1´15Den Lehreralltag gut organisieren

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Das Heft zeigt vielfältige Möglichkeiten der Entlastung bei der Vorbereitung, Gestaltung und Nachbereitung des Unterrichts – beispielsweise bei der Suche nach Materialien, bei der Aufgabenerstellung, bei der Archivierung der Materialien ...

Lehrerarbeit ist belastend. Deshalb sind Anregungen zur Entlastung wichtig.
Einige Aspekte dieser Belastung lassen sich nicht verändern – andere wohl. Insbesondere die Organisation und Gestaltung des Unterrichts bietet Entlastungsmöglichkeiten, die genutzt werden können.
Solche alltagspraktischen Hilfen sind Thema dieses Heftes. Dabei konzentrieren wir uns auf Anregungen zur Entlastung des Unterrichts – seiner Vorbereitung, seiner Gestaltung und seiner Nachbereitung.

Vorgestellt werden Anregungen

  • zur effektiven Suche nach erprobten Unterrichtsmaterialien;
  • zum sorgsamen Umgang mit der Stimme;
  • zur Erstellung von Übungen und Aufgaben;
  • zur Nutzung computergestützter Erarbeitungsphasen im Rahmen der Hausarbeit;
  • zur Gestaltung von Gelenkstellen des Unterrichts;
  • zur intelligenten Archivierung von Unterrichtsmaterialien;
  • zur Verbesserung sozialer Interaktionen durch entlastende Interventionen.

Wer schnelle Abhilfe durch einfache Tipps verspricht, der weckt falsche Hoffnungen. Die Beiträge zeigen aber, dass die Optimierung der Organisation von Routinen Möglichkeiten der Entlastung bietet. Eine Fundgrube für alle, die nach Anregungen zur besseren Organisation des Lehreralltags suchen.

Johannes Bastian

Den Lehreralltag organisieren

Anregungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Unterricht

Jochen Schnack

Der Alltag im Lehrerberuf ist von sehr unterschiedlichen Anforderungen bestimmt; deshalb sollte er so gut wie möglich organisiert werden. Zentrum des Berufsalltags ist der Unterricht, seine Vorbereitung, Gestaltung und Nachbereitung. Wie kann dieses Feld der Lehrerarbeit durch gute Organisation unterstützt werden? Welche Erfahrungen gibt es damit, und welche konkreten Anregungen lassen sich dazu finden?

Ein Lehrertag kann ganz schön anstrengend sein: morgens mehrere Stunden Unterricht, dazwischen kurze Gespräche mit Schülern und Kollegen, mittags kaum Zeit für ein vernünftiges Essen. Zu Hause angekommen gilt es nicht selten Anforderungen der Familie zu bewältigen, bis dann nach dem Abendessen endlich Zeit für die Arbeit am Schreibtisch ist. Zwar verläuft nicht jeder Tag nach diesem Muster, aber doch so viele, dass am Ende der Woche nicht selten die Luft knapp wird.

Um es gleich vorwegzunehmen: Wer hier schnelle Abhilfe durch einfache Tipps verspricht, der weckt falsche Erwartungen. Dies liegt vor allem daran, dass es grundlegende Bedingungen der Lehrerarbeit gibt, die sich kaum verändern lassen. Dazu zählen laut Rothland (2013, S. 22) beispielsweise:

  • die Zweiteilung des Arbeitsplatzes in einen schulischen und einen häuslichen Arbeitsort,
  • die nicht zuletzt deswegen in weiten Teilen unvollständig geregelte Arbeitszeit und
  • die prinzipielle Offenheit bzw. Grenzenlosigkeit der Aufgabenstellung.

Freiheit und Entgrenzung

Diese Bedingungen bieten auf der einen Seite viele Vorteile, denn sie bedeuten eine vergleichsweise große Freiheit bei der zeitlichen und inhaltlichen Gestaltung des Alltags: Es bleibt »den einzelnen Lehrkräften weitgehend überlassen, wie viel Zeit sie (…) für die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, für Korrekturarbeiten, Prüfungsvorbereitungen, für Organisations- und Verwaltungsaufgaben, Elternarbeit, Planung und Durchführung von Projekten, Absprachen oder intensivere Kooperationen, Fortbildungen etc. aufwenden. Wie viel Zeit Lehrerinnen und Lehrer für diese und weitere Aufgaben investieren und wann diverse Vorbereitungen abgeschlossen werden können, wann ihre Bemühungen und ihr Engagement genügen, wird ihnen nicht vorgegeben – sie müssen es selbst entscheiden.« (a. a. O., S. 24).

Der letzte Satz macht deutlich, dass in der Freiheit auch eine Gefahr liegt: Denn wer als Lehrer nicht gut organisiert ist, wer es nicht versteht, Prioritäten zu setzen und auch mal »Fünfe gerade sein« zu lassen, der läuft auf die Dauer Gefahr, unbegrenzt zu arbeiten und sich damit zu überfordern. Das bedeutet: Selbstmanagement und Selbstorganisation sind wesentliche Kompetenzen, um den Alltag zu bewältigen und gesund zu bleiben. Sie sind bisher nicht Teil der Ausbildung, sind also Fähigkeiten, die berufsbegleitend ausgebildet werden müssen. Deshalb haben Hinweise und Anregungen dazu eine große Bedeutung im Austausch von Lehrerinnen und Lehrern untereinander.

Praktische Hilfen und Arbeit an der Person

Solche alltagspraktischen Hilfen sind wichtig und deshalb auch Thema dieses Schwerpunkts. Wichtig zu wissen ist allerdings auch, dass diese Kompetenzen durch eine professionelle Haltung zur Lehrtätigkeit als Beruf fundiert werden sollten. Diese Haltung beinhaltet eine professionelle Distanz zur Arbeit, das Bemühen um eine hinreichende Trennung von Arbeit und Privatleben sowie die Bereitschaft, sich zu seiner Kerntätigkeit, dem Unterrichten, systematisch Feedback einzuholen.

Diese tiefer greifenden Aspekte des Themas »Lehreralltag« werden in den folgenden Beiträgen nur gestreift, weil sie sich einem Zugriff durch schriftlich vermittelte Anregungen weitgehend entziehen. Ihre Thematisierung benötigt einen anderen Rahmen als ihn eine Zeitschrift bieten kann. Sie sollten daher eher in Fortbildungen und Supervisions-Angeboten bearbeitet werden, wo ein personenbezogener Austausch, praktische Übungen und kontinuierliche Reflexionen am Fall möglich sind.

Wer als Lehrer nicht auch mal »Fünfe gerade sein« lassen kann, läuft auf die Dauer Gefahr, sich zu überfordern.

Deswegen konzentriert sich der Schwerpunkt dieses Heftes auf alltagspraktische Hilfen für die Gestaltung des Lehreralltags. Wir haben erfahrene Praktiker nach ihren Anregungen für eine bessere Organisation des Lehreralltags gefragt. Da trotz dieser Beschränkung das Spektrum immer noch sehr breit wäre, konzentrieren sich die Anregungen zur Verbesserung der Organisation auf den zentralen Bereich der Lehrertätigkeit, den Unterricht – auf seine Vorbereitung, Gestaltung und seine Nachbereitung. Dabei bieten die Beiträge Hinweise und Anregungen für den erfahrenen Lehrer wie für den Anfänger, für den Klassenlehrer ebenso wie für den Fachlehrer. Damit ist dieser Schwerpunkt eine Fundgrube für alle, die nach Wegen zur Entlastung des Alltags suchen.

