2´17Systematisch diagnostizieren

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Es geht um eine Balance zwischen Verlässlichkeit, Praktikabilität und Alltagstauglichkeit in der Diagnostik. Gleichzeitig wird gezeigt, wie eine Verengung auf Fehlersuche vermieden und die gemeinsame Arbeit in diesem Feld gefördert werden kann.

Die Ansprüche an systematische Diagnosen und darauf aufbauende Konsequenzen für die Gestaltung von Lehren und Lernen sind für den Alltag oft nicht tauglich.

Wir fragen deshalb: Was tun Lehrkräfte und was können sie tun, um Einsichten in Lern- und Entwicklungsprozesse zu gewinnen? Wie können diese Einsichten dem Lehrenden, dem Lernenden und der Schule helfen – und wie kann pädagogische und fachliche Diagnostik gemeinsam gestaltet werden?

Der Schwerpunkt dieses Heftes bietet konkrete Anregungen zu den folgenden Themen:

  • Wie können flexible Diagnostik-Bausteine bei der individuellen Förderung helfen?
  • Wie können »Lernbegleitblätter« Schüler zur Selbsteinschätzung anregen?
  • Wie kann Selbstbeobachtung in Lerngruppen zur Routine werden?
  • Wie kann Diagnose zur Prävention und Förderung bei Lernstörungen genutzt werden?
  • Wie kann ein schulinternes System von Diagnose- und Fördermaßnahmen aufgebaut werden?
  • Wie können zentrale Tests für Diagnosen genutzt werden?
  • Wie können Videoaufzeichnungen bei der Reflexion des eigenen Verhaltens helfen?

Die Beiträge zeigen, dass die Verengung von Diagnose als Fehlersuche überwunden werden kann, dass Diag­nosen und Fördermaßnahmen als Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden können und dass Diagnosen dazu führen können, dass Forderungen nach mehr Ressourcen zur Lösung der Probleme begründet werden können.

Johannes Bastian

Diagnosen … aber gemeinsam und mit Konsequenz

Eine Anregung zu einem Gedankenexperiment

Gerhard Eikenbusch

»Diagnose« ist auf dem besten Weg, eine Worthülse im pädagogischen Neusprech zu werden. Alles soll nun Diagnose sein: Klassenarbeiten, kleine Tests, Lernstandserhebungen, bundesweite Untersuchungen … Und daraus soll für jeden Schüler der Lernstand erhoben, ein individueller Förderbedarf diagnostiziert und ein Förderplan abgeleitet werden. – Vielleicht geht es auch ein bisschen realistischer …

Vor Jahren übernachtete ich bei Bekannten in Südirland auf dem Boden einer alten Dorfschule. In einer Ecke lag ein Stapel dicker Klassenbücher im Riesenformat A2 aus der Zeit um 1900. Jedes Klassenbuch hatte etwa 600 Seiten und umfasste ein Schuljahr. Alles war darin verzeichnet – wirklich alles: Für jeden Tag waren für jeden Schüler in Kolonnen verzeichnet: Anwesenheit, Aufgaben, Leistungen, Klassenarbeiten, Prüfungen, gelernter bzw. vermittelter Stoff – und vor allem Ranglisten und Anmerkungen, welcher Stoff abgearbeitet wurde. Über 30 Jahre hatte der Schulmeister der Dorfschule Buch geführt. Er wusste alles über jeden und war wohl vorbereitet auf den Tag, an dem eine Inspektion, ein Vorgesetzter kommen und nach Rechenschaft fragen würde. Aber, nach allem, was zu erfahren war, interessierten sich weder Inspektionen noch Vorgesetzte für seine Aufzeichnungen. Der Dorfschulmeister hatte sie geschrieben, am Ende jedes Schuljahres auf den Boden geschleppt – und das war es.

Dieser »Dachbodenfund« ist für mich Anstoß für ein Gedankenexperiment gewesen: Was wird passieren, wenn jemand in hundert Jahren auf einem Boden die Unterlagen entdecken würde, mit denen wir versucht haben, Lernwege und -ergebnisse von Schülern und Unterricht zu erfassen?

Vermutlich würden drei Dinge auffallen:

Im Schulalltag fungiert Diagnose oft als Suche nach Krankheiten und Fehlern

»Wer Diagnosen braucht, soll zum Arzt gehen …« In Konzepten und Selbstdarstellungen in Schule und in Bildungspolitik wird ein hohes Bild von Diagnose entworfen: Betont wird, dass mit Diagnose nicht die Fähigkeit und Lehre gemeint sei, Krankheiten festzustellen. Sie sei vielmehr ein wichtiger Baustein eines Prozesses, in dem Lernen und Lehren untersucht, unterschieden und beurteilt wird und in dem herausgefunden werden soll, was für den einzelnen Schüler in der Klasse wirkt. Es gehe also um kontinuierliche Auswertung, Begleitung und Gestaltung von Lernprozessen einzelner Schüler (und gleichzeitig Klassen) und um die Reflexion der eigenen Arbeit als Lehrkraft oder Mitarbeiter in einer Klasse.

Würde man aber Klassenbücher, -arbeiten, Tests und Förderpläne, Unterrichtsentwürfe, Stundenpläne und Konferenzprotokolle analysieren, würde sich dort das offizielle Verständnis der Konzepte häufig nicht wiederfinden. Dort geht es eher um Fehler, Benotung, Zuweisungen zu Gruppen. Und individuelle Förderpläne sehen häufig aus wie Arztrezepte: Man nehme einige Stücke aus dem Mathe-Buch, noch ein paar Übungs-Globuli … Wahrscheinlich wird man sich in hundert Jahren an die alten Klassenbücher aus Irland erinnert fühlen. Denn viele Diagnosen sind vom Ansatz her zwar prozesshaft und fördernd angelegt, enden aber als Fehler- und Leistungsfeststellung.

Die Konsequenzen aus Diagnosen sind oft nur begrenzt auf einzelne Schüler und Lehrkräfte

Würde man auf die heutige Praxis von Diagnosen in Schulen zurückblicken, würde wahrscheinlich deutlich: Lehrkräfte haben viele Daten darüber, was Schüler in der Schule und im Unterricht leisten, was und wie sie lernen und wie sie sich entwickeln. Gerade durch die Digitalisierung sind die Möglichkeiten gewachsen, Daten über Schüler zu sammeln, systematisch auszuwerten und zu Handlungsschritten zu verarbeiten. Lern- und Leistungsverläufe von Klassen oder Schülern sind über längere Zeiträume gut verfolgbar, sie sind sogar auf den Unterricht einzelner Lehrkräfte abbildbar (z. B. bei Bewertung und Inhalten). Dazu kommt noch eine Menge von Beobachtungen aus dem Klassen- und Schulalltag, Eindrücke aus Gesprächen.

Man würde in 100 Jahren feststellen, dass es heute viele und gute Daten und Unterlagen für pädagogische Diagnosen gegeben hat. Und man würde wohl auch sehen, dass die Ableitung von Konsequenzen daraus häufig auf wenige Schüler beschränkt war, dass seltener systematisch Konsequenzen für Schüler, Klassen, Lehrer und Schule gezogen wurden. Deutlich würde auch, dass der Fokus eher auf der aktuellen Problembearbeitung einzelner Schüler liegt. Konsequenzen werden auf diese Schüler begrenzt.

