ihr gleichnamiges Buch beruht auf ihren Seminarerfahrungen, den Rückmeldungen von Kindern und wurde speziell auf die Bedürfnisse von Schüler(inne)n zwischen 11 und 15 Jahren zugeschnitten. Das Buch ist im Hogrefe Verlag erschienen und kann zum Preis von 24,95 im Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-45685-897-5).

Neue Bildungsplattform: Das Deutsche Schulportal 

Mit dem Deutschen Schulportal ist vor kurzem eine neue Onlineplattform rund um das Thema Schule gestartet. Für alle zugänglich stellt das Schulportal erfolgreiche Konzepte aus der Schulpraxis vor und bietet aktuelle Informationen und Beiträge zu den Themen Schulpraxis, Bildungspolitik und Wissenschaft. Als unabhängiges Fachmedium will das Deutsche Schulportal alle, die Schule und Unterricht aktiv entwickeln oder sich für Schulentwicklungsfragen interessieren, bei ihren Aufgaben begleiten und inspirieren – sei es bei der Weiterentwicklung des Unterrichts, in Schulentwicklungsfragen oder der Gestaltung des Schullebens. Das Deutsche Schulportal ist eine Initiative der Robert Bosch Stiftung, der Deutschen Schulakademie und der Heidehof Stiftung in Kooperation mit der ZEIT Verlagsgruppe. Herzstück des Portals sind die innovativen pädagogischen Konzepte der Schulen, die seit 2006 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurden. Darüber hinaus bietet das Deutsche Schulportal eine Fülle an Informationen zum Thema, von tagesaktuellen Artikeln über tiefgründige Experteninterviews bis hin zur unterhaltsamen Kolumne. Für das Portal ist eine eigene Redaktion gegründet worden, die aktuelle Themen, Debatten und Trends aufgreifen will, um Lehrkräfte, Schulleitungen und alle Interessierten über Themen zu informieren, die sie und ihren Schulalltag betreffen. Um ein breites Bild zu Schule und Bildung zu liefern, enthält das Deutsche Schulportal zudem Inhalte von namhaften Medien und initiiert mit Pro und Contra Stimmen Diskussionen zu aktuellen Themen. Mit einer kostenlosen Registrierung auf dem Deutschen Schulportal erhalten Besucher Zugang zu allen Materialien, die die Preisträgerschulen zur Umsetzung ihrer Konzepte entwickelt haben. Sie wurden von der Deutschen Schulakademie in Film, Bild und Text aufbereitet und enthalten Anleitungen und Tipps zur Umsetzung. Registrierten Nutzern bietet das Portal außerdem viele Gelegenheiten, sich mit Kolleginnen und Kollegen anderer Schulen auszutauschen und zu vernetzen. Das Portal ist unter www.deutsches-schulportal.de zu erreichen.

Erfolgreich Schule leiten

Das vor kurzem erschienene Buch »Erfolgreich leiten – Neues Handwerkszeug für die Schulleitung« versammelt die zentralen Beiträge vom Bundeskongress Schulleitung 2016 der Deutschen Akademie für Pädagogische Führungskräfte (DAPF). Neben den klassischen Themen für die Schulleitung (Führung, Management, Moderation) gehen die Autorinnen und Autoren auf aktuelle bildungspolitische Herausforderungen für die Schulentwicklung ein, z. B. Digitalisierung in der Schule, die Beschulung von Flüchtlingskindern oder die wachsende Heterogenität in der Schülerschaft durch Inklusion. Der Band enthält Beiträge von Ramona Lorenz, Wilfried Bos, Olaf-Axel Burow, Martin Fugmann, Klaus Klemm, Botho Priebe, Gabriela Kreter, Josef Leisen, Gisela Schultebraucks-Burgkart, Hans-Günter Rolff, Margret Rössler, Elmar Philipp, Holger Lindemann, Christina Terfurth, Barbara Wiwianka, Harald Willert, Barbara E. Meyer, Gernot Aich, Eugen L. Egyptien, Sabine Müller, Jörg Teichert, Britta Ratajczak und Roland Ofianka. Er ist im Beltz Verlag erschienen und kann zum Preis von 29,95 im Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-40725-787-1).

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

 