Anregungen zur Entlastung des Alltags

Bei der Vorbereitung ihres Unterrichts verbringen viele Kolleginnen und Kollegen einen großen Teil ihrer Zeit damit, nach geeigneten Materialien zu suchen. Ingo Kriebisch gibt in seinem Beitrag viele hilfreiche Tipps, wie sich diese Suche effizient gestalten lässt und wo man schnell erprobte Materialien findet. Auf diese Weise lässt sich im Lehreralltag viel Zeit sparen.

Eines der wichtigsten Instrumente des Lehrers ist seine Stimme. Auch die Stimmbildung ist ein Thema, das in der Regel berufsbegleitend bearbeitet wird. In ihrem Beitrag zeigen Freiburger Forscher, was Lehrkräfte im Alltag tun können, um die Stimme zu schonen und zu kräftigen – eine kleine, aber wichtige Unterstützung zur Bewältigung des Alltags.

Hendrik Stammermann stellt mit »Hot Potatoes« ein kostenloses Computerprogramm vor, das ohne großen Aufwand in allen Fächern für die Gestaltung von kleinen Aufgaben eingesetzt werden kann. Dieses Programm steht beispielhaft für viele andere, die mittlerweile überall verfügbar sind und die Gestaltungsmöglichkeiten des Lehrers erheblich erweitern und erleichtern.

Großkurth und Weidmann beschreiben das Modell des Inverted Classrooms am Beispiel des Fremdsprachenunterrichts. Gezeigt wird, wie sich Schülerinnen und Schüler mit Hilfe digitaler Techniken die Unterrichtsinhalte zu Hause erarbeiten und der Unterricht im Klassenraum vor allem der Übung, der Anwendung und der Korrektur dient. Dieses Modell bietet mehr als eine organisatorische Anregung.

Auf eine unmittelbare Unterstützung im Alltag zielt der Text von Balliet und Kliebisch, der sich vor allem an Berufsanfänger richtet. Die erfahrenen Ausbilder geben praktische Tipps für die Gestaltung von typischen Situationen im Lehreralltag und zielen damit auf eine Entlastung durch Handlungssicherheit. Eine bisher selten erörterte Frage steht im Mittelpunkt des Beitrag von Michael Veeser-Dombrowski: Wie archiviere ich meine Unterrichtsmaterialien so, dass ich sie schnell wiederfinde und auch künftig effektiv nutzen kann? Hierzu stellt der Autor ein einfaches Ablagesystem vor, das jeder für sich nutzen und gegebenenfalls verändern kann.

Abgerundet wird der Schwerpunkt durch einen Beitrag von Pfannmöller und Herrmann mit Anregungen zur sozialen Interaktion im Klassenraum. Sie verstehen Interaktion als systemisches Geschehen, in dem der Lehrer eine wesentliche Rolle spielt. Mit Analysen von Mechanismen dieses Systems und Anregungen zu ungewöhnlichen Interventionen zeigen sie, wie sich anstrengende Alltagssituationen so verändern lassen, dass eine Entlastung eintritt.

Und noch eine Anregung zum Schluss: Etwa die Hälfte der Beiträge nutzt Möglichkeiten der digitalen Hilfe zur Organisation des Lehreralltags. Wenn Sie diese Vorschläge gerne probieren möchten, Ihnen die Nutzung dieser Instrumente aber nicht leicht fällt, dann fragen Sie die, denen dies leichter fällt. Gerade für jüngere Kolleginnen und Kollegen sind diese Nutzungsformen relativ selbstverständlich und meist freuen sie sich, wenn sie gefragt werden. Vielleicht ist das ja der Anfang einer längerfristigen gemeinsamen Suche nach Möglichkeiten, die Organisation des Lehreralltags zu verbessern.

Literatur

Rothland, M. (2013): Beruf: Lehrer/Lehrerin – Arbeitsplatz: Schule. Charakteristika der Arbeitstätigkeit und Bedingungen der Berufssituation. In: Ders. (Hg.): Belastung und Beanspruchung im Lehrerberuf. Berlin, S. 21 ff.

Dr. Jochen Schnack ist Leiter der German International School in Boston (USA) und Mitglied der Redaktion von PÄDAGOGIK.
Adresse: German International School Boston, 57 Holton Street, Boston, MA 02134, USA
E-Mail: jochen.schnack(at)gmx.info

Inhalt Magazin

 

Missbrauchsbeauftragter fordert stärkeres Engagement der Schulen

Der unabhängige Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat ein wesentlich stärkeres Engagement der Schulen gegen sexuellen Missbrauch von Kindern gefordert. Seiner Auffassung nach müssten Schutzkonzepte unbedingt integraler Bestandteil des Schulalltags werden. Er kritisierte, dass die Empfehlungen des Runden Tisches »Sexueller Missbrauch« aus dem Jahr 2011 bisher »bei weitem noch nicht flächendeckend« umgesetzt worden seien. Statistisch gesehen säßen in jeder Klasse durchschnittlich ein bis zwei Kinder, die schon einmal missbraucht worden seien. Leider passiere es immer noch, dass sich ein solches Kind einem Lehrer anvertraue und dieser ihm nicht glaube. Um Übergriffe in der Schule selbst zu verhindern, müssten klare Regeln aufgestellt werden. Als Beispiel für solche Regeln nannte er ein Fotografierverbot im Dusch- und Umkleidebereich.

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Bundeskanzlerin fordert mehr IT-Unterricht an Schulen

Nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollten die Herausforderungen des Computerzeitalters eine größere Rolle in den deutschen Schulen spielen. Da die digitalen Medien eine immer größere Bedeutung im Alltag hätten, sei die Vermittlung von Kenntnissen über Computer und den richtigen Umgang damit eine große Herausforderung für die Schulen. Die Länder seien in der Verantwortung, dies in die Lehrpläne einzuarbeiten. Klar sei, dass dies auch für die Lehrerinnen und Lehrer eine Herausforderung sei. Für sie sei deshalb eine entsprechende Weiterbildung von zentraler Bedeutung. Gemeinsam mit dem Ländern habe man deshalb eine Ausbildungsoffensive für Lehrer gestartet. Dazu trage der Bund in den nächsten zehn Jahren 500 Millionen Euro bei.

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Zahl der Geringqualifizierten sinkt

Die Zahl der jungen Leute ohne Studienberechtigung oder Ausbildung in Deutschland ist in den letzten Jahren gesunken. Gleichwohl hatte im Jahr 2012 noch immer gut jeder zehnte 18- bis 24-Jährige weder einen Beruf erlernt noch eine Hochschulzulassung erworben oder eine Aus- oder Weiterbildung begonnen. Diese Zahlen teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden vor kurzem mit. Im Jahr 1999 hatte der Anteil dieser sogenannten frühen Schulabgänger noch bei 14,9 Prozent gelegen. Mit dieser Verbesserung hat Deutschland das von der Europäischen Union vorgegebene Ziel vorzeitig nahezu erreicht: Danach soll der Anteil dieser als Risikogruppe eingestuften jungen Leute mit geringen Qualifikationen bis 2020 weniger als zehn Prozent ausmachen. Der EU-Durchschnitt betrug 2012 rund 13,5 Prozent.

