1´13Praxishilfen Lehreralltag

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Vorgestellt werden Anregungen u.a. zur Stressbewältigung, zur Einrichtung von Lehrerarbeitsplätzen, zur Verbesserung der Zeitnutzung, zur Gestaltung einer leisen Schule und zur Erleichterung von Aufsatzkorrekturen.

Die Anforderungen an den Lehrerberuf sind komplex. Hilfen zur Bewältigung der Anforderungen werden dringend gesucht. Was aber ist hilfreich?

Die Praxishilfen dieses Heftes orientieren sich an Handlungsmöglichkeiten: Sie fragen nach Möglichkeiten zur Veränderung der Anforderungen, und sie fragen nach Möglichkeiten zur Veränderung der eigenen Haltung.

Vorgestellt werden Anregungen

  • zur Bewältigung von Stress und zur Entwicklung von Gelassenheit;
  • zur Einrichtung von Lehrerarbeitsplätzen in der Schule;
  • zur Verbesserung des Zeit-Managements – insbesondere für Referendare;
  • zur Gestaltung einer leisen Schule;
  • zur Entwicklung von Achtsamkeit gegenüber eigenen Verhaltensmustern;
  • zur Nutzung von hilfreichen Apps;
  • zur Erleichterung von Aufsatzkorrekturen.

Die Beiträge zeigen eine Vielfalt von Anregungen; sie zeigen, wie sich die Anforderungen besser bewältigen lassen und wie die Einstellungen dazu verändert werden können. Dabei wird deutlich, dass schon geringfügige Änderungen zu Erleichterungen führen können, die um ein Vielfaches größer sind als die dafür eingesetzte Energie.

Johannes Bastian

Den Alltag erleichtern

Kleine und große Hilfen für den Lehreralltag

Jochen Schnack

Der Lehrerberuf ist in den letzten Jahren anstrengender geworden. Der Alltag ist stärker als früher von einer Vielzahl sehr unterschiedlicher Anforderungen geprägt. Aber nicht nur das führt zu Stress; es gibt auch Gründe, die beim Lehrer selbst liegen. Gute Praxishilfen zeigen daher nicht nur, wie sich die Anforderungen besser bewältigen lassen, sondern auch, wie die eigene Einstellung dazu geändert werden kann.

Weitere Beiträge im Schwerpunkt

Rudolf Kretschmann
In der Ruhe liegt die Kraft
Möglichkeiten zur Prävention von Stress am Arbeitsplatz Schule

Egon Tegge
Feste Lehrerarbeitsplätze in der Schule
Ein Konzept zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen

Udo Kliebisch
Kein Problem mit dem Zeit-Management
Coaching für Referendare

Susanne Bähr/Markus Schega/Katharina Sütterlin/Susanne Wagner
Eine leise Schule gestalten

Vera Kaltwasser
Entspannung und Konzentration
Achtsamkeit im Schulalltag

Thomas Unruh
Meine Lieblings-Apps für Lehrer

Franz-Josef Scheidhammer
Aufsatzkorrekturen leicht(er) gemacht

Alltag ist nur durch Wunder erträglich. (Max Frisch)

Wem ein solcher Stoßseufzer entweicht, der wird von den Mühen des Alltags geplagt. Und im Lehrerberuf nehmen diese Mühen zu.

Zweifellos: Der Lehreralltag hat sich geändert. Es gab eine Zeit, da stand der Unterricht im Mittelpunkt. Der Lehrer (ja, damals waren es in der Tat hauptsächlich Männer!) stand vor der Klasse, die Kinder saßen ordentlich in Reih und Glied und verhielten sich ruhig und gesittet. Die Rollen waren eindeutig verteilt, die Autorität des Lehrers sorgte für klare Verhältnisse. Und den Nachmittag konnte er meist frei gestalten.

Heute ist es anders.

Die Welt ist vielfältiger und komplizierter geworden. Es ist nicht mehr so leicht einzusehen, was richtig und was falsch ist, und daher kann es auch nicht mehr so leicht vermittelt werden. Manche Eltern haben sich aus diesem Geschäft ganz zurückgezogen, und die Lehrerin (ja, heute sind es in der Tat hauptsächlich Frauen!) soll einspringen. Andere Eltern wiederum wollen ihre Kinder am liebsten bis ins Klassenzimmer begleiten und rufen täglich bei der Lehrerin an, um sich nach den Lernfortschritten zu erkundigen. Bestenfalls. Doch nicht nur das.

Der Unterricht dauert jetzt oft bis in den Nachmittag. Ganztagsschule und »G8« haben sich flächendeckend ausgebreitet. Der Unterricht wird immer häufiger im Team gestaltet, und auch außerhalb des Unterrichts ist Teamarbeit angesagt: Aus der Unterrichtsanstalt ist eine »lernende Schule« geworden, die von Lehrerinnen und Lehrern gemeinsam entwickelt und gestaltet wird.

Und damit nicht genug.

Auch die Kinder und Jugendlichen haben sich verändert (vgl. auch die Serie »Jugend«, die in diesem Heft auf S. 43 beginnt). Da gibt es die Verlockungen der Medien, deren Sog die Kinder in ihren Bann schlägt, die Vielfalt der Mode, die zu einem Zwang werden kann, und die Fülle an Freizeitangeboten, mit denen die Schule konkurriert.

Nichts von dem ist verkehrt, aber es macht den Lehreralltag oftmals anstrengend. Die Lehrerin hat heute zahlreiche Aufgaben, die es früher so nicht gab oder die von anderen, z. B. den Eltern, erledigt worden sind. Der Arbeitstag ist oftmals länger geworden. Außerdem ist die öffentliche Erwartungshaltung erheblich gestiegen, und zwar nicht erst, seit die deutschen Schulen in internationalen Vergleichstest eher mäßig abschneiden. Nicht zu vernachlässigen sind neue Herausforderungen wie Kompetenzorientierung oder inklusiver Unterricht.

Ein Berufsbild im Wandel

Dass sich das Berufsbild wandelt, betrifft beileibe nicht nur den Lehrerberuf. Aber dieser Beruf zeichnet sich durch ein paar Besonderheiten aus: die hohe Zahl an Sozialkontakten an jedem Tag, die Trennung zwischen den Arbeitsorten Schule und häusliches Büro, die oft zu einer Entgrenzung der Arbeitszeiten führt, und das Einzelkämpfertum im Klassenraum. Zu diesen ohnehin vorhandenen Belastungsfaktoren treten die oben genannten neu hinzu. Die Anforderungen steigen, und mit ihnen auch in vielen Fällen die Belastungen.