Termine

Vision Kino

Zum siebten Mal findet vom 21. bis 23. November 2018 im Kaisersaal in Erfurt der Kongress »Vision Kino 18« statt, die bundesweit wichtigste Konferenz zu Film, Kompetenz und Bildung. Ein Schwerpunkt der Tagung ist diesmal das Thema »Digitalisierung und die Herausforderung für die Schule«. Der Kongress thematisiert u. a. die KMK-Strategie »Bildung in der digitalen Welt«. Die Eröffnungsrunde des Kongresses unter dem Titel »Snap what?! … und die Vision vom Kino« fragt nach heutigen Formen der (digitalen, sozialen) Mediennutzung und dem Stellenwert des klassischen Films und des Kinos dabei. Eine YouTube-AG der »Brennpunktschule« Heinrich-Heine in Halle (http://www.sks-heine2-halle.bildung-lsa.de/) startet im Vorfeld ein medienpädagogisches Projekt, indem die Jugendlichen einen YouTube-Beitrag zu ihrer Mediennutzung machen. Dieser Beitrag wird zur Eröffnung gezeigt werden; einige der Jugendlichen werden beim Kongress anwesend sein. Im Workshop »Vlogging & Co. – Erklärvideos analysieren und produzieren« von Uwe Leonhardt und Beate Morsbach von Film+Schule NRW geht es dezidiert um You­Tube und die Möglichkeiten der Plattform für die Bildungsarbeit. Im Rahmen der Tagung finden auch viele weitere praktische Workshops statt, aus denen Lehrkräfte etwas für die Arbeit in Schulklassen mitnehmen können. Als Referierende und Diskutierende haben u. a. bereits Ministerpräsident Bodo Ramelow und der Präsident der Kultusministerkonferenz und Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport Helmut Holter zugesagt. Die gesamte Übersicht über das Programm ist unter https://www.visionkino.de/kongress/kongress-2018/programm/zu finden.

Individuell lernen – anders unterrichten

Unter diesem Titel veranstaltet der hep verlag gemeinsam mit dem Zentrum für Lehrerfortbildung ZELF der Pädagogischen Hochschule Freiburg und dem Verlag Handwerk und Technik am 21. und 22. September 2018 in den Räumen der PH in Freiburg im Breisgau erstmalig ein hochkarätiges Bildungsforum. Als Referentinnen und Referenten sind unter anderem eingeladen Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Prof. Dr. Gisela Lück, Prof. Dr. Charlotte Klonk, Andreas Müller und Michaela Voss-Tecklenburg, Trainerin des schweizerischen Frauen-Fußballnationalteams. Sie sprechen über brisante Themen aus den Bereichen Lehren, Lernen und Erziehen. In anregenden Workshops werden innovative Lehr- und Lernkonzepte vorgestellt und vertieft sowie neue Lösungen für den Unterrichtsalltag erarbeitet. Die Leiterinnen und Leiter des Workshops setzen sich u. a. intensiv mit Fragen der Kompetenzorientierung, dem Umgang mit digitalen Medien sowie dem gehirngerechten Lernen und anderen Unterrichtsmethoden auseinander. Während der ganzen Veranstaltung haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich auf der begleitenden Ausstellung über Innovationen und Trends aus dem Bildungsbereich zu informieren. Die Teilnahmegebühr für das Bildungsforum «Individuell lernen – anders unterrichten» beträgt 179 Euro. Anmeldung und weitere Informationen: www.hep-verlag.de/bildungsforum.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wolfgang Beywl/Klaus Zierer

10 Jahre »Visible Learning« – 10 Jahre »Lernen sichtbar machen«

»Visible Learning« von John Hattie ist seit zehn Jahren in der Diskussion und in dieser Zeit kontinuierlich weiterentwickelt worden. Konkret: Die Basis der Meta-Analysen ist verbreitert, die Menge der daraus generierten Einflussfaktoren vergrößert und die Liste der Faktoren anders gegliedert worden. Wolfgang Beywl und Klaus Zierer erläutern die Veränderungen und haben die neue Liste der Einflussfaktoren übersetzt.

Erziehen in der Schule – Einführung und 1. Folge

Sabine Andresen

Erziehung als Zumutung?

Facetten einer herausfordernden Aufgabe

Was wissen wir über Erziehung in der Schule – also kurz über die pädagogischen Bemühungen zur Ausbildung moralischer Standards und sozialer Verhaltensweisen? In der ersten Folge fragen wir zunächst, welche Herausforderungen Erziehung in der Familie zu bewältigen hat und wie diese im Verhältnis zur Erziehung in der Schule stehen. Weitere Themen: Aufgaben und Einfluss der Schule, Strafe im Kontext schulischer Erziehung und Abgrenzung zu überbordenden Erwartungen.

Gymnasiallehrer in der Grundschule?

In regelmäßigen Abständen stehen Bildungspolitik und Schulen vor dem unerwarteten (?) Phänomen des Lehrermangels – aktuell besonders in den Grundschulen. Und dann scheint es alternativlos, diesen Mangel mit Menschen zu kompensieren, die dafür zunächst nicht ausgebildet sind. Dennoch sollten die damit zusammenhängenden Planungen kritisch diskutiert werden. Oder aber ist jede Aktivität zur Vermeidung von Unterrichtsausfall ein Wert an sich?

Holger Zielemanns

Schulbegleitungen

Der Aufbau eines inklusiven Bildungssystems stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen – nicht zuletzt bezüglich der vorhandenen personellen Ressourcen. Zur alltäglichen Unterstützung von Schülerinnen und Schülern werden deshalb »Schulbegleitungen« oder »Integrationshelfer(innen)« eingesetzt. Die Bücher skizzieren Herausforderungen und bieten Anregungen sowie einen praxisnahen Einblick in den Stand der Forschung.

totopZum Seitenanfang