Die Statistik zeigt, dass es zwischen den Bundesländern erhebliche Unterschiede gibt. Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Sachsen und Thüringen erfüllten 2012 mit weniger als zehn Prozent bereits das angestrebte EU-Ziel. Bremen, Berlin, das Saarland und Nordrhein-Westfalen waren dagegen mit einem Anteil von 12,8 bis 13,3 Prozent davon noch deutlich entfernt. Mehr als jeder zweite (56 Prozent) der jungen Menschen in Deutschland, die weder Abi noch eine Ausbildung haben, war arbeitslos.

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Bewegung hilft

Wer regelmäßig Sport treibt, lernt besser

Kinderärzte warnen davor, dass Kinder darunter leiden, wenn sie vor lauter Terminen nicht zur Ruhe kommen und ihr Alltag sie belastet. Wenn zwischen Schule, Instrumentalunterricht und Nachhilfe keine freie Zeit mehr bleibt, drohen psychosomatische Beschwerden. Die Statistik zeigt, dass die entsprechenden Symptome, z. B. unklare Bauchschmerzen, Kopfweh und permanente Müdigkeit unter Kindern und Jugendlichen seit Jahren zunehmen.

Eine neue Studie zeigt jedoch, dass diese Entwicklung nicht zwangsläufig ist. Ärzte und Sportwissenschaftler aus Japan und den USA weisen darin nach, dass bereits 70 Minuten Sport täglich dazu führen, dass sich Kinder besser konzentrieren und weniger ablenken lassen. Sie können Gelerntes länger behalten und steigern ihre Genauigkeit im Vergleich zu einer Gruppe Gleichaltriger um das Doppelte. Die Forscher hatten mehr als 220 Kinder im Alter zwischen sieben und neun Jahren in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe tobte sich an 150 von 170 Tagen im Schuljahr bei kindgerechten Übungen und Ballspielen mehr als eine Stunde aus. Die andere Gruppe absolvierte einen normaln Schultag wie zuvor auch. Dass die Kinder der ersten Gruppe am Ende der Studie fitter waren als die anderen, ist kaum überraschend. Allerdings schnitten sie auch bei Konzentrationstests und anderen Aufgaben, in denen Aufmerksamkeit und Sorgfalt gefragt waren, besser ab. Zudem konnten sie besser zwischen Aufgaben wechseln. Dies deutet darauf hin, dass sie sich besser konzentrieren können und eine bessere Ausdauer haben.

Allerdings sind sich die Wissenschaftler nicht sicher, ob die kognitiven Verbesserungen der sportlichen Kinder auf das Sportprogramm selbst zurückzuführen waren oder auf das soziale Miteinander der Gruppe.

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MJeder Mensch hat ein Recht auf Liebe

Ein lesbisches Coming-out in Südafrika

Nana, eine sechzehnjährige Jugendliche, begegnet im Bus einem Mädchen, das lieber Jungs- als Mädchenschuhe trägt. Eine Frau gibt der Mutter des Mädchens den Ratschlag, sie solle bloß aufpassen, dass ihre Tochter nicht zu einer Lesbe wird. Für dieses Mädchen schreibt Nana die Geschichte ihrer Liebe zu Agnes auf, die in dem vor kurzem erschienenen Jugendroman »Nanas Liebe« von Sonwabiso Ngcowa erzählt wird.

Nana lebt gemeinsam mit ihrer Cousine bei ihrer Oma in dem Dorf Mpozisa im Ostkap. Ihre Mutter und ihre ältere Schwester Asanda sind zum Vater nach Kapstadt gezogen. Als Nana fünfzehn Jahre alt ist, zieht sie zu ihrer Familie nach Kapstadt, zu der sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. Ihre Oma verfügt nicht mehr über genügend Geld, um beide Mädchen zu versorgen.

Eine innige Liebesbeziehung

Im Township Masiphumelele lebt Nanas Familie in einer heruntergekommenen gemieteten Behausung, die eigene Hütte ist vor drei Monaten abgebrannt. Nanas Mutter arbeitet als Hilfsarbeiterin; Nanas Vater ist nicht mehr gewalttätig, seitdem er mit dem Trinken aufgehört hat. Asanda hat einen Freund und eine Anstellung in einem Hotel. In der Nachbarhütte wohnen Chino und seine Schwester Agnes, die aus Simbabwe kommen und deshalb Anfeindungen ausgesetzt sind.

Agnes unterstützt Nana bei einem Modelwettbewerb in der Schule. Asanda, die die Nähe der beiden zueinander bemerkt, weist auf einen Zeitungsartikel über einen gewalttätigen Übergriff auf eine lesbische junge Frau hin und warnt Agnes davor, ihre »Krankheit« an Nana weiterzugeben. Auch Agnes Bruder Chino lehnt das Lesbisch-Sein seiner Schwester ab. Mit Unterstützung eines befreundeten Paares können Nana und Agnes unbeobachtet zusammen sein. Diese innige Liebesbeziehung ist jedoch nicht von langer Dauer. Freunde von Chinos vergewaltigen Agnes, sie wird von Nana ins Krankenhaus begleitet.

Leserinnen und Leser erhalten durch die direkte Erzählweise schnell einen Einblick in die Lebenswelt von Nana. Lebendig wird der Roman durch zahlreiche Dialoge und häufigen Szenenwechsel. Jugendliche bekommen einen Eindruck davon, was es heißt, in Südafrika auf dem Land und im Township zu leben. Dieses erzeugt jedoch keine Distanz, da Themen aufgegriffen werden, mit denen sich auch Jugendliche in Deutschland auseinandersetzen: Es geht um Familien in schwierigen Situationen, um Einwanderung, um das Leben mit körperlichen Beeinträchtigungen und um Schönheit als Form der Selbstinszenierung.

Auch in Deutschland outen sich viele Jugendliche nicht

Die Beschreibung von Homophobie im Alltag ist sehr gut nachzuvollziehen. Dabei wird eine Vielzahl von Perspektiven unabhängig von Geschlechterzuschreibungen aufgezeigt. So gibt es beispielsweise junge Männer, die die Mädchen in ihrem Lesbisch-Sein unterstützen. Trotz der massiven Gewalt hat diese Liebesbeziehung eine Perspektive. Durch das vorangestellte Rap-Gedicht und durch die selbstbewusste Ansprache von Nana für das Recht auf Liebe gibt es eine eindeutige Haltung zu so genannten Hassverbrechen. Im Nachwort beschreibt Lutz van Dijk, der dieses Buch ins Deutsche übersetzt hat, wie Vorbehalten gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen begegnet werden kann. Dieses ist nicht nur in Südafrika ein Thema. Auch in Deutschland outen sich viele Jugendliche aus Angst vor Mobbing nicht in der Schule. Zwar ist die Mehrzahl der Jugendlichen für die eingetragene Partnerschaft. Geht es jedoch um ganz konkrete Situationen verhalten sie sich eher ablehnend. Bei dem besten Freund oder der besten Freundin kann man sich das Schwul- oder Lesbisch-Sein nicht mehr so gut vorstellen. Das Buch bietet durch die Dialogsequenzen die Möglichkeit, die Perspektiven der lesbischen Mädchen, die der unterstützenden, aber auch die der ablehnenden Menschen aufzugreifen. Der heterosexuell lebende Autor des Buches, Sonwabiso Ngcowa, wurde in Mpozisa geboren und ist im Township Masiphumelele aufgewachsen. Bei der Bearbeitung des Buches im Unterricht kann die Frage aufgegriffen werden, wieso der Autor gerade dieses Thema ausgewählt hat. Aus dem Begleittext im Buch erfahren die Leserin bzw. der Leser, dass Südafrika weltweit als erster Staat in der Verfassung Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verbietet. Trotzdem kommt es im Alltag zu massiven Übergriffen auf lesbische, schwule und transgeschlechtliche Menschen. Anknüpfend an die Geschichte von Nana und Agnes kann die Situation in anderen afrikanischen Staaten, die sehr restriktive rechtliche Regelungen bis hin zur Todesstrafe für gleichgeschlechtliche Lebensweisen haben, unter den Aspekten Menschenrechtsbildung und Zivilcourage vertieft werden.