Für den Umgang mit diesen Belastungen im Lehreralltag gibt es in vielen Fällen keine leichten Lösungen; insofern kann ein Schwerpunkt mit Praxishilfen zur Bewältigung dieses Alltags kaum mit schnellen Tipps und oberflächlichen Ratschlägen aufwarten – und wenn er es täte, wäre er nicht glaubwürdig. Wirksame Praxishilfen müssen die Komplexität der Anforderungen ernst nehmen; nur so können sie eine Unterstützung bei deren Bewältigung bieten. Und sie müssen auch die Tatsache berücksichtigen, dass Belastung in aller Regel subjektive und objektive Ursachen hat: Nicht nur die Anforderungen von außen, sondern auch die jeweilige Disposition der betroffenen Person führen dazu, dass eine bestimmte Situation als belastend empfunden wird. Das bedeutet auch, dass dieselben Anforderungen von außen von dem einen als belastend wahrgenommen werden und von dem anderen nicht so sehr. Aus diesem Grund darf ein Themenschwerpunkt mit dem Anspruch, Hilfen zur Bewältigung des Alltags zu geben, nicht nur auf die Anforderungen von außen eingehen, er muss auch die Haltung der Lehrkräfte thematisieren. Daher geben die Beiträge in diesem Heft vor allem Antworten auf folgende Fragen:

  • Wie kann ich meine Haltungen zu den typischen Anforderungen des Lehreralltags so verändern, dass ich besser mit ihnen umgehen kann?
  • Wie kann ich diese – oftmals unabweisbaren – Anforderungen so gestalten, dass ich besser mit ihnen umgehen kann?

Die Beiträge des Schwerpunkts

Der erste Beitrag von Kretschmann nimmt beide Fragen in einer systematischen Weise in den Blick, indem er analysiert, warum es im Unterrichtsalltag zum Aufbau von Stress kommen kann und was dagegen in präventiver Absicht unternommen werden kann. Dazu schlägt der Autor eine Checkliste mit kleinen, den Stress mindernden Maßnahmen vor, mit deren Hilfe jeder sofort überprüfen kann, ob und in welchem Umfang er bereits über ein entsprechendes Methodenrepertoire verfügt.

Der Beitrag von Tegge wendet sich einem zentralen Belastungsfaktor für viele Lehrkräfte zu, nämlich den vielen Arbeitsorten in den Klassenzimmern und zu Hause. Der Autor, Schulleiter an einem Hamburger Gymnasium und vormaliges Mitglied im Gesamtpersonalrat, berichtet von der Einrichtung von Lehrerarbeitsplätzen für alle Lehrkräfte an seiner Schule und den positiven Folgen für das Wohlbefinden seiner Kolleginnen und Kollegen. Deutlich wird, dass sich der Arbeitsalltag dadurch erheblich verändert und dass viele Belastungen reduziert werden können. Zugleich ist eine solche Maßnahme nicht überall schnell umsetzbar, doch der Autor gibt viele nützliche Hinweise für diejenigen, die in diese Richtung denken.

Der dritte Beitrag nimmt eine besondere Berufsphase in den Blick, nämlich das Referendariat. Da Referendarinnen und Referendare viele für sie vollkommen neuartige Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen haben, geraten sie oft in erhebliche Zeitnot. Der erfahrene Seminarleiter Udo Kliebisch zeigt, wie die Ausbilder den Referendaren bei der Entwicklung eines ökonomischen und gesundheitserhaltenden Zeitmanagements helfen können.

Im vierten Beitrag geht es um einen zentralen Belastungsfaktor für viele Kolleginnen und Kollegen, nämlich die Lärmbelastung im Klassenzimmer. Schega u. a. berichten aus einer Berliner Grundschule, wie sich der natürliche Geräuschpegel durch einfache pädagogische, aber auch durch bauliche Maßnahmen deutlich reduzieren lässt.

Vera Kaltwasser wendet sich in ihrem Beitrag der Frage zu, wie sich die Haltung von Lehrkräften zu den Anforderungen des Alltags verändern lässt. Unter dem Stichwort »Achtsamkeit« schlägt sie vor, in Stresssituationen innezuhalten und die eigenen Verhaltensmuster zu erkunden mit dem Ziel, sie möglicherweise zu verändern. Dazu gibt sie konkrete Anregungen.

Eine ganz andere Form von Praxishilfen gibt Thomas Unruh. Der erfahrene Lehrerausbilder und begeisterte Nutzer moderner Informationstechniken empfiehlt einige für den Lehrerberuf besonders nützliche »Apps«, die ihm bei der Vorbereitung und Durchführung von Unterricht und Lehrerausbildung wertvolle Dienste geleistet haben.

Der Schwerpunkt wird abgerundet durch einen Beitrag, der sich vor allem an die Deutschlehrer richtet. Sie leiden oft unter der Mühsal der Aufsatzkorrektur, die viel Arbeit kostet und von den Schülerinnen und Schüler trotzdem oftmals ignoriert wird, da ihr Interesse allein der Note gilt. Scheidhammer zeigt in seinem Beitrag, wie sich die mühselige Arbeit effizienter und zufriedenstellender gestalten lässt.

In seiner Vielfalt bietet der Themenschwerpunkt viele Anregungen, wie sich der Lehreralltag besser und gesünder bewältigen lässt. Wer weiter lesen will, findet in der folgenden Literaturübersicht viele Hinweise dafür, wie sich die einzelnen Aspekte noch eingehender bearbeiten lassen. Wunder allerdings können auch sie nicht bieten – aber sicherlich ist für jeden die eine oder andere nützliche Hilfe dabei.

Zitat

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Dr. Jochen Schnack ist Leiter der Abteilung Fortbildung im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg und Mitglied der Redaktion von PÄDAGOGIK.
Adresse:Dohrnweg 5, 22767 Hamburg
E-Mail: jochen.schnack(at)gmx.info

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Direkte Instruktion und kooperatives Lernen

Martin Wellenreuther ist seit 1996 Mitarbeiter am Institut für Pädagogik der Leuphana Universität Lüneburg und Vertreter der empirischen Lehr-Lern-Forschung. In diesem Sinne ist der Titel seines Buches »Forschungsbasierte Schulpädagogik« zu verstehen, in dem er sich u. a. mit der direkten Instruktion und kooperativen Lernformen beschäftigt.