Diagnosen sind eher Problemlöser und Ersatzhandlungen

Natürlich würde man in hundert Jahren schnell feststellen, dass es seit 2010 eine besondere Konjunktur für Diagnosen gegeben hat. Man würde dies zurückführen können auf Effekte von PISA u. a. – und man würde sehen, dass besonders dann von Diagnose die Rede ist, wenn es darum geht, schlechte Ergebnisse zu erklären oder die Begrenztheit von Ressourcen zu verteidigen. Zumindest zu Beginn der Diagnose-Konjunktur sah es so aus, als wäre Diagnose ein weitgehend kostenloses Ideal-Heilmittel, mit dem man vorhandene Ressourcen viel besser einsetzen könnte. Dass Diagnosen auch dazu führen können, dass mehr Mittel und Personal eingesetzt werden oder dass Strukturen in der Schule verändert werden müssen, das erwies sich oft als unangenehme Einsicht. Diagnosen sollten Probleme lösen und Handlungskraft zeigen – nicht aber neue Probleme und Handlungsnotwendigkeiten schaffen.

Vier Kriterien für gute Diagnosen

Will man mit Diagnosen nicht nur Einzelprobleme lösen, Papier und Ausreden schaffen, sollten vier Dinge beachtet werden:

  • Der Einsatz von Diagnoseverfahren oder die Nutzung von Daten für Diagnosen machen Sinn, wenn dies auf die kontinuierliche und spezifische Begleitung, Auswertung und Gestaltung von Lernprozessen ausgerichtet ist.
  • Diagnosen sind hilfreich für Lernentwicklung, wenn sie Transparenz und Einsichten in Lern- und Entwicklungsprozesse schaffen für den Einzelnem und die Schule.
  • Diagnosen setzen Ressourcen voraus: Die schulischen Rahmenbedingungen müssen diagnosegerechtes Fördern oder das Fordern ermöglichen. Es macht keinen Sinn, etwas zu diagnostizieren, für das man nicht die Ressourcen hat, es zu beeinflussen.
  • Möglich ist das alles nur, wenn Lehrkräfte kooperieren. Gemeinsames Vorgehen beim Diagnostizieren schärft den Blick, gibt Sicherheit und entwickelt die gemeinsame Arbeit weiter. Die Kooperation im Kollegium unterstützt die Nachhaltigkeit von Einzelmaßnahmen und holt Diagnose heraus aus isolierten Versuchen.

Ausblick auf die Beiträge

Die Beiträge dieses Heftes wollen deshalb bewährte Verfahren von Diagnose zeigen, sie wollen vor allem verdeutlichen, wie die Lehrkräfte gemeinsam in der Schule bei Diagnosen zusammenarbeiten können – und wie sie daraus schüler- oder klassenübergreifend Konsequenzen ziehen können.

Wie Diagnosen in die Arbeit der ganzen Schule mit Blick auf eine vielfältige und individuelle Förderung eingebunden werden, beschreiben Knaupe/Strecker in ihrem Beitrag. Hier kommt ein System flexibler Bausteine zur Anwendung, die bei der Diagnose wie auch der Förderung aufeinander bezogen und im Rahmen von Schulentwicklung verankert sind.

Im Praxisbeispiel von Gehrke/Schürmann/Ulbricht geht die gemeinsame Arbeit bei der Diagnose von einem einfachen Instrument »Lernbegleitblatt« aus. Es ist hilfreich, Lernprozesse immer wieder (besonders vor Klassenarbeiten) über einen längeren Zeitraum in den Blick zu nehmen, zu Eigeneinschätzungen und zu Selbsttätigkeit zu verhelfen. Die Auswertung über die Klasse hinaus ermöglicht Transparenz über die schulische Arbeit und damit auch Schulentwicklung.

Reiff verweist in ihrem Beitrag über Diagnose in Lerngruppen darauf, Gruppenarbeit und damit verbundene Diagnose ernst zu nehmen und Diagnose in den Unterrichtsalltag so einzubauen, dass sie für die Selbstbeobachtung der Schüler Routine werden. Eine wesentliche Voraussetzung ist die Einbettung in die Arbeit mit einem Methodencurriculum, das von allen Lehrkräften getragen wird. Die enge Verbindung von Diagnose- und Fördermaßnahme steht im Vordergrund des Beitrages von Casale/Hennemann über den Response-to-Intervention-Ansatz. Er hat sich als wirksam für präventive Verhaltensförderung gezeigt, wenn er systemisch verstanden und von Lehrkräften, Eltern und Schule getragen wird. Solche Programme erreichen nur Anerkennung und Wirksamkeit, wenn sie von allen Beteiligten gemeinsam verfolgt und umgesetzt werden und dabei kooperiert wird.

Görlich/Isermann/Noch zeigen in ih­rem Beitrag, wie sich ein System aufeinander bezogener Diagnose- und Fördermaßnahmen aufbauen lässt, wie fachliche und auch fachübergreifende Diagnose und Anpassung von Lernprozessen gelingen kann. Systematisch nutzen sie dabei geplante und ungeplante Diagnosen und stimmen sich in Fachgruppen ab.

Zwei Beiträge untersuchen am Ende die Geeignetheit von Verfahren für auch systemisch verankerte Diagnosen: Katrin Vogt geht in ihrem Beitrag der Frage nach, ob und wie zentrale Tests und Arbeiten für Diagnosen genutzt werden können. Dabei zeigt sie, dass extern erstellte oder angebotene Diagnosen ein hilfreiches Werkzeug sein können, wenn man die Begrenztheit und die Zweckgebundenheit der Ergebnisse beachtet und diese Verfahren in Verbindung mit anderen Verfahren einsetzt.

Mühlhausen geht der Frage nach, wie Lehrkräfte ihr eigenes Handeln und Verhalten im Unterricht untersuchen können. Dazu stellt er das Verfahren der Videoaufzeichnung vor und beschreibt technische und inhaltliche Rahmenbedingungen. Natürlich kann man dieses Verfahren auch ausschließlich einsetzen, um den eigenen Unterricht zu reflektieren. Seine Stärken entfalten wird es aber vor allem beim Einsatz in Teams und bei kollegialer Beratung.

Dr. Gerhard Eikenbusch ist Schulleiter (i. R.), Lehrerfortbildner und Mitglied der Reaktion von PÄDAGOGIK.
Adresse: Zweite Ochsenkoppel 1e, 23566 Lübeck
E-Mail: gerhard.eikenbusch(at)t-online.de

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NRW: So viele Ausländer wie noch nie an den Hochschulen

Die Zahl der ausländischen Studierende an den nordrhein-westfälischen Hochschulen hat einen neuen Höchststand erreicht. Im Wintersemester 2015/16 waren dort rund 86 500 nichtdeutsche Studenten eingeschrieben. Damit kam nach Angaben des Wissenschaftsministeriums etwa jeder neunte Student aus dem Ausland. Die größte Gruppe stammt aus der Türkei (13 400), gefolgt von China (7 600), Österreich (3 700) und Indien (3 600). Beliebteste Fächer bei den Ausländern waren Wirtschaftswissenschaften und die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Die meisten Ausländer studierten an der Uni Duisburg-Essen, nämlich gut 8 000. An der RWTH Aachen waren es mehr als 7 800, an der Fernuniversität in Hagen knapp 6 800.