Sonwabiso Ngcowa: Nanas Liebe Peter Hammer Verlag: Wuppertal 2014 188 S. | ISBN 978-3-7795-0499-3 | € 15, 90

Dieses Buch ist für Jugendliche ab 13 Jahren geeignet.
Beate Proll leitet die Abteilung Beratung – Vielfalt, Gesundheit und Prävention am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg. E-Mail: beate.proll(at)li-hamburg.de

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Niedersachsen: Verbände fordern Landeszentrale für Politische Bildung

In Niedersachsen fordern mehrere Verbände, dass die Landesregierung wieder eine neue Landeszen­trale für Politische Bildung einrichtet. Diese Einrichtung war im Jahr 2004 vom damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff abgeschafft worden. Seitdem ist Niedersachsen das einzige Bundesland ohne eine Landeszentrale für Politische Bildung. Vertreter des Geschichtslehrerverbandes, der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung und des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge forderten nun zum wiederholten Mal die Wiedereinrichtung.

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Wettbewerb FrancoMusiques

Das Institut français Deutschland, das französische Musikexportbüro bureauexport und der Cornelsen Verlag haben auch in diesem Schuljahr wieder den Wettbewerb »FrancoMusique« ausgeschrieben. Jugendliche und ihre Französischlehrkräfte sind aufgerufen, ein eigenes Lied in französischer Sprache zu komponieren, zu texten und zu singen. Auf die drei Gewinnerteams warten Geldpreise im Wert von insgesamt 2 000 Euro für die Klassen- oder Kurskasse. Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II sowie berufsbildenden Schulen in Deutschland. Einen Sonderpreis vergibt das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) für eine Schülerproduktion, die aus einer Zusammenarbeit mit der französischen Partnerklasse hervorgeht.

Gefragt sind sowohl Gemeinschaftsprojekte in der Klasse als auch Einzelbeiträge – jeder kann beim Musik-Wettbewerb mitmachen und seiner Kreativität freien Lauf lassen. Eine französisch-deutsche Jury bewertet und prämiert die Einsendungen. Einsendeschluss für die Beiträge ist der 31. Januar 2015. Die Beiträge können ausschließlich online unter www.cornelsen.de/francomusiques eingereicht werden. Das Mitmachen lohnt sich, denn nicht nur die Gewinnerteams können auf sich aufmerksam machen. Besonders einfallsreiche Lieder schaffen es manchmal sogar ins Französischschulbuch: In den Bänden 1 und 4 des Lehrwerks À toi finden sich beispielsweise die Beiträge »Salut ça va?« und »L’amitié franco-allemande« wieder.

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Glücksspielsucht bedroht jedes 20. Kind

In Nordrhein-Westfalen haben rund 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen Erfahrungen mit gewinnbasierten Glücksspielen gemacht. Dies zeigt eine neue Studie der Universität Mainz. Mehr als fünf Prozent der Befragten zeigten Merkmale für eine Glücksspielsucht oder zumindest eine starke Gefährdung damit. Gewinnbasierte Glücksspiele sind in Deutschland für Minderjährige verboten.

Die Forscherinnen und Forscher hatten im Auftrag des NRW-Gesundheitsministeriums rund 6 000 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass Geldspielautomaten und internetbasierte Glücksspiele besonders reizvoll und damit auch besonders gefährlich für Jugendliche sind. Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) forderte, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig über die Risiken des Glücksspielens aufgeklärt werden müssen. Hierbei seien Elternhaus und Schule besonders gefordert. Das Land habe Maßnahmen bereits verstärkt. Im Auftrag habe die Schwerpunktberatungsstelle zu Glücksspielsucht in Herford den Material- und Methodenkoffer »Glüxxbox« entwickelt. Außerdem werde die Präventionsarbeit der Suchtberatungsstellen erweitert. Zudem gibt es die Broschüre »Konsum von Glücksspielen bei Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen« (Bezug unter https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de)

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Schulleiter von Gymnasien fordern bundesweites Zentralabitur

Die Bundesdirektorenkonferenz, der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter an Gymnasien, fordert die Einführung eines bundesweiten Zentralabiturs. Ihrer Ansicht nach reicht die von den Kultusministern beschlossene Angleichung der Abiturprüfungen in den Ländern über einen Aufgaben-Pool nicht aus, sondern sei ein »Etikettenschwindel«. Nötig sei ein Zentralabitur mit denselben Aufgaben am selben Tag.

Der Sprecher der Kultusminister der unionsregierten Länder, Bayerns Bildungsminister Ludwig Spaen­le (CSU), wies die Forderung der Schulleiter zurück, da seiner Meinung nach ein bundesweites Zen­tralabitur leicht zum »Abitur light« werden könne. Auch die amtierende KMK-Präsidentin, Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), sprach sich gegen ein bundesweites Zentralabitur aus. Beide Politiker halten es auch wegen unterschiedlicher Ferientermine für nicht umsetzbar.

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Unterrichtsideen zur Ganztagsschule gesucht

Erst die Hälfte aller Schulen hat bundesweit auf Ganztagsunterricht umgestellt. Für einen breiteren Ausbau der Ganztagsschule fehlen oft noch Konzepte, geschultes Personal und die richtige Ausstattung an Schulen. Um Beispiel zu geben, wie sich Unterricht mit Nachmittagsangeboten zur Lernunterstützung und Freizeitgestaltung verbinden lässt, zeichnet die Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen gelungenen Ganztagsunterricht aus. Mit 12 000 Euro fördert sie Ideen zur pädagogischen Gestaltung des Ganztagsbetriebs. Ob Primar- oder Sekundarstufe, ob ein gebundenes, teilgebundenes oder offenes Modell: Gesucht sind wirkungsvolle Ideen, um Unterricht, Übungs- und Studienzeiten, Sport und Pausenangebote im Tagesablauf sinnvoll zusammenzuführen. Ansätze für die Gestaltung der Ganztagsschule können ein Jahr lang eingereicht werden. Einsendeschluss ist der 15. Oktober 2015. Teilnehmen können Lehrkräfte aller Schulformen. Für Referendarinnen und Referendare ist ein Sonderpreis ausgeschrieben. Weitere Informationen sind unter www.cornelsen-stiftungspreis.de zu finden.

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Unter Genossen

Schüler lernen demokratisches und nachhaltiges Wirtschaften

Rund 3 000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland betätigen sich derzeit in 135 Schülergenossenschaften. Sie handeln mit Transfer-Produkten oder mit Pausenhofbedarf, produzieren Honig, Apfelsaft und Metallgrills, bieten Catering, PC-Beratung für Senioren oder die Gestaltung von Webseiten an. Sie entwickeln Geschäftsideen, erproben sie in der Praxis und lernen dabei, demokratisch und nachhaltig zu wirtschaften. Denn in ihrem wichtigsten Gremium, der Mitgliederversammlung, haben alle Schüler(innen) eine Stimme und sind Miteigentümer und Arbeitnehmer zugleich. Zudem orientieren Schülergenossenschaften ihr »Produkt« und ihr Geschäftskonzept an ökologischer, sozialer und ökonomischer Verträglichkeit.