Direkte Instruktion und traditioneller Frontalunterricht

Die Formulierung »Direkte Instruktion« (die von B. Rosenshine und R. Stevens geprägt wurde) ersetzt bei Wellenreuther (2009) den inzwischen eher negativ besetzten Begriff des Frontalunterrichts. Ähnlich wie Gudjons (2003) wertet Wellenreuther die direkte Instruktion auf, indem er sie durch folgende Merkmale vom traditionellen Frontalunterricht unterscheidet:

  • Die Schüler(innen) werden nach Wellenreuther durch gelungene direkte Instruktion nicht in eine passive Rolle versetzt. Sie werden durch diese aktiviert, da die Lehrer(innen) »maximale Hilfen« nur am Anfang der instruktiven Phase geben. Danach nehmen sie sich immer mehr zurück. Außerdem gilt: »Erklärphasen sollten … immer auch Aufgaben enthalten, die ein aktives Problemlösen und Mitdenken des Schülers erfordern.«
  • Zur Instruktion gehören nach Wellenreuther auch Partner- und Gruppenarbeit. Diese dienen in diesem Rahmen aber nicht selbständigem und entdeckendem Lernen, sondern der Übung und Anwendung des Gelernten.
  • Während instruktiver Phasen sind auch differenzierende Maßnahmen zu ergreifen. Die Lehrer(innen) sollen sich nicht nur an den Leistungsstärksten orientieren, sondern auch an den Leistungsschwachen. Diese können z. B. zu einer Untergruppe zusammengefasst werden, die zusätzliche Hilfestellungen erhält.
  • Bei instruktiven Phasen geht es nach Wellenreuther auch um soziales Lernen. Dies ergibt sich daraus, dass er Partner- und Gruppenarbeit als wichtige Elemente der direkten Instruktion versteht.

Zwei Phasen der direkten Instruktion

Wellenreuther unterscheidet zwei Phasen der direkten Instruktion:

  • Phase 1: Aneignung neuen Wissens
    Hier geht es vor allem darum, die Grenzen des Arbeitsgedächtnisses zu berücksichtigen. Was methodische Vorgehensweisen anbetrifft, sind z. B. Lösungsbeispiele in ausreichendem Umfang zu präsentieren und zu besprechen.
  • Phase 2: Festigung und Konsolidierung des Wissens
    Hier müssen Techniken angewandt werden, durch die der Lernstoff im Langzeitgedächtnis verankert wird. Zum Beispiel sind »verteilte und vermischte Übungen« bis zur sicheren Beherrschung der Lerninhalte durchzuführen.

Kooperatives Lernen

Direkte Instruktion eignet sich am besten für die Phase des Erwerbs neuen Wissens und dessen Festigung und Konsolidierung, während kooperatives Lernen nach Wellenreuther dazu dient, die »Anwendung und Sicherung des Gelernten« (Wellenreuther 2009) durch selbstständiges Pro­blemlösen und entdeckendes Lernen weiterzuführen.

Auf der Basis empirischer Untersuchungen unterzieht Wellenreuther die verschiedenen Formen kooperativen Lernens einer kritischen Überprüfung.

Im Anschluss an Analysen von Slavin kommt er zu dem Schluss, dass folgende drei Formen kooperativen Lernens besonders lernwirksam sind:

  • Gruppenturnier
  • Gruppenrallye
  • individualisiertes Lernen mit Te­am­unterstützung (Wellenreuther 2009/2011).

Das Gruppenpuzzle schätzt Wellenreuther eher skeptisch ein. Die Stärken des Gruppenpuzzles liegen »im Bereich der Motivation und des sozialen Lernens« (Wellenreuther 2011), doch werden durch diese Methode »kaum bessere kognitive Leistungen als durch den »normalen« Klassenunterricht erzielt« (ebd.). Die Schüler(innen) übernehmen bei dieser Form kooperativen Lernens im Wechsel die Rolle des Experten, sind durch die Rolle des »Erklärers« aber zumindest teilweise überfordert.

Schließlich diskutiert Wellenreuther noch die Wirksamkeit des Dreischritts. Dieses methodische Schema, das im deutschsprachigen Raum durch Brüning/Saum popularisiert wurde, lässt auf eine Phase der Einzelarbeit (»Think«) stets Partner- oder Gruppenarbeit (»Pair«) und schließlich die Präsentation der Arbeitsergebnisse (»Share«) folgen.

Wellenreuther weist darauf hin, dass der Dreischritt nur dann effizienter als traditioneller Unterricht ist, wenn er mit der Bewertung individueller Testleistungen kombiniert wird (Wellenreuther 2011), wobei er formativen Tests, die der Lernsteuerung dienen, eine große Bedeutung einräumt.

Einschätzung

Die »Autoritäten der deutschen Schulpädagogik« (Wellenreuther 2009) setzen Wellenreuther zufolge einseitig auf offene Methoden als Alternative zur direkten Instruktion. Wellenreuther bezieht sich in diesem Sinne auf Hilbert Meyer und Herbert Gudjons (ebd.).

Er wird aber mit diesem Urteil vor allem Gudjons nicht gerecht, wie an dessen Buch »Frontalunterricht – neu entdeckt« (Gudjons 2003) deutlich wird. Gudjons vertritt ähnliche Auffassungen wie Wellenreuther, was die produktive Rolle der Instruktion anbetrifft.

Meinem Eindruck nach sind aber Vorurteile gegenüber der direkten Instruktion und eine eher unkritische Haltung gegenüber kooperativen Lernformen weit verbreitet. Im Sinne einer Aufwertung der direkten Instruktion und einer kritischen Bewertung unterschiedlicher kooperativer Lernformen empirisch-experimentell fundierte Analysen vorgelegt zu haben, ist aus meiner Sicht ein Verdienst von Martin Wellenreuther.

Dr. Reinhard Koch-Oehmen ist Gesamtschullehrer in Köln E-Mail: reinhard(at)koch-oehmen.de

Literatur

Gudjons, H. (2003): Frontalunterricht – neu entdeckt. Integration in offene Unterrichtsformen. Bad Heilbrunn
Wellenreuther, M. (2009): Forschungsbasierte Schulpädagogik. Anleitungen zur Nutzung empirischer Forschung für die Schulpraxis. Baltmannsweiler
Wellenreuther, M. (2011): Kooperativ lernen – aber wie? Teil 1: Möglichkeiten effektiver Gruppenarbeit. Düsseldorf

Anmerkung

Der Schwerpunkt von PÄDAGOGIK 1/2014 wird sich der »Direkten Ins­truktion« widmen, die sich der Studie von John Hattie (»Visible Learning« 2009) zufolge als besonders lernförderlich erwiesen hat.

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OECD: Der soziale Aufstieg per Bildung ist nach wie vor selten

Der neue OECD-Bildungsbericht zeigt, dass nur 20 Prozent der nachwachsenden Generation einen höheren Bildungsabschluss schaffen, als ihn Vater oder Mutter besitzen. Umgekehrt erreichen 22 Prozent der jungen Menschen in Deutschland nicht das Bildungsniveau ihrer Eltern. Damit steht Deutschland im Vergleich der anderen wichtigen Industrienationen weit hinten. Dort schaffen im Schnitt 37 Prozent der jungen Menschen einen höheren Abschluss als ihre Eltern, und nur 13 Prozent fallen dahinter zurück. Allerdings wird dieser Vergleich dadurch verzerrt, dass in den OECD-Ländern im Schnitt ein Drittel aller Eltern den Sekundarbereich II nicht abgeschlossen haben, in Deutschland sind dies höchstens 15 Prozent.