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Azubis erhalten Hilfe bei Problemen

Viele Azubis klagen über Probleme in der Lehre oder brechen diese sogar ab. Um dem entgegenzuwirken, sollen sie künftig rascher einen Ansprechpartner finden und Unterstützung bekommen. In mehreren Pilotregionen in Deutschland soll dazu nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages ein Beschwerde-Management erprobt werden. Bisher wissen offenbar viele junge Leute noch gar nicht, dass sie sich bei Schwierigkeiten etwa mit dem Ausbilder, mit Kollegen oder mit dem Ausbildungsplan an die Ausbildungsberater der Kammern wenden könnten.

Aus diesem Grund soll der Informationsfluss bei Schwierigkeiten verbessert werden. Dabei sollen alle Beteiligten wie Berufsschulen, Betriebsräte sowie die Ausbildungsberater und die Arbeitgeber eingebunden werden. Auf diese Weise sollen Konflikte früh erkannt und eine Eskalation vermieden werden.

Da die Zahl der Bewerber angesichts des demografischen Wandels und des Trends zum Studium rückläufig ist, sind die Betriebe grundsätzlich sehr daran interessiert, Azubis zu gewinnen.

Die Erprobung des Beschwerde-Managements ist eine Initiative der Allianz für Aus- und Weiterbildung, die die Bundesregierung mit Vertretern der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit und der Länder Ende 2014 ins Leben gerufen hatte. In Bayern soll das Projekt bereits zum Beginn des kommenden Ausbildungsjahres an den Start gehen.

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Film: Lehrkraft im Vorbereitungsdienst

Der Himmel ist grau, der Wind weht die letzten Herbstblätter über den verlassenen Schulhof. An diesem Januarmorgen spielt Isabelle Römer nervös mit ihrem Kugelschreiber. Sie ist mitten in ihrer letzten Prüfung. Besteht sie diese, ist sie Lehrerin. Der preisgekrönte Dokumentarfilmer Timo Großpietsch ist mit seiner Kamera dabei. Zum ersten Mal darf ein Journalist mit der Kamera jeden Schritt auf dem Weg zum Lehrer dokumentieren. »Sie haben es in den letzten 18 Monaten ja viel mit schwierigen Schülern zu tun gehabt. Was nehmen Sie da für sich mit?«, fragt die Prüfungsvorsitzende zum Schluss. »Mir sind die schwierigen Schüler sehr ans Herz gewachsen, jeder Einzelne irgendwie«, antwortet die Referendarin. Die Prüfungskommission scheint zufrieden und schickt die angehende Lehrerin auf den Flur bis zur Notenverkündung.

Timo Großpietsch hat 18 Monate lang drei sogenannte »Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst« in Hamburg beobachtet. Sein Dokumentarfilm beschäftigt sich also mit einem der wichtigsten und umstrittensten Berufe unserer Gesellschaft. Er ist ein exklusiver und einmaliger Einblick in die Lehrerausbildung und lässt den Zuschauer auf allen Ebenen an etwas teilhaben, zu dem erfahrungsgemäß jeder eine Meinung hat. Je nach Perspektive sind Lehrer Helden, Versager, notwendiges Übel oder Theoretiker, die mit Kindern nicht umgehen können.

Der Film zeigt hautnah, wie angehende Lehrkräfte auf das vorbereitet werden, was sie später ein Berufsleben lang leisten sollen. Wie lassen sich Schüler für das Lernen begeistern? Wie werden Berufseinsteiger auf den Umgang mit Schülern vorbereitet, die vieles haben, nur kein Benehmen? Wie findet der Referendar seine Lehrerrolle und wie kann er diejenigen für die Themen des Unterrichts motivieren, die von Haus aus wenig Stabilität mitbringen?

Der Film zeigt einfühlsam, wie Lernende zu Lehrenden werden. Dabei werden sie immer wieder von einer Seminarleiterin durch Besuche und Gespräche unterstützt. »Es ist wichtig, dass die Schüler ihr Gesicht nicht verlieren, aber sie müssen immer wissen, wer hier die Leitung hat«, sagt Hauptseminarleiterin Kirsten Böttger.

Manchmal ist der Film sehr offen und zeigt auch ausgesprochen schwierige Situationen. In einer Szene sitzt Referendar Sebastian Korff in der U-Bahn und zweifelt, ob er diesen Beruf die nächsten 38 Jahre ausüben will. Der Dauerlärm und die ständige Ansprache haben ihm zugesetzt. 30 Kinder haben ihm die letzten Stunden zur Hölle gemacht und das alles, als er während einer Hospitation unter Beobachtung stand. Seine Ausbildungsleiterin spricht seine Fehler sehr direkt an und macht ihm immer wieder Mut. »Es braucht Zeit, bis sich die Kinder an Sie gewöhnt haben, da hilft nur, konsequent sein und immer wieder loben.« Nur so kämen er und seine Schüler aus der Negativ­spirale heraus.

»Lehrkraft im Vorbereitungsdienst« ist ein beobachtender Dokumentarfilm ohne Sprechertext. Er ist einmalig nah an Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber ein gemeinsames Ziel haben: Sie wollen authentische Lehrer werden. Der Film ist zum ersten Mal im November 2016 ausgestrahlt worden und seither in der Mediathek des Norddeutschen Rundfunks zu finden (www.ndr.de/mediathek).

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Sachsen muss Zugang zum Gymnasium neu regeln

Die sächsische Landesregierung muss den Zugang zum Gymnasium neu regeln, weil die bisherige Praxis für den Wechsel nach der 4. Klasse rechtswidrig ist. Das sächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen bestätigte einen Beschluss des Dresdner Verwaltungsgerichts, das einem Mädchen den Besuch des Gymnasiums entgegen der Bildungsempfehlung der Grundschule gestattet hatte. Die Landesregierung muss nun die Kriterien für den Zugang zum Gymnasium gesetzlich regeln. Dies soll im Rahmen einer ohnehin geplanten Novelle zum Schulgesetz geschehen.

Laut OVG muss der Gesetzgeber selbst Regelungen treffen, mit denen das in der Landesverfassung festgeschriebene Recht der Eltern, den Bildungsweg für ihr Kind frei zu wählen, eingeschränkt werden soll. Dem genüge das derzeitige Schulgesetz nicht.

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Junge Flüchtlinge: Fachkräfte von übermorgen

Die Bundesagentur für Arbeit schätzt, dass junge Flüchtlinge voraussichtlich etwa sechs Jahre benötigen werden, um einen Abschluss ihrer Ausbildung zu erreichen. »Das sind nicht die Fachkräfte von heute, sondern von übermorgen«, sagte Markus Schmitz, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Bayern. Er berief sich dabei auf die Erfahrungen mit dem ersten Jahrgang von 2 200 jugendlichen Flüchtlingen, die zweijährige Berufsintegrationsklassen absolviert haben.

Von diesen Jugendlichen hat ein knappes Drittel eine Ausbildung begonnen, die übrigen besuchen entweder weiter die Schule oder Qualifizierungskurse verschiedener Art. Erwartungsgemäß ist der Erwerb der deutschen Sprache ein erhebliches Hindernis, so dass insgesamt durchschnittlich sechs Jahre bis zur Beendigung der Ausbildung veranschlagt werden müssen, »ohne dass irgendjemand etwas falsch gemacht hat«, so Schmitz.