Vor genau zehn Jahren startete das wissenschaftliche Transferprojekt »Geno@school« (Genossenschaft an der Schule) an der Frankfurt University of Applied Sciences. Damals initiierte Prof. Dr. Nicole Göler von Ravensburg das Projekt für den Sekundarbereich allgemein- und berufsbildender Schulen und begleitete anfangs Gründungsinitiativen von Genossenschaftsverbänden in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg; mittlerweile haben die Verbände die Umsetzung vollständig übernommen und die Hochschullehrerin erforscht die Effekte des genossenschaftlichen Konzepts. Je nach Region werden die Schüler(innen) von einem Genossenschaftsverband, vom Netzwerk Nachhaltige Schülerfirmen oder der Stiftung Partner für Schule in Nordrhein-Westfalen unterstützt.

Göler von Ravensburg erklärt, dass die Schülergenossenschaften darauf abzielen, das Demokratieverständnis der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Die jungen Menschen würden für wirtschaftliches Denken sensibilisiert und entwickelten ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit.

In der Regel arbeiten die Schülerinnen und Schüler in den Genossenschaften fächer- und stufenübergreifend zusammen; die Dauer der Beteiligung reicht von einem bis zu sechs Jahren. Auch der zeitliche Aufwand für die Projekte ist unterschiedlich und kann bis zu einem ganzen Tag pro Woche betragen; ebenso unterscheidet sich die organisatorische Einbindung: in den Schulunterricht oder als schulische Arbeitsgemeinschaft (AG). Die Lehrer übernehmen dabei eine Coaching-Rolle und nicht die des Wissensvermittlers, denn die treibende Kraft sind die Schüler selbst. Es habe sich gezeigt, dass der Erfolg von Schülergenossenschaften maßgeblich auf guter Betreuung und Kontinuität beruhe. Diese sei bei der Anbindung an den Unterricht besser, weil die Lehrer das Erreichen der gesetzten Ziele erfolgreicher steuern könnten.

Positiv wirkt sich aus, wenn eine lokale Genossenschaft eine Partnerschaft mit der Schülergenossenschaft eingeht. Die Partnergenossenschaften beraten die Schülerinnen und Schüler, wie sie ein Produkt auf den Markt bringen, und nehmen sie auf Regionalmessen oder zu Aufsichtsratssitzungen mit. Jedes Jahr werden die Schülergenossenschaften durch Mitarbeiter des Genossenschaftsverbands auf die Einhaltung der genossenschaftlichen Idee und den Erfolg des Geschäftskonzeptes geprüft. Der möglicherweise erwirtschaftete Gewinn der Schülergenossenschaften verbleibt an der Schule.

Weitere Infos zum Projekt sind unter www.genoatschool.de zu finden.

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Zahl der Hochschulabschlüsse steigt erneut

Die Zahl der Hochschulabschlüsse in Deutschland ist im zwölften Jahr in Folge gestiegen. Im Jahr 2013 haben rund 436 400 Männer und Frauen 2013 eine Abschlussprüfung erfolgreich abgelegt. Damit lag die Zahl nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um sechs Prozent höher als im Vorjahr.

Auch im Jahr 2013 waren die Mehrzahl der Hochschulabsolventen wieder Frauen (221 587). Dieser Trend hat bereits 2006 eingesetzt. 41 300 Absolventen hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit. Fast die Hälfte der Absolventen (47,5 Prozent) erwarb einen Bachelorabschluss, gefolgt vom Master (18,0 Prozent) und den traditionellen universitären Abschlüssen wie Diplom (14,7 Prozent). 6,3 Prozent schlossen eine Promotion ab. Einen herkömmlichen Fachhochschulabschluss erreichten 4,0 Prozent. Da die Studenten mit Masterabschluss zuvor bereits einen Bachelor abgelegt hatten, nimmt die Zahl der Akademiker nicht zu – es fließen aber beide Abschlüsse in die Statistik ein.

Eine Lehramtsprüfung per Bachelor, Master oder Staatsexamen absolvierten 9,5 Prozent. Rund ein Drittel der Examen wurde in der Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften abgelegt. Fast jeder Fünfte schloss ein Studium in den Ingenieurwissenschaften ab.

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Vorerst keine neuen G9-Gymnasien in Baden-Württemberg

Die baden-württembergische Landesregierung hat entschieden, dass es zumindest bis 2016 keine weiteren neunjährigen Gymnasien (G9) geben wird. Damit bleibt es in dieser Legislaturperiode bei maximal 44 sogenannten »Versuchsschulen«. Mit der Entscheidung wurde ein Streit zwischen den beiden Regierungsparteien beigelegt. Die SPD-Fraktion hatte auch aufgrund der großen Nachfrage auf eine Ausweitung auf 120 Schulen gedrungen, während die Grünen die Zahl der Versuchsschulen nicht ausweiten wollten. Für das neue Jahr kündigt Kultusminister Andreas Stoch (SPD) eine umfassende Beurteilung der Arbeit an den 44 bestehenden G9-Gymnasien an. Auch werde es eine Qualitätsoffensive für das Turboabi (G8) geben.

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Schwerin gibt Privatschulen mehr Geld

Das Land Mecklenburg-Vorpommern gewährt den 76 Privatschulen künftig mehr Geld. Sie können mit zusätzlich 1,7 Millionen Euro im Jahr rechnen. Überdies müssen die Schulen ihre Personalkosten nicht mehr detailliert nachweisen. Vielmehr wird ein fester Satz je Schüler eingeführt, so dass der Verwaltungsaufwand für die Schulträger sinkt. Auch die privaten Berufsschulen werden künftig besser gestellt: Ihre Fördersätze werden von 50 auf 80 Prozent erhöht, wenn sie junge Leute in stark nachgefragten Pflegeberufen ausbilden. Mit den Beschlüssen der Landesregierung wird die geltende Privatschulverordnung aus dem Jahr 2013 hinfällig, gegen die die Freien Schulen Klage eingereicht hatten.

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Jugendstudie: Familie ist das Wichtigste

Eine neue Studie zeigt: Für die meisten Kinder in Deutschland ist ihre Familie das Wichtigste im Leben. Sie fühlen sich selbst dann nicht zu kurz gekommen, wenn beide Eltern berufstätig sind. Der vor kurzem veröffentlichte »Kinderwertemonitor«, den das Kinderhilfswerk Unicef zusammen it der Zeitschrift »Geolino« durchgeführt hat, zeigt, dass rund drei Viertel der Mädchen und Jungen von 6 bis 14 Jahren Familie und Freundschaften »sehr wichtig« finden. Nur für rund ein Fünftel gilt dies auch für Geld und andere Besitztümer.

Die Kinder und Jugendlichen sind mit ihrer Familie rundum zufrieden. Nur vier Prozent der Kinder finden, dass ihre Eltern zu wenig Zeit mit ihnen verbringen. Allerdings leiden berufstätige Mütter und Väter stärker unter der knappen gemeinsamen Zeit als ihre Kinder. Auch deswegen würden sich Eltern in der Regel auch dann Zeit für ihre Kinder nehmen, wenn sie voll arbeiteten, und stattdessen z. B. lieber auf Schlaf verzichten.

Insbesondere bei den Vätern hat sich die Situation im Vergleich zu 2006 verändert: Die Zeit mit ihren Kindern bedeutet ihnen heute deutlich mehr. Im Vergleich zur vorangegangenen repräsentativen Befragung von 2010 sind für die Kinder und Jugendlichen selbst die Werte Bildung, Mut, Toleranz, aber auch Gute Manieren und Umweltschutz wichtiger geworden.