Das Bundesbildungsministerium und und die Kultusministerkonferenz (KMK) widersprachen den von der OECD genannten Zahlen vehement. Dabei beriefen sie sich auf eine eigene nationale Erhebung, derzufolge die Zahl der Bildungsabsteiger deutlich niedriger liegt: In Westdeutschland bei 12,5, in Ostdeutschland bei 15,6 Prozent.

Bei der Steigerung der Studentenzahl bescheinigt die OECD Deutschland »moderate Fortschritte«. So würden inzwischen etwa 42 Prozent im Verlauf ihres Lebens ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule (FH) aufnehmen. 1995 hatte diese Quote noch bei 26 Prozent gelegen. Im Schnitt der anderen Industrienationen stieg die Studienanfänger-Quote allerdings im gleichen Zeitraum von 37 auf 62 Prozent. 30 Prozent eines Jahrganges erwerben inzwischen in Deutschland einen Uni- oder FH-Abschluss (OECD: 39 Prozent).

Der OECD-Bericht kann über die Seite www.bmbf.de/de/20074.php heruntergeladen werden.

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Studenten scheuen das Unternehmertum

Nach einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter angehenden Akademikern können sich nur sieben Prozent von ihnen vorstellen, nach dem Hochschulabschluss ein Unternehmen zu gründen, zu übernehmen oder freiberuflich zu arbeiten. Damit liege Deutschland gemeinsam mit Japan und der Schweiz im internationalen Vergleich weit hinten. Nur in Pakistan und Belgien planten noch weniger Studenten eine Unternehmensgründung. In Deutschland wollen 78 Prozent der Befragten am liebsten als Angestellte oder Beamte arbeiten, Ersteres möglichst in großen Unternehmen.

Nach Ansicht von Ernst & Young-Partner Peter Englisch ist dieses Ergebnis ein deutliches Warnsignal für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands, denn ohne die Impulse der Jungunternehmer leide die Innovationskraft.

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Bundeselternrat: Lehren lässt sich lernen

Der Bundeselternrat hat im Rahmen einer dreitägigen Fachtagung mit Experten darüber diskutiert, welchen Kriterien Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrern genügen müssen, damit die Lehrer das nötige Rüstzeug für ihren Beruf erhalten und den sich ständig wandelnden Anforderungen an guten Unterricht gewachsen sind. Die Teilnehmer haben das Ergebnis der Tagung in der folgenden Resolution zusammengefasst:

»Mit guter Aus- und Weiterbildung zum idealen Lehrer?
Das Gelingen guter Ausbildung ist eine Frage der Haltung!«
Die Qualität des Unterrichts steht und fällt mit der Professionalität der Lehrerinnen und Lehrer. Faktoren wie die Beziehung zwischen Schüler und Lehrer spielen für den Unterricht eine große Rolle. Genauso wichtig ist es, dass Lehrer und Eltern an einem Strang und in die gleiche Richtung ziehen.

Hierbei müssen gegenseitige Wertschätzung und die Frage nach den Bedürfnissen aller Beteiligten im Mittelpunkt stehen. Um dies in die Praxis umzusetzen, sind folgende Kriterien in der Lehrerausbildung verbindlich:

  • Bundeseinheitliche Ausbildung und Vergütung aller Lehrer, unabhängig von der Schulform;
  • Gleichwertigkeit der fachlichen und pädagogischen Ausbildungsanteile; hier sind Kommunikationsfähigkeit, Konfliktmanagement und soziale Kompetenz besonders hervorzuheben;
  • Umsetzung der verbindlichen Lehrerbildungsstandards und ein hoher Praxisanteil vor und während des Lehramtsstudiums;
  • Erstellung und Festschreibung eines Fortbildungskonzeptes im Rahmen des Qualitätsmanagements für jede Schule;
  • Aus-, Fort- und Weiterbildung müssen sich an aktuellen Entwicklungen der Gesellschaft orientieren, z. B. an Inklusion, Medienkompetenz, Zielvereinbarungen, Elternmitwirkung;
  • Institutionalisierte und gemeinsame Fortbildung von Lehrern und Eltern.

Lehrerinnen und Lehrer, die gut auf die Anforderungen ihres Berufes vorbereitet werden, sind engagierte Lehrkräfte. Sie verstehen sich als aktiver Partner in der Erziehungspartnerschaft mit den Eltern.«

Weitere Informationen können bei der Stellvertretenden Vorsitzenden des Bundeselternrates, Ursula Walther, bezogen werden: ursula.walther(at)bundeselternrat.de

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Wettbewerb FrancoMusiques

Wie können Jugendliche authentische und motivierende Zugänge zur französischen Sprache finden? Der Schülerwettbewerb FrancoMusiques will eine Antwort geben: mit Musik. Jugendliche und ihre Französischlehrkräfte sind aufgerufen, ein eigenes Lied in französischer Sprache zu komponieren, zu schreiben und zu singen. Auf die drei Gewinnerteams warten Geldpreise im Wert von insgesamt 2 000 Euro für die Klassen- oder Kurskasse. Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II sowie berufsbildenden Schulen in Deutschland. Möglich sind Gemeinschaftsprojekte in der Klasse oder Einzelbeiträge. Der Musik-Wettbewerb wird von der Französischen Botschaft, der Musikagentur bureauexport und dem Cornelsen Verlag zum sechsten Mal ausgeschrieben. Zum 50-jährigen Jubiläum des Élysée-Vertrages gibt es eine Besonderheit: Schulklassenbeiträge, die sich mit der Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland ausein­andersetzen, können auf eine attraktive Sonderauszeichnung hoffen. Eine französisch-deutsche Jury bewertet und prämiert die Einsendungen. Einsendeschluss für die Beiträge ist der 31. Januar 2013. Die Sieger reisen zur festlichen Preisverleihung im Frühjahr 2013. Zusätzliche Inspiration für Französischlehrkräfte liefert die aktuelle Musik-CD FrancoMusiques 2012/13, die online unter www.cornelsen.de/francomusiques kostenfrei geordert werden kann.

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DGB beklagt Ausbildungsmängel trotz fehlender Fachkräfte

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wirft Teilen der Wirtschaft vor, trotz der oft geäußerten Klage über fehlende Fachkräfte die Qualität der Ausbildung schleifen zu lassen. Ingesamt seien jedoch 72,5 Prozent der Azubis des zufrieden. Dies zeigt der DGB-Ausbildungsreports für das Jahr 2012, für den 12 039 Auszubildende in den 25 häufigsten Ausbildungsberufen befragt worden waren. DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf kritisierte bei der Vorstellung des Reports, dass fast zwei Drittel der Befragten noch nicht wüssten, ob sie im Anschluss an ihre Ausbildung übernommen werden. Hier werde die Chance vertan, gut ausgebildete Fachkräfte an die Unternehmen durch Übernahme zu binden. Der Studie zufolge bewerten angehende Bank- und Industriekaufleute sowie Mechatroniker ihre Ausbildung am positivsten. Auf den letzten Plätzen landen die Ausbildungsgänge für Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk sowie Restaurant- und Hotelfachleute.