Allein in Bayern gibt es rund 1 200 Berufsintegrationsklassen. Bei der Organisation dieser Angebote für Flüchtlinge arbeiten Arbeitsagentur und Kultusministerium eng zusammen. Der bayrische Bildungsminister Ludwig Spaenle (CSU) sprach in diesem Zusammenhang vom »bayerischen Weg«, da nur wenige Bundesländer jungen Flüchtlingen ein ähnliches Bildungsangebot offerierten. Das ist eine große und überdies noch wachsende Herausforderung für die Berufsschulen in Bayern: Im kommenden Sommer werden wohl etwa 6 500 Jugendliche Berufsintegrationsklassen absolvieren, und schon im kommenden Jahr rechnen Experten mit 13 000 bis 15 000 Schülern in diesen Klassen.

Die Berufsintegrationsklassen richten sich an Jugendliche mit guter Bleibeperspektive. Das sind in der Regel diejenigen, die mit einer Anerkennung ihres Asylantrags rechnen können. Im Zuge der großen Fluchtwelle des Jahres 2015 sind aber auch viele Jugendliche aus Ländern gekommen, deren Staatsangehörige keine oder zumindest keine große Chance auf die Anerkennung als Asylbewerber haben. Dazu zählen mehrere afrikanische Länder, aber auch viele afghanische Flüchtlinge werden abgelehnt.

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Mathematik: Die Mädchen holen auf

Seit Beginn von Testungen erzielen die Jungen bessere Ergebnisse im Fach Mathematik als die Mädchen. Sind Jungs von Natur aus besser? Wissenschaftler bestreiten dies, vielmehr würden Mädchen durch Erziehung und Schulsystem ausgebremst. Dies könne geändert werden. Und siehe da: Eine neue Studie aus den USA zeigt, dass die Leistungslücke kleiner wird.

In den USA müssen Studienbewerber standardisierte Tests absolvieren (SAT-Tests), mit der sie den US-Unis ihre Studierfähigkeit nachweisen sollen. Jedes Jahr nehmen auch schon ein paar Zwölfjährige mit besonders guten Noten an den Tests teil.

Bei diesen Tests schneiden seit Jahren die hochbegabten Mädchen sowohl in Mathe als auch im Sprachverstehen etwas besser ab als die Jungs. Nur bei den Top-Mathe-Assen – den besten 0,01 Prozent eines Jahrgangs – sind die Jungs besser. Und es sind auch deutlich öfter Männer, die Forschungs- und Nobelpreise in Mathematik und Naturwissenschaften gewinnen.

Warum schaffen die Frauen es nicht bis ganz in die Spitze? In den vergangenen Jahren sind die Psychologen zu der Überzeugung gelangt, dass Mädchen unbewusst dazu erzogen werden, keine Mathe-Überflieger zu sein. Diese These wird durch die neuere SAT-Daten bestätigt. Demnach waren Anfang der Achtzigerjahre unter den exzellenten Mathe-Schülern noch 14-mal mehr Jungen als Mädchen: Die Schülerinnen kamen auf einen Anteil von gerade mal sieben Prozent. 2010 hatte sich das Verhältnis deutlich angeglichen, auf jede Top-Mathe-Schülerin kamen nur noch zweieinhalb mal so viele ebenso gute Schüler. Bildungsforscher machen dafür ein gewandeltes gesellschaftliches Bewusstsein und mehr erfolgreiche Rollenmodelle für Frauen und Mädchen verantwortlich. Sie glauben, dass das Verhältnis zwischen Mädchen und Jungen schon bald ausgewogen sein wird.

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NRW: Mehr Geld für Grund- und Hauptschulleiter

In Nordrhein-Westfalen gibt es inzwischen für viele offene Schulleitungsstellen keine Bewerber mehr, vor allem an Grundschulen. Im August 2016 fehlten an insgesamt 545 Grund- und Hauptschulen die Rektoren. Ein Grund dafür ist die vergleichsweise schlechte Bezahlung. Aus diesem Grund hat die Landesregierung jetzt die Besoldung für diese Berufsgruppe erhöht: Noch vor Beginn des nächsten Schuljahres soll die Besoldung von Rektoren, die bislang nach A 12 oder A 13 besoldet werden, um jeweils eine Stufe angehoben werden. Das kündigte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) vor kurzem an.

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Schule ohne Hausaufgaben

Diese Diskussion gibt es auch in Deutschland: Brauchen wir eigentlich Hausaufgaben? Der Bildungsjournalist Armin Himmelrath hat im Jahr 2015 in seiner Streitschrift »Hausaufgaben ? Nein Danke! Warum wir uns so bald wie möglich von den Hausaufgaben verabschieden sollten« eine Schule ohne Hausaufgaben gefordert. Eine Grundschule in Schottland geht diesen Weg und macht Schluss mit den Hausaufgaben – auf Wunsch der Schüler und Eltern. Die Inverlochy Primary School in den schottischen Highlands hat die Hausaufgaben vor kurzem abgeschafft.

Um diese Entscheidung vorzubereiten, hatte die Schule im Jahr 2015 zunächst eine sechswöchige Testphase durchgeführt. Sie hat die Schülerinnen und Schüler dazu ermutigt, diese hausaufgabenfreie Zeit zum Spielen, zum Lesen oder für andere Hobbys zu nutzen.

Nach der Testphase ließ die Schulleitung Lehrer, Eltern und Schüler darüber abstimmen, wie es in Zukunft mit den Hausaufgaben weitergehen soll. Bei dieser Abstimmung stimmten knapp 80 Prozent der Schüler sowie rund 60 Prozent der Eltern dafür, Hausaufgaben abzuschaffen. Von den zehn Lehrern waren fünf dafür und fünf dagegen.

Auch in anderen Ländern sind Hausaufgaben inzwischen hochumstritten, und immer mehr Schulen verabschieden sich von dem Konzept, wonach die Kinder zu Hause noch weiterüben und lernen müssen. So haben jüngst in Spanien Familien der »Hausaufgabenflut« den Krieg erklärt und mit einem »Streik« gedroht. Ziel dieser Kampagne sei die vollständige Abschaffung von Hausaufgaben, erklärte José Luis Pazos, der Verbandspräsident des Dachverbands der Familien mit Kindern an öffentlichen Schulen (CEAPA).

Eine Studie der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2012 kommt zu dem Ergebnis, dass 15-Jährige in den OECD-Mitgliedsländern für die Erledigung der Hausarbeiten in der Woche im Schnitt 4,8 Stunden benötigen. In Deutschland sind es 4,7 und in Spanien 6,5 Stunden. Nach Angaben der CEAPA müssen spanische Kinder sogar oft mehr als zehn Stunden wöchentlich zu Hause büffeln. Schon Vorschüler bekämen häufig Hausaufgaben. In Finnland sind es hingegen weniger als drei Stunden pro Woche.

Die Kritiker monieren, dass Freizeit und das Familienleben unter Hausaufgaben leiden. Hinzu kommt nach Ansicht der Bildungssoziologin Jutta Allmendinger, dass Hausaufgaben ungerecht seien, denn sie verschärfen die soziale Kluft zwischen den Schülern: Wo im Elternhaus Ressourcen und Vorbildung vorhanden sind, gibt es oftmals mehr Hilfe bei Hausaufgaben als in Familien ohne akademischen Bildungshintergrund.