Die Ergebnisse sind im Internet unter http://www.unicef.de/presse/2014/kinder-legen-wert-auf-werte/56986 zu finden.

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Nachhaltig entwickelt

Positive Bilanz zum Abschluss des Programms »Bildung für nachhaltige Entwicklung«

Das UN-Dekadenprogramm »Bildung für nachhaltige Entwicklung«, das mit Ablauf des Jahres 2014 abgeschlossen wurde, war nach Einschätzung der beteiligten Bildungsakteure ein Erfolg. Im Rahmen des Programms seien im vergangenen Jahrzehnt viele Initiativen und Aktionen gegründet worden, um Wissen und Kompetenzen zum Thema nachhaltige und umweltgerechte Entwicklung zu verbreiten, stellten sie auf einer abschließenden Expertenkonferenz fest. Bildung für nachhaltige Entwicklung sei in Deutschland »kein Nischenkonzept« mehr. Insgesamt waren im Zeitraum von 2005 bis 2014 rund 2 000 Einzelprojekte entwickelt worden. Nach Ansicht von Walter Hirche, dem Präsidenten der Deutschen Unesco-Kommission, geht es nun es um die Verstetigung der Projekte, die Entwicklung neuer Initiativen sowie die Verankerung von zentralen Inhalten in den Lern- und Ausbildungsplänen.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) bilanzierte, dass in den vergangenen zehn Jahren entscheidende Schritte zu einer konsequenten Nachhaltigkeitsstrategie gemacht worden seien. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Sylvia Löhrmann (Grüne) erklärte, die Bildung für nachhaltige Entwicklung werde weiter eine zentrale bildungspolitische Aufgabe bleiben.

Der Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) forderte, künftig sollten alle betroffenen Bundesministerien und die Kultusministerkonferenz zum Thema Bildung für Nachhaltigkeit an einem Tisch sitzen.

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Bundeselternrat fordert mehr Gesundheitserziehung in der Schule

Der Bundeselternrat, die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in Deutschland, fordert die Bildungspolitik auf, dem Thema Gesundheit in der Schule ein größeres Gewicht zu verleihen. Insbesondere die psychische Gesundheit der Schüler(innen) und Lehrkräfte sollte stärker gefördert werden als bisher, da sie für den Bildungserfolg mitent­scheidend sei. Im Einzelnen fordert der Bundeselternrat:

  • die Partizipation aller an Schule Beteiligten bei allen die Gesundheit in der Schule betreffenden Entscheidungen,
  • eine Stärkung der psychischen Gesundheit von Schüler(inne)n und Lehrkräften,
  • Bewegungförderung im alltäglichen Unterricht,
  • dass Schülerinnen und Schüler jederzeit trinken dürfen sowie eine kostenlose Versorgung mit Trinkwasser,
  • gemeinsames Kochen und Essen im Rahmen des Unterrichts,
  • dass Schulessen altersgerecht zubereitet, in ansprechender Umgebung dargereicht und gemeinsam verzehrt wird,
  • bundeseinheitliche Qualitätsstandards (der Deutschen Gesellschaft für Ernährung) für Schulverpflegung,
  • eine reduzierte Mehrwertsteuer auf Schulessen,
  • eine dauerhafte, regelmäßige und fächerübergreifende Einbindung von nachhaltigen Gesundheitskonzepten (für Ernährung, Bewegung und psychische Gesundheit) in den Schulalltag,
  • die curriculare Verankerung des Themas Gesundheit auch in der Lehreraus- und -fortbildung.

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Erich-Hylla-Preis für Cornelia von Ilsemann

Der Erich-Hylla-Preis wird vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung« (DIPF) in Frankfurt/M. und von der Gesellschaft zur Förderung der Pädagogischen Forschung vergeben. Geehrt werden Persönlichkeiten, die im Kooperationsfeld von Bildungsforschung, Administration und Politik hervorragende Leistungen erbracht haben. Geehrt wurde 2014 Cornelia von Ilsemann, die viele Jahre in leitenden Funktionen in den Schulministerien der Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie als Vorsitzende des Schulausschusses der KMK tätig war.

Hamburg

Einer überregionalen pädagogischen Öffentlichkeit wurde Cornelia von Ilsemann Anfang der 1990er Jahre bekannt. Hintergrund war die Entwicklung der »Profiloberstufe«, eines Reformmodells für die gymnasiale Oberstufe. Die Entwicklungsarbeit wurde wissenschaftlich begleitet von den Hamburger Erziehungswissenschaftlern Bastian, Combe und Gudjons. Bereits am Anfang ihrer Arbeit stand also die Entwicklung von Schule in enger Kooperation mit erziehungswissenschaftlichen Akteuren. Damit erwarb sich Cornelia von Ilsemann zunächst den weit über Hamburg hinausgehenden Ruf einer Oberstufen-Reformerin. Den Bemühungen, sie in die Schulbehörde zu »locken«, stand sie zunächst reserviert gegenüber; nach zwanzigjähriger Tätigkeit als Lehrerin hat sie diesen Schritt dann aber doch getan. In ihrer Zeit als Leiterin der Abteilung »Entwicklung und Gestaltung des Schulwesens« von 1996 bis 2002 hat sie etliche schulnahe Forschungsprojekte auf den Weg gebracht, so die wissenschaftliche Begleitung von Integrationsklassen durch Schley und Schuck oder die Analyse unterschiedlicher Zeugnisformate durch Lütgert und Tillmann. Der kritische Blick der Forschung, auch wenn er unbequeme Ergebnisse brachte, war für sie ein selbstverständlicher Teil dieser Kooperation.

Bremen

Von 2003 bis 2014 war Cornelia von Ilsemann in der Bremer Schulbehörde tätig, seit 2005 als Abteilungsleiterin Bildung. Die Verknüpfung von Schulentwicklung mit wissenschaftlich begleiteten Modellprojekten hat sie in Bremen fortgesetzt: So in dem von Olaf Köller begleiteten Projekt »Schulen machen sich stark«, im Sommercamp, begleitet von Jürgen Baumert und Petra Stanat, in der Umsetzung der Inklusion, beraten von Ulf-Preuss-Lausitz und Klaus Klemm.

Darüber hinaus ging es Cornelia von Ilsemann um eine systematische Qualitätsverbesserung des Bremer Schulwesens. Hierzu hat sie ein System der Qualitätsentwicklung ausgearbeitet, das eine qualitative Evaluation durch externe Schulbeobachter und die anschließenden Zielvereinbarungen zwischen Schule und Schulaufsicht erprobt hat: Fachleute, die durch theoretische Kompetenz und umfassende pädagogische Praxis ausgewiesen sind, besuchen mehrere Tage eine Schule und geben der Schule dann eine Rückmeldung, die Anknüpfungspunkte für Entwicklungsarbeit aufweisen soll. Berichtet wird, dass dieses Verfahren bei den Lehrkräften auf überraschend hohe Akzeptanz gestoßen ist. Angesichts der äußerst bescheidenen Effekte quantitativer Datenrückmeldungen sollte uns das aufhorchen lassen.