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Defizite im Fachwissen bei angehenden Lehrern

Einer neuen Studie zufolge hat der Studienort einen erheblichen Einfluss auf die Leistung angehender Lehrkräfte. Sie zeigt überdies, dass eine didaktisch sinnstiftende Vernetzung von bereits vorhandenen Kompetenzen in den Lehr- und Lernprozessen – das sogenannte kumulative Lernen – im Lehramtsstudium generell eher wenig stattfindet. Die Studie »Teacher Education and Development Study: Learning to Teach (TEDS-LT)« ist am Institut für Erziehungswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin unter der Leitung von Prof. Sigrid Blömeke durchgeführt worden. Im Rahmen der Studie werden die fachbezogenen Kompetenzen angehender Lehrkräfte der Sekundarstufe I in den Unterrichtsfächern Deutsch, Englisch und Mathematik im Studienverlauf sowie ihre fächerübergreifenden pädagogischen Kompetenzen ermittelt. In einem standardisierten Leistungstest wurden zwei Kohorten an Lehramtsstudierenden von acht Hochschulen zu zwei Zeitpunkten, nämlich im dritten bis fünften Fachsemester sowie zum Studienende, im sechsten bis achten Fachsemester, getestet. Beteiligt waren die Humboldt-Universität zu Berlin, die Universität Hamburg, die Technische Universität Dortmund, die Universität Duisburg-Essen, die Universität Gießen, die Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt/M., die Universität Augsburg und die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg.

Nach Auskunft von Blömeke kann das fachdidaktische Professionswissen der Studierenden am Studienende in allen drei Fächern als gut eingestuft werden. Allerdings haben sich die Getesteten zu diesem Zeitpunkt von schulrelevantem Fachwissen teilweise entfernt. Darin sieht Blömeke ein Problem. Außerdem habe der Standort der Ausbildung einen signifikanten Einfluss auf die Leistung in allen Kompetenzbereichen der angehenden Lehrerinnen und Lehrer. »Ich weiß nicht, ob wir uns eine solche Variabilität leisten wollen beziehungsweise können«, so Sigrid Blömeke.

Blömeke vermutet die Ursache für diese Unterschiedlichkeit in der Struktur der Lerngelegenheiten. Im Studienverlauf finde nach dem verpflichtenden Besuch von Einführungsveranstaltungen häufig eine Spezialisierung durch die Auswahl weiterführender Seminare statt, die ein weit gefächertes Angebot darstellten und oftmals eher an den Bedürfnissen der Nicht-Lehramtsstudierenden ausgerichtet seien.

Vor allem für das Fach Mathematik zeigen die Ergebnisse, dass die Studierenden in den gymnasialen Studiengängen im Vergleich zu den nicht-gymnasialen Studiengängen die besseren Ergebnisse sowohl beim Fachwissen als auch bei der Fachdidaktik erzielen. Vermutlich spielt hier der Umfang von Lerngelegenheiten eine entscheidende Rolle.

Näheres über die Studie kann in dem Buch »Kompetenzen von Lehramtsstudierenden in gering strukturierten Domänen« von Sigrid Blömeke u. a. nachgelesen werden, das im Waxmann Verlag erschienen ist (ISBN 978-3-8309-2510-1).

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Hochschulen: Anteil der ausländischen Studierenden steigt

Die deutschen Hochschulen werden immer attraktiver für ausländische Studierende. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Wiesbaden) erwarben im Prüfungsjahr 2011 rund 38 300 Absolventinnen und Absolventen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen Hochschulabschluss an deutschen Hochschulen. Das waren 2900 Studenten oder acht Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Die Zahl der ausländischen Studierenden steigt seit Jahren kontinuierlich an. Vor zehn Jahren hatten sich noch weniger als 14 000 Ausländer für ein Studium in Deutschland entschieden. Vor fünf Jahren waren es knapp 26 000. Mittlerweile haben fast zehn Prozent der Absolventen keinen deutschen Pass. Die meisten von ihnen stammten im Jahr 2011 aus China, nämlich 13 Prozent. Sieben Prozent waren türkische und fünf Prozent russische Staatsbürger.

Zwar haben einige der ausländischen Studierenden bereits zuvor im Land gelebt und waren hier zur Schule gegangen, aber die meisten (79 Prozent) von ihnen kamen erst für das Studium nach Deutschland.

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Deutschland ist Europameister bei der Kinderbetreuung

In Deutschland gehen deutlich mehr Kinder in den Kindergarten als in anderen OECD-Ländern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der Anteil der Dreijährigen, die einen Kindergarten oder eine vergleichbare Einrichtung besuchen, in Deutschland im Jahr 2010 bei 89 Prozent. Bei den Vier- und Fünfjährigen waren es jeweils 96 Prozent.

Damit sind die Quoten deutlich höher als im Durchschnitt der OECD-Mitgliedstaaten. Durchschnittlich gingen in diesen Ländern zwei von drei Kindern im Alter von drei Jahren in den Kindergarten, bei den Vier- und Fünfjährigen waren es jeweils etwa 80 Prozent.

Den statistischen Werten zufolge ist die Kleinkindbetreuung in Deutschland überdies intensiver als in anderen OECD-Staaten, denn hier kümmerte sich ein Betreuer um zehn Kinder, während es in den Mitgliedstaaten der OECD im Schnitt zwölf Kinder waren. Einen deutlichen Unterschied gibt es auch in der Organisation der Betreuung: Knapp zwei Drittel der deutschen Kindergartenkinder besuchten private Einrichtungen. In den OECD-Staaten war das Verhältnis nahezu umgekehrt: 63 Prozent der Kinder waren in öffentlichen Kindergärten untergebracht.

Seit dem Jahr 1996 gibt es in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz vom dritten Lebensjahr an bis zum Schuleintritt.