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Bayern richtet Kompetenzzentren für Begabtenförderung ein

Die bayrische Landesregierung hat acht Gymnasien zu Kompetenzzentren für Begabtenförderung erklärt. Die Schulen in Augsburg, Bayreuth, Deggendorf, Gauting, München, Nürnberg, Weiden und Würzburg hatten bereits zuvor Hochbegabtenklassen eingerichtet. In Zusammenarbeit mit der Karg-Stiftung in Frankfurt am Main, die auf die Förderung hochbegabter Kinder spezialisiert ist, wurden sie nun weiterentwickelt. Unter anderem sollen sie andere andere Gymnasien bei der Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler unterstützen.

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Sachsen: Maßnahmenpaket gegen Lehrermangel

Die sächsische Landesregierung will dem Lehrermangel mit zusätzlichem Geld engegenwirken. Allein für die Jahre 2017 und 2018 hat sie 213 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt, um neue Stellen zu schaffen, aber auch, um mit Zulagen neue Lehrkräfte in die Fläche des Freistaats zu locken und alte im Job zu halten. Mit übertariflichen Zulagen soll die Einkommenslücke zu anderen Bundesländern geschlossen werden. In Sachsen kann ein Junglehrer seit Beginn des Jahres mit Zulagen 4 112 Euro brutto verdienen statt der tariflich vorgesehenen 3 054 Euro. Diese Zulagen werden allerdings nur Lehrern gezahlt, die in »Mangelregionen« auch »Mangelfächer« unterrichten.

Darüber hinaus sollen Seiteneinsteiger besser vorbereitet und qualifiziert werden, da man nach Einschätzung von Experten auch künftig nicht ohne sie auskommen wird. Sie sollen durch eine dreimonatige Einstiegsstufe besser auf den Job vorbereitet werden. Anschließend sollen sie berufsbegleitend zwei Jahre an einer Hochschule studieren. Eine weitere Maßnahme besteht darin, dass Grundschullehrer die Wahl haben, künftig entweder weniger zu arbeiten oder mehr zu verdienen. Mit dem vor kurzem beschlossenen Maßnahmenpaket soll die Attraktivität des Lehrerberufs deutlich erhöht werden.

Der sächsische Ministerpräsident Stanislav Tillich (CDU) betonte bei der Vorstellung des Pakets, dass Lehrer ein sehr seltenes Gut geworden seien, und zwar nicht nur in Sachsen. Der Mangel sei zum einen durch einen erhöhten Bedarf entstanden, zum anderen durch eine falsche Einschätzung der Schülerzahlen.

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Immer mehr teilen

Jugendliche teilen, leihen und tauschen immer häufiger. Sie wollen damit vor allem Geld sparen (85 Prozent), aber auch die Umwelt schonen (50 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle forsa-Umfrage zum Thema »Sharing Economy«, die im Auftrag der WirtschaftsWerkstatt, einer Bildungsinitiative der Schufa Holding AG, durchgeführt worden ist. Befragt wurden 503 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren.

Beim Wirtschaftsmodell der Sharing Economy steht das Teilen ökonomischer Ressourcen im Mittelpunkt. Dieses Modell ist einer der großen Trends der jüngsten Zeit, und die Umfrage zeigt, dass Jugendliche dem Tauschen und Teilen gegenüber sehr aufgeschlossen sind.

Die Befragten haben im zurückliegenden Jahr vor allem Haushaltsgeräte und Werkzeuge (61 Prozent), Elektronik (58 Prozent) und Fortbewegungsmittel (57 Prozent) geteilt, geliehen oder verliehen beziehungsweise Fahrgemeinschaften (51 Prozent) genutzt. Weitere 46 Prozent verleihen oder tauschen Musik, 40 Prozent Kleidung und 38 Prozent nicht benötigte Lebensmittel. Vergleichsweise selten haben die Befragten in den vergangenen zwölf Monaten eine Ferienunterkunft (32 Prozent) oder Sportausrüstung (29 Prozent) geteilt. Der Großteil der befragten jungen Menschen (78 Prozent) tauscht und leiht allerdings noch vorrangig im direkten Freundes- und Bekanntenkreis. Jeder Vierte greift auf allgemeine Plattformen im Internet wie Social Media oder Messenger-Dienste zurück.

Kommerzielle Sharing-Anbieter wie Airbnb, Car2Go und Flinkster werden von 12 Prozent der Befragten genutzt. Nicht-kommerzielle Sharing-Anbieter (8 Prozent) und Tauschbörsen (7 Prozent) spielen für die 16- bis 25-Jährigen keine bedeutende Rolle. Die Sharing Economy genießt eine hohe soziale Akzeptanz bei jungen Menschen: Ein Großteil der Befragten (86 Prozent) sieht im Teilen, Leihen und Tauschen ein gutes Modell für die Gesellschaft und Wirtschaft, um mit Produkten und Rohstoffen verantwortungsbewusster umzugehen. Nach eigenen Angaben wollen 52 Prozent der Befragten in Zukunft öfter Angebote zum Teilen oder Leihen nutzen, egal ob online oder im direkten, persönlichen Austausch.

Die drei wichtigsten Gründe, Gegenstände nicht zu teilen, zu tauschen oder zu verleihen liegen für die Befragten in Unsicherheiten bezüglich der Vertrauenswürdigkeit des Anbieters (59 Prozent), der Hygiene der geteilten Produkte (54 Prozent) oder des Versicherungsschutzes, falls etwas kaputt geht (49 Prozent).

Auf dem Internetportal www.wirtschaftswerkstatt.de sind weitere Informationen rund um Teilen und Tauschen zu finden.

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Handyverbot im Hörsaal

Die Uni Hamburg hat einen Verhaltenskodex entwickelt

Nicht nur die Schulen haben mit schlechtem Benehmen zu kämpfen – auch die Universitäten müssen damit umgehen, dass viele Studierende zu spät in der Vorlesung erscheinen, das zweite Frühstück im Hörsaal zu sich nehmen oder nebenbei per WhatsApp den Abend planen. Um dem entgegenzuwirken, hat das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) vor kurzem einen neuen Verhaltenskodex entwickelt. Er dient den rund 3 600 Studierenden als auch den Lehrenden seit Anfang des Wintersemesters als Leitlinie für das Verhalten in Hörsaal und Seminarraum. Zuvor hatten sich immer mehr Dozenten über das schlechte Benehmen der Studierenden beklagt.

In dem neuen Kodex heißt es etwa: »Die Nutzung von Handys und Smartphones während der Lehrveranstaltungen ist untersagt.« Die Dozenten waren zunehmend genervt, wenn die Studenten sich während der Vorlesung eher mit den kleinen Geräten als mit dem Stoff beschäftigten. Das freiwillige Regelwerk wurde von einer Arbeitsgruppe aus Studierenden und Lehrenden entwickelt. Neben dem Smartphone-Verbot werden sie auch zur Pünktlichkeit angehalten – das »akademische Viertel« sollte auch bei 15 Minuten bleiben. Und Snacks gehören in den Kino-, nicht in den Hörsaal.

Allerdings muss zunächst niemand mit einer Bestrafung rechnen, wenn er die neuen Regeln missachtet. Den Verantwortlichen geht es nach eigener Aussage vornehmlich darum, eine Einsicht bei den Studierenden und den Lehrenden zu wecken.