Schulausschuss der KMK

Als besonders erwähnenswerte überregionale Aktivität hebt das Preiskomitee die Tätigkeit im Schulausschuss der Kultusministerkonferenz von 2009 bis 2013 hervor. In der Leitungszeit von Cornelia von Ilsemann wurden u. a. Regelungen zur wechselseitigen Anerkennung von Lehramtsabschlüssen beschlossen. Ein Grundsatzpapier zur Entwicklung einer inklusiven Schule wurde ebenso erstellt wie Bildungsstandards für das Abitur. Dabei wurde die Arbeit der KMK stärker als zuvor auf den wissenschaftlichen Erkenntnisstand bezogen. Deshalb haben u. a. Jürgen Baumert und Eckhard Klieme im Ausschuss vorgetragen. Und die Bildungsstandards für das Abitur sind in dreijähriger Arbeit in enger Kooperation mit Petra Stanat (für das IQB) erstellt worden. Wer in den letzten 15 Jahren mit Cornelia von Ilsemann zu tun hatte, hat sie in der Rolle einer klugen, differenziert denkenden, gegenüber der Erziehungswissenschaft aufgeschlossenen Bildungsadministratorin wahrgenommen: eine Frau mit pädagogischer Sensibilität und großer kommunikativer Kompetenz bei gleichzeitiger hoher Durchsetzungsfähigkeit.

Dass dies nicht immer »glatt« ging, zeigt eine biographische Notiz. 2002 geriet die Hamburger Abteilungsleiterin von Ilsemann mit der Politik ihrer Hausspitze so in Konflikt, dass ihr eine weitere Arbeit in dieser Position unmöglich schien. Damals ließ sie sich für acht Monate unbezahlt beurlauben und und reiste nach Schweden und Kanada, um sich dort die PISA-Siegerschulen anzuschauen. Dies zeigt, dass Grundüberzeugungen auch für leitende Bildungsbeamte eine Orientierungsfunktion haben – und dass die eigene Arbeit nur dann befriedigen kann, wenn man in Übereinstimmung mit seinem eigenen »Kompass« arbeiten darf. Was es bedeutet, in solchen Konfliktsituationen einen »aufrechten Gang« zu bewahren – auch das hat Cornelia von Ilsemann beispielhaft gezeigt. Johannes Bastian auf Basis der Laudatio von Klaus Jürgen Tillmann

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Materialien

Das Gehirn lernt immer

Egal ob mathematische Formeln, Grammatikregeln oder Französischvokabeln – gerade für Kinder und Jugendliche gilt das Lernen in der Schule manchmal als sauere Pflicht. »Nur wenn man es falsch macht und Lernen mit Pauken verwechselt«, sagt Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psy­chiatrie und Psychotherapie am Ulmer Universitätsklinikum und Leiter des ZNL-TransferZentrums für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm. Der renommierte Hirnforscher entschlüsselt, was beim Lernen im Gehirn passiert und entwickelt zusammen mit Psychologen und Pädagogen Strategien, die den Lernprozess optimieren. Was geschieht bei der Informationsverarbeitung im Gehirn? Wie können Emotionen und Bewegungen den Lernprozesse beeinflussen? Und warum sollen Kinder direkt nach dem Vokabeltraining lieber auf das Fernsehen verzichten? In dem 45-minütigen Film »Das Gehirn lernt immer. Hirnforschung und Schule« von Paul Schwarz, der in enger Zusammenarbeit mit Prof. Manfred Spitzer produziert wurde, gibt es Antworten aus der Unterrichtspraxis unterschiedlicher Schulen in Deutschland. Die DVD enthält überdies 45 Minuten Bonusmaterial: zu neurowissenschaftlichen Grundlagen, Heterogenität und individuellem Lernen sowie Lehr- und Lernstrategien. Die DVD kann inkl. Inlay und Booklet zum Preis von 25,– Euro beim TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen unter info(at)znl-ulm.de bestellt werden.

Abitur im eigenen Takt

Nach der Einführung von G8 kehren viele Bundesländer wieder zu G9 zurück oder bieten beide Modelle parallel an. Zuletzt hat Bayern angekündigt, den Weg zurück zum G9 einschlagen zu wollen. Die jetzige Diskussion um G8 und G9 ist jedoch gefangen in falschen Alternativen: Zwischen einem Zurück und einem Weiter so. Vier Gymnasien in Baden-Württemberg schlagen einen anderen Weg vor: Das Projekt »Abitur im eigenen Takt« – als »SchulLabor« von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert – soll die Oberstufe flexibilisieren und die Wahl zwischen G8 und G9 den Schülern überlassen (vgl. auch PÄDAGOGIK 5/2014). Mithilfe eines Modulsystems entscheiden sie selbst, wie viel Zeit sie für die Oberstufe benötigen; Praktika und Auslandsaufenthalte werden einbezogen. Vorbild dabei war die Oberstufenschule in Finnland. Das vor kurzem erschienene Buch »Abitur im eigenen Takt. Die flexible Oberstufe zwischen G8 und G9« fasst die Ergebnisse des Projekts zusammen und bietet einen fundierten Überblick zu diesem neuen Konzept, das in Zukunft grundsätzlich allen Bundesländern offensteht, sofern die Kultusministerkonferenz den Schulversuch genehmigt. Das von Friedemann Stöffler und Matthias Förtsch herausgegebene und im Beltz Verlag erschienene Buch hat sich nicht nur zum Ziel gesetzt, die Idee und das Konzept einer flexibilisierten Oberstufe darzustellen, den bildungspolitischen Kontext in Deutschland zu erklären und Unterstützer für die Idee zu gewinnen, sondern auch den politischen Prozess bis zur Genehmigung zu erläutern und zu initiieren. Es ist zum Preis von 16,95 Euro im Buchhandel zu beziehen (ISBN 978-3-407-25717-8).

Faszination Medien

Über dreieinhalb Stunden täglich nutzen die 14- bis 29-Jährigen das Internet. Via PC, Laptop oder Smartphone schauen sie Filme, sehen fern, chatten und vernetzen sich in sozialen Medien. Eine tiefgreifende Medienkompetenz ist deshalb für Heranwachsende wichtiger denn je. Dazu zählen neben grundsätzlichem Wissen auch Kritikfähigkeit und ein Reflektieren des eigenen Umgangs mit Medien. Zu diesen Themen ist von der Bundeszentrale für politische Bildung die interaktive und multimediale Lern-DVD »FaMe – Faszination Medien« entwickelt worden. Sie richtet sich an Schüler ab der 8. Klasse. Das Material vermittelt grundsätzliche Medienkenntnisse und motiviert zur Auseinandersetzung mit Computerspielen und Communities, mit Fernsehnachrichten und Filmen, mit Videos und Reality-TV. Parallel bereitet die DVD-ROM gesellschaftliche Diskurse zu Medienthemen wie Gewalt, Sexualität und Intimität, Fremd- und Selbstinszenierung auf und fördert die Entwicklung eigener Haltungen dazu. Mit mehr als 180 Medienbeispielen und Experteninterviews, Filmausschnitten und Fotomaterial werden anschaulich relevante Phänomene der digitalen Medienwelt aufgegriffen und erklärt. Die DVD ist gegen eine Bereitstellungspausche in Höhe von 7,- € bei der bpb Bundeszentrale für politische Bildung/bpb erhältlich: www.bpb.de/shop.