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Studie: Staatliche Ausbildungsgarantie für alle lohnt sich

Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt, der Staat solle jedem Jugendlichen nach dem Schulabgang eine unmittelbare Berufsausbildung garantieren. Dies wäre einer Berechnung des Essener Bildungsforschers Klaus Klemm zufolge für die Gesellschaft auf Dauer erheblich kostengünstiger als die weitere Finanzierung einer kaum noch überschaubaren Zahl von Übergangsmaßnahmen. Allein im Jahr 2011 haben seinen Angaben zufolge knapp 300 000 Jugendliche nach ihrem Schulabgang an einer Übergangsmaßnahme teilgenommen. Wie auch andere Experten bezweifelt Klemm den Nutzen vieler dieser Maßnahmen, die sich oftmals als teure Warteschleifen erwiesen, denn Staat und Bundesagentur für Arbeit wenden dafür jährlich 4,3 Milliarden Euro auf. Trotz dieser hohen Investitionen bleiben nach Klemms Aussage jedes Jahr etwa 150 000 Jugendliche dauerhaft ohne Berufsabschluss. Sie haben als Ungelernte kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Der Studie zufolge würden Mehrkosten in Höhe von 11 000 Euro pro Person anfallen, wenn der Staat allen Jugendlichen, die nach dem Schulabgang keine betriebliche Lehrstelle gefunden haben, unmittelbar danach eine betriebsnahe Ausbildung bei Trägern oder in Berufsschulen garantiere. Diese Investition werde aber mehr als ausgeglichen durch etwa 22 000 Euro, die der Staat später wieder einnehme – durch höhere Einnahmen bei Lohnsteuern und Sozialbeiträgen sowie durch geringere Aufwendungen für Arbeitslosengeld und Sozialhilfe. Zugleich stünden der Wirtschaft pro Jahr bis zu 150 000 Fachkräfte zusätzlich zur Verfügung.

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Bayern: Zahl der Rückstellungen steigt erheblich

In Bayern werden immer mehr Kinder ein Jahr später eingeschult als vorgesehen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Rückstellungen mehr als verdoppelt: Im Jahr 2001 waren etwa 5900 Kinder erst im Alter von sieben Jahren eingeschult worden, im vergangenen Jahr waren es bereits mehr als 12 000 Kinder. Dieser erhebliche Anstieg der Rückstellungen hat vermutlich mehrere Gründe: Viele Eltern wollen ihr Kind dem Schulstress erst später aussetzen, in der Hoffnung, dass es dem verstärkten Leistungsdruck, der nicht zuletzt durch das verkürzte Gymnasium G8 entstanden ist, dann besser standhält. Zudem gibt es heute deutlich mehr Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und sprachlichen, motorischen und sozialen Defiziten. Schließlich ist der Anteil der Schulkinder mit Mi­grationshintergund heute viel höher.

Die Entscheidung vieler Eltern ist allerdings vermutlich nicht zielführend: Verschiedene Studien, etwa des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen, kommen zu dem Ergebnis, dass eine Rückstellung keinerlei Effekt auf Lernerfolge oder die schulische Karriere eines Kindes hat.

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Interesse an Französisch nimmt ab

Knapp 50 Jahre nach Unterzeichnung des deutsch-französischen Élysée-Vertrages liegt in beiden Ländern der Prozentsatz der Jugendlichen, die jeweils die andere Sprache lernen, auf einem niedrigen Niveau. Nach Angaben der Generalsekretärin des deutsch-französischen Jugendwerks (DFJW), Béatrice Angrand, lernen derzeit etwa 16 Prozent der jungen Franzosen in der Schule die deutsche Sprache. In Deutschland liege der Anteil der Französischschüler ebenfalls bei knapp 16 Prozent. Allerdings sinke sie hier seit einiger Zeit. »Die Zeit, als in Deutschland jeder Französisch lernte, ist vorbei«, sagte Angrand.

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Lernportal für Mathematik

Mathematik ist derzeit das am stärksten nachgefragte Themengebiet im wachsenden Markt der privaten Nachhilfe. Kostenlose Nachhilfe bietet seit kurzem die neue E-Learning-Plattform www.mathe-seite.de, die speziell für die Sekundarstufe II entwickelt wurde. Mit weit über 1000 Lernvideos und Rechenbeispielen ist mathe-weite.de das wohl umfassendste und vollständigste Mathematik-Lernportal für gymnasiale Oberstufe, Abitur und Studium. Künftig sollen hier auch Lernvideos für jüngere Schüler angeboten werden, z. B. für die Mittlere Reife. Nicht alle der auf der Mathe-Seite.de angebotenen Themengebiete sind für Schüler gleichermaßen relevant, denn je nach Bundesland und Schulart unterscheiden sich die Lehrpläne. Deshalb bietet die Mathe-Seite.de die Sonderfunktion »Persönlicher Lernplan«, wo jeder Schüler interaktiv nur diejenigen Themen verfolgen kann, die für ihn persönlich relevant sind – abhängig von Bundesland und Schulart.

Komplettiert werden die Lernvideos mit den sogenannten Lern-Skripten: Wer es nach dem Motto »Schauen – Lesen – Rechnen« nicht nur audiovisuelle, sondern auch schriftlich mag und Rechenaufgaben selbstständig lösen möchte, der bekommt modulare Lernbücher, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben-/Lösungen-Bücher, Formelsammlungen und Lernkarteikarten ebenfalls kostenlos im Download-Center auf der Mathe-Seite.de.

Die Besonderheit der Mathe-Seite.de ist, dass Struktur und Inhalte von Lern-Videos und Lern-Schriften identisch sind und die beiden Medienformate per QR-Codierung durchgehend miteinander verknüpft sind. Die Mathe-Seite.de ist nicht nur kostenlos, sondern auch ohne Registrierung nutzbar; die Nutzer müssen keinerlei persönliche Daten angeben und bleiben anonym.

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Im Norden günstig

Die Kosten für ein Studium sind in Europa unterschiedlich hoch Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist in England das Studium am teuersten. Dort bezahlen die Studierenden (beziehungsweise ihre Eltern) bis zu 11 500 Euro pro Jahr an Gebühren. Das zeigt ein Bericht der Brüsseler EU-Kommission. Demnach ist das Studium in den Ländern Nordeuropas am günstigsten. Allerdings haben nach Dänemark in der jüngsten Zeit auch Finnland und Schweden Studiengebühren für ausländische Studenten eingeführt. In Deutschland liegen die Gebühren laut Bericht pro Jahr bei etwa 200 bis 1000 Euro. Das Studienjahr kostet hier im ersten Studienabschnitt genauso viel wie im zweiten. In vielen EU-Ländern ist ein Jahr im Masterstudium teurer als im Bachelorstudium, häufig aufgrund höherer Gebühren. Studierende aus Nicht-EU-Ländern müssen in Europa in der Regel höhere Beträge zahlen als heimische.

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Berlin: Rauchverbot an Schulen bleibt bestehen

An den Berliner Schulen bleibt das Rauchen ausnahmslos verboten, nachdem das Oberverwaltungsgericht des Bundeslandes die Klage eines Grundschullehrers abgewiesen hat. Er hatte die Einrichtung eines Raucherzimmers im Schulgebäude verlangt. Nach Ansicht der Richter sind rauchende Lehrer schlechte Vorbilder für ihre Schülerinnen und Schüler. Das Berliner Schulgesetz verbiete das Rauchen im Schulgebäude und auf dem Schulgelände daher zu Recht ohne jede Ausnahme. Das Verbot schütze nicht nur vor schädlichem Passivrauchen, sondern diene vor allem der Suchtprävention.