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Beschäftigte sind unzufrieden mit der Weiterbildung

Die Berufswelt ändert sich schnell und mit ihr die Anforderungen an die Beschäftigten. Weiterbildung ist also wichtig; niemand kann heute davon ausgehen, dass er schon in der Ausbildung alle wichtigen Kompetenzen für ein ganzes Berufsbildung erwirbt. Allerdings ist die Weiterbildung in deutschen Unternehmen für Mitarbeiter immer noch unterentwickelt. Dies zeigt eine vor kurzem veröffentlichte Umfrage der Vodafone Stiftung. Danach sieht nur etwa jeder zwölfte Beschäftigte (acht Prozent) die Lernkultur in seiner Firma als gut oder sehr gut an. Und kaum jeder Zehnte fühlt sich von seinem Vorgesetzten gut bis sehr gut beim Lernen unterstützt.

Allerdings sehen die meisten Befragten nicht nur die Unternehmen, sondern auch sich selbst in der Pflicht, wenn es um Weiterbildung geht. Nicht einmal ein Viertel der Befragten (23 Prozent) gibt an, beim Lernen ein gutes Durchhaltevermögen zu haben. Lediglich 27 Prozent meinen, dass sie das neu Gelernte erfolgreich in den Arbeitsalltag übersetzen können.

Erwachsene zeigen der Studie zufolge drei Arten des Lernverhaltens, die bei der Weiterbildung berücksichtigt werden sollten. Die sogenannten »Aktivisten« sind neugierig und praktisch orientiert; sie lernen am liebsten durch eigene Erfahrung. Die »Beobachter« sind zurückhaltend und bevorzugen es, anderen erst einmal bei Übungen zuzusehen – für sie sind Hospitationen die beste Lernmethode. »Nachdenker« schließlich zeichnen sich durch analytisches Denken aus. Sie möchten verstehen, wie Dinge funktionieren, und sammeln dazu gerne erst Fakten und Informationen, um sich neuen Lerngegenständen zunächst gedanklich zu nähern. Die Studie »Gebrauchsanweisung fürs lebenslange Lernen« stützt sich auf die Befragung von mehr als 10 000 Mitarbeitern aus Betrieben unterschiedlicher Größen und Branchen in ganz Deutschland. Fast 80 Prozent befürchten negative Auswirkungen, falls sie sich nicht fortbilden. Studienleiterin Nele Graf forderte, dass Führungskräfte ihre Rolle neu definieren und sich eher als »Lern-Coaches« verstehen, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Weiterbildungsprozessen begleiten. Die Studie ist über die Homepage der Vodafone Stiftung www.vodafone-stiftung.de zu beziehen.

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Wissenschaftler fordern IT-Offensive

Nach Ansicht führender Wissenschaftler müssen Deutschland und Europa im Bereich der Informationstechnik (IT) gemeinsam erheblich mehr tun, um mit den USA und Asien mitzuhalten. Nach Ansicht des Chefs des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken, Wolfgang Wahlster, und des Unternehmers und Wirtschaftsinformatikers August-Wilhelm Scheer gebe es in Europa zwar einen sehr großen Markt für IT-Anwendungen, Europa spiele aber auf der Anbieterseite bei Hard- und Software gemessen an seiner Marktbedeutung eine zu geringe Rolle. Es dürfe nicht sein, dass die USA die geistige Leistung lieferten, Asien produziere und Europa kaufe. Um dies zu verhindern, fordern die beiden Experten eine europaweite Aufholstrategie mit dem Ziel eine Führungsrolle auf dem IT-Sektor einzunehmen.

Wahlster und Scheer wiesen darauf hin, dass auch klassische Branchen, in denen Deutschland und Europa führend auf dem Weltmarkt seien, häufig über wenig eigene IT-Kompetenz verfügten und nur noch durch Kooperationen mit den USA und Asien modernisiert werden könnten. Dies führe zu einer gefährlichen Abhängigkeit. Daher forderten sie die Politik auf, den Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur durch die Vorgabe von klaren, anspruchsvollen Zielen sowie durch konkrete Projekte zu fördern. Im Bereich des sogenannten E-Government seien beispielsweise bundesweit einheitliche Systeme nötig, einzelne Initiativen von Ministerien und Ländern müssten koordiniert werden. Der Staat müsse hier seine Rolle als Leitinvestor wahrnehmen, damit Schlüsselkompetenzen ausgebaut werden könnten.

Nach Ansicht der beiden Experten hinke Deutschland auch bei der Digitalisierung des Bildungssystems hinter anderen vergleichbaren Ländern hinterher. Ihrer Meinung nach sollten digitale Technologien nicht um ihrer selbst eingeführt werden, sondern um die offensichtlichen Vorteile wie die Zeit- und Ortsunabhängigkeit des Lernens zu nutzen.

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Zuwanderung sorgt für steigende Schülerzahlen

In diesem Schuljahr ist die Zahl der Schulanfänger in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Juli und August insgesamt 719 000 Erstklässler eingeschult. Zu dem Anstieg hat auch die Zuwanderung im Jahr 2015 beigetragen haben: Die Zahl der ausländischen Kinder im einschulungsfähigen Alter stieg um 42,7 Prozent, die der deutschen Kinder nur um 1,5 Prozent.

Die größten Zuwächse bei den Einschulungen gab es im Saarland, wo die Zahl um acht Prozent auf 8 100 stieg. Auch in Brandenburg, wo 22 100 Kinder eingeschult wurden, war der Anstieg um 5,4 Prozent besonders hoch. Hingegen gab es in Hessen und Schleswig-Holstein leichte Rückgänge um 0,6 Prozent beziehungsweise 0,8 Prozent. Die absolut größte Zahl von Schulanfängern gab es erwartungsgemäß im größten Bundesland: In Nordrhein-Westfalen starteten rund 159 000 Jungen und Mädchen in die Schule. Die wenigsten Erstklässler verzeichnete mit etwa 5 600 das kleinste Bundesland Bremen.

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Minicomputer für Schüler ab der 3. Klasse

Das Programmieren von Computern steht nur in wenigen Schulen auf dem Lehrplan. Das ist ein Problem, denn immer mehr Berufe hängen von Computern ab, die programmiert werden müssen. In Deutschland herrscht inzwischen ein Mangel an Fachkräften.

Um dies zu beheben, haben Informatiker vor kurzem einen Mini-Computer namens Calliope Mini entwickelt, mit dem schon Kinder ab der 3. Klasse spielerisch lernen können, wie man Computerprogramme schreibt. Mit einfachen Unterrichtsbeispielen sollen Kinder und Lehrer mit Hilfe des nur ca. 15,– Euro teuren Geräts vom passiven Nutzer zum aktiven Gestalter werden. Es hat 25 rote Lämpchen und zwei programmierbare Buttons, einen Lage- und Bewegungssensor plus Kompass und kann über ein Bluetooth-Modul mit anderen Geräten kommunizieren. Ein kleiner Bildschirm, Lautsprecher und Mikro gehören auch dazu.

Die Lehrerinnen und Lehrer erhalten einfache Handreichungen zum Einsatz des Mini-Computers im Unterricht. Er kann nach Angaben der Entwickler in allen Unterrichtsfächern eingesetzt werden. Um möglichst viele Lehrkräfte zu begeistern, werden zurzeit spezielle Weiterbildungsangebote als Onlinekurse für sie entwickelt. Außerdem soll im Internet eine Community rund um das Board eingerichtet werden, wo Lehrkräfte sich gegenseitig unterstützen und die neuesten kreativen Anwendungen für den Mini-Computer herunterladen können, z. B. einen Feuchtigkeitssensor, der anzeigt, wann die Zimmerpflanze Wasser braucht oder einen Roboter, der den Fahrer warnt, wenn er zu schnell fährt.