Schnell Tippen lernen

Der Computer ist heutzutage aus dem Schul- und Berufsalltag nicht mehr wegzudenken. Um so wichtiger ist, ihn auch bedienen zu können, und zwar mit allen zehn Fingern. Das geht schneller und spart deswegen viel Zeit. Mit dem Lernprogramm »Goldfinger 9« erlernen sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene im Handumdrehen die fehlerfreie und effiziente Anwendung des Zehnfingersystems. Der in den vergangenen Jahren immer weiter entwickelte Tipp-Trainer auf CD-ROM vermittelt anhand von 27 übersichtlich strukturierten und gut verständlichen Lektionen das Tippen auf der PC-Tastatur. Vier unterhaltsame Lernspiele, die sich dem individuellen Lernfortschritt anpassen, sowie zahlreiche Diktate aus literarischen Texten, aktuellen News-Feeds oder selbst aufgenommenen Texten sorgen für eine kurzweilige und abwechslungsreiche Vertiefung des Gelernten. Ausführliche Lernstatistiken, Prüfungssimulationen und Fehleranalysen zu jedem einzelnen Finger führen schnell und effektiv ans gewünschte Ziel – die perfekte Beherrschung der deutschen bzw. Schweizer Tastatur. In Version 9 wurde eine zusätzliche Lektion zum Ziffernblock ergänzt, die Übungslänge sowie Farben und Schriftarten sind individuell einstellbar und die Lektionen können unterbrochen werden. Das Programm ist auch als Netzwerklizenz für Schulen und andere Einrichtungen erhältlich und kann zum Preis von 15,99 im Fachhandel bezogen werden.

Hilfen für den Besuch im Museum

Bei den kühleren Temperaturen im Herbst und Winter sind Museen beliebte Ziele bei der Planung von Ausflügen. Aber ein Museumsbesuch mit einer Schulklasse wird erst dann zu einem Bildugnserlebnis, wenn er gut geplant wird. Dabei hilft das vor kurzem im Wochenschau Verlag erschienene »Handbuch Museumspädagogik«. Es richtet sich sowohl an Lehrer, Erzieher und Erwachsenenbildner als auch an Museumsführer und pädagogische Leiter in Museen – an Profis und Einsteiger. Neben Hintergrundinformationen über den Bildungsauftrag von Museen oder Entwicklungen und Tendenzen in der Museumspädagogik werden konkrete Methoden erklärt und praktische Hilfen gegeben. Das von Alfred Czeck, Josef Kirmeier und Brigitte Sgoff herausgegebene Buch ist zum Preis von 49,80 Euro im Buchhandel zu beziehen (ISBN 978-3-89974-886-4).

Fragen an die Pädagogik – und Antworten

Die Pädagogik ist eine inzwischen weit aufgespreizte Disziplin, die mit komplexen Methoden und Theorien eine Vielzahl gesellschaftlich relevanter Probleme und Fragen bearbeitet. Die Erwartung vieler Bürger und vor allem Eltern, dass die Pädagogik Antworten auf zentrale Fragen findet, ist groß. Schon seit längerem ringt sie daher um eine Standortbestimmung und sucht Positionen innerhalb der eigenen Disziplin zu klären. Vielen, die mit Pädagogik zu tun haben oder sich dafür interessieren, fällt es deshalb schwer, hier noch einen Überblick zu behalten. Das vor kurzem erschienene Buch »Fragen an die Pädagogik« will das teils undurchsichtige Dickicht von offenen Fragen und Positionen ein wenig lichten. Die Herausgeber Sabine Maschke und Ludwig Stecher haben dazu 19 namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Antworten gebeten z. B. zu folgenden Fragen:

  • Was zeichnet einen guten Pädagogen/eine gute Pädagogin aus?
  • In welche Richtung entwickelt sich die Jugend?
  • Wie verändern Medien die Kindheit?
  • Wie soll die Pädagogik sozialer Ungleichheit begegnen?
  • Wie sieht die Schule der Zukunft aus?
  • Was bedeuten die demografischen Umbrüche für die Pädagogik?

Das Buch richtet sich an Lehramtsstudierende, Referendare, Lehrerinnen und Lehrer, die Anstöße zur Reflexion ihrer pädagogischen Aufgaben und zu den aktuellen Herausforderungen in Schule und Unterricht suchen. Es ist zum Preis von 22,95 Euro im Buchhandel zu beziehen (ISBN 978-3-7800-4813-4).

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Termine

Seminare für Führungskräfte

Die Deutsche Akademie für Pädagogische Führungskräfte (DAPF) der Technischen Universität Dortmund veranstaltet in den nächsten Monaten eine Reihe von Seminaren und Workshops für Schulleitungen, darunter welche zu Themen wie »Schulentwicklung durch Personalentwicklung«, »Praktische Übungen zum Feedback«, »Leitung inklusiver Schulen«. Die Themen richten sich an (stellvertretende) Schulleiterinnen und Schulleiter, Schulleitungsmitglieder sowie Lehrerinnen und Lehrer mit Interesse an Leitungsaufgaben. Hier zwei Beispiele:

  • 14.01.2015: Gesprächstechniken im schulischen Führungshandeln. Dozent: Ernst Jünke. Teilnahmeentgelt: 145,– Euro
  • 11.02.2015: Führen mit Zielen. Dozent: Harald Willert. Teilnahmeentgelt: 145,– Euro

Das komplette Fortbildungsprogramm mit Hinweisen zu den Inhalten sowie zur Organisation und Anmeldung zum Download ist unter www.dapf.tu-dortmund.de zu finden.

Jahresinhaltsverzeichnis

Alle Beiträge aus dem PÄDAGOGIK-Jahrgang 2014
Download (PDF)

Basiskompetenzen für den Unterricht
Einführung und 1. Folge

Frank Nix

Den Unterricht sachdienlich strukturieren und moderieren

Die neue Serie zu »Basiskompetenzen für den Unterricht« beginnt mit Anregungen zur Strukturierung und Moderation von Unterricht. Alltagserfahrung und Befunde der Unterrichtsforschung zeigen, dass eine gute Strukturierung von hoher Bedeutung für den Erfolg von Unterricht ist. Was sind Strukturelemente im Unterricht? Wie kann ich die didaktische Struktur transparent machen? Was hilft bei einer effektiven Moderation des Prozesses? Wie kann ich ein möglichst ungestörtes Lernen ermöglichen?

Brauchen wir schulinterne Curricula?

Sinn und Zweck der Erarbeitung von schulinternen Curricula wird in Schulen nicht selten kontrovers diskutiert. So fragen Kritiker, ob der Arbeitsaufwand in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen steht, warum zentrale Curricula nicht ausreichen und wieso das Rad an jeder Schule neu erfunden werden muss. Befürworter verweisen auf die Bedeutung für die Verständigung im Kollegium. Hilfreich sind sie auch für die Information von Schülern, Eltern und neuen Kolleg(inn)en über Besonderheiten von Lernwegen und Schwerpunktsetzungen. Vielleicht kann ein Einblick in die Argumentation bei einer Klärung innerhalb der Schule helfen.

Manuela Köninger

Aufgaben gut gestalten

Die Gestaltung von Aufgaben erfährt in den letzten Jahren besondere Aufmerksamkeit. Aufgaben sind das Angebot der Lehrenden, das die Lernenden für die Gestaltung ihrer Lernprozesse nutzen. Dementsprechend wird gefragt, wie diese Angebote so gestaltet werden können, dass sie eine gute (Selbst-)Gestaltung des Lernprozesses ermöglichen. Welche Kriterien gelten für eine gelungene Aufgabenauswahl? Wie kann ich Aufgaben kriterienorientiert gestalten? Wie kann eine gute Aufgabenkultur an einer Schule entwickelt werden? Dabei geht es sowohl um allgemeine als auch um fachdidaktische Zugänge.

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