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»Schul-Wesen«: Der Choreograph

Schule lebt – mal gut, mal schlecht – von Typen, Originalen, Eigenbrötlern, Querdenkern, Idealisten, Helden, Sonderlingen, Käuzen, Enthusiasten … Einige besondere Exemplare präsentiert Christoph Wohlmann in seiner Sammlung »Schul-Wesen«.

Bei V. wissen die Schüler, was sie an ihm haben. Er betritt mit dem Glockenklingeln die Klasse, lupft seine Aktentasche leicht auf den Tisch, öffnet synchron die beiden Schnallen, zieht den roten Lehrerkalender hervor, begrüßt die Klasse, wartet, bis die Schüler sich setzen. Dann ruft er drei Namen auf mit dem Hinweis »Es freuen sich heute …« und wartet, bis ihm die drei immer erschrockenen Schüler ihre Haushefte zur Kontrolle vorlegen. Ein weiterer Name. Der Schüler muss an die Tafel, die Hausaufgaben vorrechnen, wird von V. korrigiert, der gleichzeitig die drei Hausaufgabenhefte kontrolliert, immer wieder schnell von der Tafel zu den Heften und zurück blickend. Manchmal bewegt er den Kopf beinahe pickend, als wolle er auf etwas zeigen, berichtigt, gibt am Ende vier Noten. Schreibt sie in den roten Lehrerkalender, klappt ihn zu. Dann nimmt er Anlauf, lächelt. Er schreibt eine Aufgabe an die Tafel – oft aus dem Buch – und fragt nach dem Lösungsweg, dem allerersten Ansatz. Blickt in die Klasse. Antwortet selbst. In den nächsten 25 Minuten fragt er gewöhnlich zwischen 80- und 100-mal. Meistens sind es Sätze, die vervollständigt werden müssen, z. B. »Und wenn man den Winkel jetzt so anlegt, dann …« Jede Frage ist mit einem kurzen vorwurfsvollen Blick in die Klasse verbunden. Kurzes Anheben des Kopfes. V. wartet einen Augenblick, beantwortet dann die Frage selber. Die meisten seiner Fragen beantwortet er selber. Die Schüler schreiben ab, was an der Tafel steht. Sie bemühen sich, bei ihm mitzukommen. Sie treffen sich sogar nachmittags und üben. Wenn sie nur verstünden, was er fragt.

Er schreibt etwas an die Tafel, stellt die Frage, antwortet, setzt sich wieder ans Pult, steht dann wieder auf, schreibt etwas an die Tafel. Zwischen Tafel und Pult sind es genau zwei Schritte. Vor und zurück.

Drei Minuten vor Ende der Stunde schreibt er die Hausaufgaben an die Tafel. Er fragt, ob alle sie abgeschrieben haben. Fragt zur Kontrolle noch einmal. Noch vor dem Klingeln steckt er den Lehrerkalender in die Tasche, dann das Lehrbuch – und geht.

Im Lehrerzimmer spricht er mit Kollegen über seinen Garten. Noch drei Stunden, noch fast dreihundert Fragen und Antworten. Er fährt mit dem Fahrrad nach Hause. Er schließt die Windläden des Schlafzimmers, legt sich auf das Bett und wartet auf die Kopfschmerzattacke. Sie wollen ihn einfach nicht verstehen.

Kontakt: christoph.wohlmann(at)yahoo.de

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Materialien

Interkulturelle Pädagogik und sprachliche Bildung

Die Inhalte und Anliegen der interkulturellen Pädagogik sind alles andere als ein Spezialthema am Rande der Erziehungswissenschaft: Gesellschaftliche Pluralität, u. a. durch Migrationen beeinflusst, ist eine Grundbedingung institutionalisierter Erziehungs- und Bildungsprozesse. Zur Schaffung von mehr Bildungsgerechtigkeit in der pluralen Gesellschaft sind koordinierte Interventionen in der Schul- und Unterrichtsentwicklung notwendig. Sprachliche Bildung im Kontext von Mehrsprachigkeit ist hier ein herausragendes Handlungsfeld. Der Band »Interkulturelle Pädagogik und Sprachliche Bildung. Her­ausforderungen für die Lehrerbildung« versammelt Beiträge von zwölf Autorinnen und Autoren zu ausgewählten Themen der interkulturellen Lehrerbildung aus erziehungswissenschaftlicher, soziologischer, fachdidaktischer und sprachwissenschaftlicher Perspektive. Im Sinne einer (umfassend) inklusiven Schul- und Unterrichtsentwicklung zeigen die Beiträge Denk- und Handlungsspielräume von Lehrerinnen und Lehrern auf, die in der Lehrer(aus)bildung vorbereitet und unterstützt werden können. Darüber hinaus werden Konzepte des Lehrens und Lernens sowie Studieninhalte zum Thema »Mehrsprachigkeit und Bildung« aus lehrerbildenden Studiengängen vorgestellt. Das Buch ist Verlag Springer VS erschienen und kann zum Preis von 24,95 Euro im Buchhandel bezogen werden (ISBN: 978-3-531-17937-7).

Schulentwicklung im Alltag

Der schnelle Wandel in der Wirtschafts- und Arbeitswelt, in der Medienlandschaft sowie in den familiären und persönlichen Lebenslagen der Menschen, die zunehmende Heterogenität und die Verpflichtung zu einer inklusiven Schule erfordern neue Formen der Schulentwicklung, eine Veränderung der Lernkultur und neue Lehr- und Lernformen. Schule und Unterricht müssen sich also ändern. Dabei findet die wichtigste Schulentwicklung immer in der Schule selbst statt. Dies macht es erforderlich, dass jede Schule ihre inhaltlichen Ziele und Orientierungen selbst festlegt. Das vor kurzem erschienene Buch »Selbstständige Schule!« von Thomas Höchst dokumentiert auf authentische und anschauliche Weise, welche vielfältigen praktischen Umsetzungsmöglichkeiten es gibt. Gelebte Pädagogik spiegelt sich hier in Theorie und Praxis wider. Die vielen kleinen Kapitel und Beispiele bieten allen Leserinnen und Lesern von der Schulleitung bis hin zu Eltern und Schülern erprobte Ideen und liefert damit einen Beitrag zur Veränderung des Schulalltags. Das Buch ist im Dieck Verlag erschienen und kann zum Preis von 25,– Euro im Buchhandel oder direkt beim Verlag unter der Adresse: Richard-Wagner-Straße 1, 52525 Heidelberg, Telefon (0 24 52) 60 41, bezogen werden (ISBN: 978-3-89803-449-4).