Mit dem »Calliope« erhalten die Kinder anders als bei Smartphones und Laptops eine Technik, die sie selber gestalten können. Sie können damit lernen, wie ein Computer aufgebaut ist, wie er funktioniert und wie man Programme erstellt. Das Gerät wird seit kurzem an zwei Grundschulen im Saarland getestet. Ab Februar 2017 soll das Board dann nach Aussage des saarländischen Bildungsministers Ulrich Commerçon (SPD) für alle dritten Klassen an der Saar verfügbar sein. Voraussetzung sei, dass die Lehrer vorher Schulungen gemacht haben. Weitere Informationen sind unter https://calliope.cc/ueber-mini zu finden.

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Materialien

Was sind gute Schulen?

Vor kurzem sind im Prolog-Verlag vier neue, sich ergänzende Bände zum Thema »Was sind gute Schulen?« erschienen. An diesem Grundlagenwerk haben über 120 Schulpädagogen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mitgearbeitet.

Was sind gute Schulen? Teil 1: Konzeptionelle Überlegungen und Diskussion. Herausgegeben von Klaus Moegling, Swantje Hadeler und Gabriel Hund-Göschel. 316 S., ISBN 978-3-934575-88-2, 29,80 Euro
Der erste Band beinhaltet grundsätzliche und konzeptionelle Überlegungen sowie die durchaus kontroversen Diskussionen zu dieser zentralen Frage nach der Qualität von Schule. Ist eine gute Schule eine Schule, in der durchgehend gut unterrichtet wird? Oder ist das Profil, das Atmosphärische, die Rhythmisierung, die Transparenz und das Selbstverständnis einer Schule entscheidend? Was hat Priorität – die Erfüllung gesellschaftlicher Erwartungen oder die Zufriedenheit der Lernenden mit ihrer Schule? Welche Rolle spielen hierbei institutionelle Strukturen sowie das Verhalten der einzelnen schulischen Akteure in diesen Strukturen? Der erste Band versucht diese Fragen zu bearbeiten und zu diskutieren, um auf die nächsten drei Teilbände vorzubereiten.

Was sind gute Schulen? Teil 2: Schulprofile und Unterrichtspraxis. Herausgegeben von Gabriel Hund-Göschel, Swantje Hadeler und Klaus Moegling. 246 S., ISBN 978-3-934575-89-9, 25,80 Euro
Der zweite Band bezieht sich in einem ersten Teil auf Schulprofile, Konzeptionen und Strukturen einer guten Schule im nationalen und internationalen Kontext. In einem zweiten Teil werden nationale und internationale Schulinitiativen ausführlich hinsichtlich ihrer schulpraktischen Realisierung analysiert. In einem dritten Teil werden Unterrichtskonzeptionen und Unterrichtsprojekte guten Unterrichts in einer guten Schule vorgestellt.

Was sind gute Schulen? Teil 3: Forschungsergebnisse. Herausgegeben von Swantje Hadeler, Klaus Moegling und Gabriel Hund-Göschel. 228 S., ISBN 978-3-934575-90-5, 24,80 Euro
Der dritte Band beinhaltet Forschungsergebnisse zur Frage nach der der guten Schule. Zunächst werden neuere Formen der Leistungsüberprüfung empirisch evaluiert. In einem zweiten Teil werden die Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern untersucht. Hiernach werden Ergebnisse zur empirischen Untersuchung der Kooperationskultur von Schulen präsentiert. In einem letzten Schritt werden Schule, Bildung und Unterricht aus der Sicht von Schülern und Lehrern analysiert.

Was sind gute Schulen? Teil 4: Theorie, Praxis und Forschung zur Qualität von Ganztagsschulen. Herausgegeben von Natalie Fischer, Hans Peter Kuhn und Carina Tillack. 268 S., ISBN 978-3-934575-91-2, 26,80 Euro
Der vierte Band bezieht sich auf die Qualität von Ganztagsschulen. Es werden insbesondere die pädagogischen Chancen einer Rhythmisierung angesprochen, die durch ein vergrößertes Zeitpotenzial eröffnet werden, das für unterrichtliche Bildung und für informelles Lernen zur Verfügung steht. Hierbei werden systematisch Theorie, Forschung und Praxis der Schulqualität von Ganztagsschulen auf dem neuesten Stand einbezogen.

Die Bücher können über die Web­site www.prolog-verlag.de, über info(at)prolog-verlag.de oder im Buchhandel bezogen werden.

Im digitalen Hamsterrad

Die provokative These von Gerald Lembke lautet: Das Digitale hat längst das Soziale verdrängt. Der Professor für digitale Medien ist der Meinung, wir glaubten nur, mit unserer digitalen Mobilität freier und autonomer geworden zu sein. In seinem neuen Buch »Im digitalen Hamsterrad – Ein Plädoyer für den gesunden Umgang mit Smartphone & Co.« zeigt er, dass wir stattdessen unaufhörlich in eine Gesellschaft mit andauernden digitalen Ablenkungen und mobilem Entertainment schlittern. Das Analoge sei dem Virtuellen längst untergeordnet. Unaufmerksamkeit entwickele sich zum neuen Wert, und Egoisten sowie Narzissten dominierten unsere Wahrnehmung, sobald wir im Internet seien. Denn diese Entwicklungen bergen Lembke zufolge erhebliche Gefahren für Wohlbefinden und Gesundheit. Gesunde Selbsterhaltung erfordert seiner Meinung nach einen verantwortungsvollen Umgang mit Smartphone und anderen digitalen Geräte. Letztlich gehe es um die Entwicklung einer digitalen Resilienz (Widerstandsfähigkeit). Lembke nimmt in den 15 Episoden des Buches die auffälligsten Unsinnigkeiten der ausgerufenen »digitalen Revolution« unterhaltsam aufs Korn. Das Buch ist im medhochzwei Verlag erschienen und kann zum Preis von 19,99 Euro im Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-86216-302-1).

Aufarbeitung sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend

Sexuelle Gewalt wurde bis heute häufig aus der Forschung ausgeblendet, sowohl national als auch international. Vor allem die Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen mit sexueller Gewalt – sei es im familiären und privaten Umfeld oder in Kontexten kirchlicher oder pädagogischer Institutionen – gehörten lange zu den großen Tabus moderner Gesellschaften. Zur Überwindung dieser Defizite beizutragen, ist das Anliegen der neuen Buchreihe »Sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend«, die im Verlag Springer VS erscheint. Der erste Band dieser Reihe befasst sich unter dem Titel »Schweigen – Aufdeckung – Aufarbeitung« mit Erfahrungen sexualisierter Gewalt innerhalb einer Kultur der ›schwarzen Pädagogik‹ in dem traditionsreichen Klosterinternat Kremsmünster. Auf Veranlassung einer von Betroffenen gegründeten Selbsthilfeorganisation wurde eine unabhängige sozialwissenschaftliche Studie zur Untersuchung der Missbrauchsfälle durchgeführt. Es zeigt sich, dass Forschung einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung leisten kann – vor allem dann, wenn sie sich methodisch für die Erfahrungen der Betroffenen und deren biografische Konsequenzen öffnet und diese in historische und systemische Kontexte einordnet. Das Buch ist zum Preis von 59,99 Euro im Buchhandel erhältlich (978-3-65814-653-5).

Inklusive Arbeitsmaterialien zum Thema Hund

Der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. hat seine erfolgreichen Schulmaterialien »Faszination Hund« in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft sowie Fach­experten aus Wissenschaft und Praxis nach neuesten inklusionsdidaktischen, methodischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen überarbeitet. Sie enthalten:

  • Umfangreiche Informations- und Arbeitskarten für die Wissensvermittlung und das Bearbeiten von Aufgaben in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit unter anderem zu den Hunde-Themenfeldern »Abstammung, Sinne, Verhalten und Zusammenleben«;
  • Lehrermaterialien mit ausführlichen Erläuterungen zum didaktischen Konzept, detaillierten Umsetzungsvorschlägen, einem Glossar und zahlreichen Kopiervorlagen;
  • eine Film-DVD, die die wesentlichen Inhalte in einer durchgängigen Geschichte zusammenfasst;
  • eine Daten-DVD mit sämtlichen Inhalten der Informations- und Arbeitskarten sowie vielen Möglichkeiten zur individuellen Anpassung der Materialien.

Das Arbeitsmaterial ­»Faszination Hund« für den Sachunterricht an Grundschulen kann gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 10 Euro plus Versandkosten unter www.ivh-online.de bestellt werden.

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Termine

Tagung zu Kinderrechten

Vom Montag, dem 10. Juli bis Freitag, dem 14. Juli 2017 findet in der Großen Universitätsaula Salzburg die 66. Internationale Pädagogische Werktagung statt.

Vor 75 Jahren stieg Janusz Korc­zak, der Leiter des Waisenhauses Dom Sierot in Warschau, mit den ihm anvertrauten jüdischen Kindern in die Güterwaggons, die sie ins Vernichtungslager Treblinka brachten. Er war es auch, der als Erster und nachhaltig Rechte für diejenigen einforderte, die über Jahrhunderte weitgehend rechtlos waren: die Kinder. Dieses ›Jubiläum‹ veranlasst uns, »Kinderrechte«, wie sie von der UNO erstmals 1959 beschlossen und 1989 zur rechtsverbindlichen Kinderrechtskonvention erweitert wurden, zum Generalthema der 66. Internationalen Pädagogischen Werktagung Salzburg zu erheben. Was beinhalten diese Rechte genau? Inwieweit sind sie umgesetzt? Wo und wie werden sie – noch immer – verletzt? Freilich: Rechte implizieren auch Verbindlichkeiten. Was darf diesbezüglich von Kindern erwartet werden? Über diese pädagogischen Grundfragen referieren namhafte Referentinnen und Referenten. In den Arbeitskreisen werden in bewährter Weise viele Aspekte erweitert und vertieft und die Tagung ist eingebettet in ein vielfältiges Rahmenprogramm und in die unvergleichliche Atmosphäre von Salzburg. Es erwarten Sie
Vorträge mit renommierten Expertinnen und Experten, wie

  • Univ.-Prof. Dr. Lothar Krappmann, Berlin
  • Dr. Andreas Paschon, Salzburg
  • Univ.-Prof. Dr. Michael Winkler, Jena
  • Univ.-Prof. Dr. Annedore Prengel, Potsdam
  • Dr. Andrea Holz-Dahrenstaedt, Salzburg
  • Ao.-Univ.-Prof. Hannelore Reicher, Graz
  • Dr. Andrea Richter, St. Pölten
  • Anna Tardos, Budapest
  • Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Fritz Oser, Fribourg (angefragt)
  • ein vielfältiges Angebot an Arbeitskreisen u.  a. mit Beatrix Bauer, Evelyn Brunauer, Univ.-Prof. Dr. Anton A. Bucher, Peter Cubasch MSc, Univ.-Prof. Dr. Eva Dreher, Ingeborg Gredler, Mag. Josef Hiebl, Ute Lauterbach, Maria Kluge, Ruth Kubik, Dr. Andreas Paschon, Inge Patsch, Dr. Claudia Resch, Renate Thiersch MA
  • ein spannendes kulturelles Rahmenprogramm.

Klaus Hurrelmann

Schulen werden zu »Agenturen für Lernarbeit«

Die Generationen Y und Z tragen die digitale Revolution in die Pädagogik

Klaus Hurrelmann analysiert seit Jahrzehnten in großen Studien Erfahrungen und Einstellungen von Jugendlichen. Von Pädagoginnen und Pädagogen werden diese Befunde gerne genutzt, um ihre Teil-Erfahrungen im Gesamtbild der aktuellen Jugendgeneration zu spiegeln.
Schule wird von den Einstellungen und Erfahrungen der jeweiligen Generation mitgestaltet. Deshalb ist es interessant, wie diese auf Schule und Unterricht wirken und wie sich Schule und Unterricht darauf beziehen kann und sollte. Klaus Hurrelmann stellt seine aktuelle Analyse zum Verhältnis von Jugend und Schule vor. Ein Fazit: Es gibt Voraussetzungen dafür, dass Schule stärker als bislang gemeinsam von Lehrkräften und Jugendlichen betrieben werden kann.

Fachgruppen als Orte der Unterrichtsentwicklung – 2. Folge

Thomas Sievers

Fachgruppen zum Zentrum der Unterrichtsentwicklung machen

Acht Schritte auf dem Weg zu einer kooperativen und nachhaltigen Unterrichtsentwicklung

In Folge 2 der Serie zur Arbeit von Fachgruppen wird ein Prozess vorgestellt, in dem Fachkonferenzen gemeinsam mit Jahrgangsfachteams zu einem Ort gelingender Unterrichtsentwicklung werden können. Berichtet wird ein strukturiertes Verfahren von der Initiierung eines Entwicklungsprozesses über Erprobungsphasen bis zur verbindlichen Einführung der Ergebnisse. Bedeutsam dabei sind zwei Pfeiler: das Zusammenspiel von Fachkonferenzen und Jahrgangsfachgruppen sowie die verantwortliche Beteiligung des Kollegiums an der Erarbeitung und der Implementation.

WiFi in der Schule?

Wie wollen wir Bildung in einer digitalen und vernetzten Welt gestalten? Diese komplexe Frage wird zu Recht kontrovers diskutiert. Dass sich Digitalisierung nicht aufhalten lässt und dass diese Entwicklung auch Potenziale für die Gestaltung von Lernprozessen beinhaltet, ist weniger kontrovers. Kontrovers sind vielmehr die Antworten auf die Frage, wie diese Herausforderung mit dem Bildungsauftrag der Schule in Beziehung gebracht werden kann. Deshalb ist es meist auch Konsens, dass die Bedingungen eines Einsatzes digitaler Medien zur Unterstützung von Bildungsprozessen diskutiert werden, bevor Entscheidungen zu Programmen, Geräten und auch zum WLAN in allen Klassen getroffen werden. Zur Klärung dieser Fragen will diese Kontroverse anregen.

Doris Wittek

Eltern beraten

Das Thema Elternberatung trifft in den letzten Jahren auf zunehmendes Interesse. Dabei zeigt sich, dass insbesondere die gemeinsame Beratung von Schülern, Eltern und Lehrpersonen hilfreich ist, wenn die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler durch Beratung befördert werden sollen. Gleichzeitig wird deutlich, dass Beratung von Eltern eine komplexe Aufgabe ist, die Techniken der Gesprächsführung und eine Sensibilisierung für die Anliegen der Eltern voraussetzt. Eröffnet wird sowohl ein grundlegender Blick auf die Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule als auch ein pragmatischer Einblick in die Gestaltung dieser.

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