Mein größter Traum

Für 13 Kinder mit Körperbehinderung ging vor kurzem ein Traum in Erfüllung. Ihre Gemälde wurden aus über 100 Bildern für den Jahreskalender Kleine Galerie 2013 ausgewählt. »Mein größter Traum« lautet der Titel, zu dem die kleinen Künstlerinnen und Künstler farbenfrohe Bilder gemalt haben. Der Kalender wurde in den Krautheimer Werkstätten für Menschen mit Behinderung hergestellt. Er ist nicht im Handel erhältlich und kann kostenlos beim Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V. bestellt werden: Telefon (0 62 94) 4 28 10, E-Mail: kalender(at)bsk-ev.org

Kollegiale Fallberatung in der Schule

Sich in schwierigen Situationen helfen zu lassen, ist nicht immer leicht – vor allem wenn Probleme sehr persönlich und emotional sind. Doch gute Ideen und Lösungsvorschläge sind im Kollegium oft bereits vorhanden – sie müssen nur zu Tage gefördert werden. Eine Methode hierfür ist die Kollegiale Fallberatung. Sie schafft einen geschützten Gesprächsraum, der nach festen Regeln und Abläufen ritualisiert ist. Innerhalb einer achtsamen Atmosphäre werden Lehrkräfte zu professionellen Beratern. Die Prinzipien lauten: Vogelperspektive statt Tunnelblick, Empathie statt Stigmatisierung, Lösungsorientierung statt Schuldzuweisung. Dieses Konzept, das in dem neuen Buch »Kollegiale Fallberatung« von ­Ralph Zeiler beschrieben wird, verhilft ohne viel Aufwand zu einem professionellen Umgang mit schulischen Problemen und Stolpersteinen. Von den Grundbausteinen und konzeptionellen Überlegungen über konkrete Verlaufspläne bis zu ausgewählten Fallbeispielen lernen Lehrerinnen und Lehrer anschaulich, wie sie Schritt für Schritt die kollegiale Fallberatung an ihrer Schule etablieren können. Das 100-seitige Buch ist im Verlag an der Ruhr erschienen und kann zum Preis von 15,40 Euro im Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-8346-2235-8).

Inklusion – praxisorientiert

In immer mehr Bundesländern ist Inklusion ein wichtiges Thema. Auch aus diesem Grund erscheinen immer mehr Bücher zu diesem Thema. In dem vor kurzem erschienenen Buch, von Klaus Metzger und Erich Weigl herausgegebenen Buch »Inklusion – praxisorientiert« erhalten Lehrkräfte vor allem aus Grundschulen interessante didaktisch-methodische Anregungen. Die Autoren der einzelnen Beiträge stellen erprobte Modelle vor und geben Hinweise auf geeignete Unterrichtsmaterialien. Außerdem regen ausführliche Literaturangaben zum Weiterlesen an. Das Buch ist im Cornelsen Verlag erschienen und kann zum Preis von 16,95 Euro im Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-589-05199-1).

Jahrbuch Jugendforschung

Die aktuelle Ausgabe des Jahrbuchs Jugendforschung (vgl. auch die in dieser Ausgabe startende Serie »Was wissen wir über ›die Jugend?‹«) beschäftigt sich im ersten seiner Schwerpunkte mit der Bedeutung der Jugendphase für die spätere Erwachsenenbiografie. Auf der Basis von – teilweise mehrere Jahrzehnte umspannenden – Längsschnittstudien wird empirisch der Frage nachgegangen, wie aussagekräftig Daten aus der Jugendphase tatsächlich für das spätere Leben als Erwachsener sind. Während mit Blick auf die Jugend in der Öffentlichkeit immer wieder problematisches Verhalten Jugendlicher – wie etwa Gewalt, Alkohol oder Risikoverhalten – akzentuiert wird, setzt das Jahrbuch Jugendforschung in seinem zweiten thematischen Schwerpunkt einen Kontrapunkt zu dieser Debatte, indem es sich explizit mit erfolgreichen Jugendlichen auseinandersetzt. Hierzu gehören u. a. (hoch-)begabte Jugendliche oder Jugendliche, die trotz schwieriger Ausgangsbedingungen hohe Bildungserfolge erreichen.

In der ersten Ausgabe 2001 hatte das Jahrbuch namhafte Jugendforscher gebeten, über den Stand und die Zukunft der Jugendforschung nachzudenken. In der aktuellen Ausgabe, zehn Jahre danach, nehmen einige der damaligen Autoren dazu erneut Stellung. Das Jahrbuch ist im Verlag Springer VS erschienen und kann zum Preis von 39,95 Euro im Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-531-19716-6).

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Termine

Masterstudiengang »Systemische Sozialarbeit«

An der Hochschule Merseburg beginnt im März 2013 der Masterstudiengang »Systemische Sozialarbeit«, der systemische Ansätze ausdrücklich auf die Sozialarbeit bezieht und sich nicht auf Beratung und Therapie beschränkt. Systemische Sozialarbeit räumt der Vielzahl der unterschiedlichen Perspektiven besondere Aufmerksamkeit ein, nimmt die Ressourcen, Ideen und Aufträge der Beteiligten in den Blick und verkörpert die Haltungen des Respekts und der Kooperation. Der Masterstudiengang findet berufsbegleitend statt und richtet sich an Sozialarbeiter(innen) in der Berufspraxis, die bereits über einen ersten Studienabschluss (Bachelor/Diplom/Magister) verfügen. Er vermittelt sowohl das aktuelle Wissen des systemischen Ansatzes in der Sozialen Arbeit als auch die Kompetenzen für die praktische Umsetzung. Hierbei werden die vielfältigen Arbeitsfelder und die unterschiedlichen Arbeitsebenen der Sozialen Arbeit aktiv einbezogen. Die Studierenden erwerben durch das Studium umfassende theoretische Kenntnisse systemischen Arbeitens, praxisbezogene Kompetenzen und systemische Grundhaltungen für die Zusammenarbeit mit Klient(inn)en und Kolleg(inn)en. Darüber hinaus erhalten sie Qualifikationen für Leitungskräfte und Multiplikator(inn)en (z. B. für die interne Fortbildung). Bestandteil des Curriculums sind eine einwöchige Auslandsreise und eine Abschlusstagung. Bewerbungsschluss für den Studiengang ist der 31. Januar 2013. Unter www.sysoma.de sind weitere Details des Studienganges zu finden.

Weiterbildungsangebote

An der Landesakademie für Jugendbildung in Weil der Stadt starten in den nächsten Monaten folgende Weiterbildungskurse:

Erlebnispädagogik: Ein pädagogischer Prozess
Zielsetzung dieser berufsbegleitenden Fortbildung ist die direkte und praxisbezogene Anwendung der erlebnispädagogischen Methode in allen Bereichen der Pädagogik, der Sozialarbeit und der Erwachsenenbildung. Neben der Vermittlung von Techniken und Methodenkenntnissen werden Reflexionsgespräche und das Ausloten von Möglichkeiten des Transfers in das jeweilige Praxisfeld einen Schwerpunkt der Veranstaltungen bilden. Die Fortbildung (März bis November 2013) umfasst fünf Wochenenden und eine dreitägige Kurseinheit, außerdem fünf Tage im französischen Jura, einen angeleiteten Seminartag zur kollegialen Beratung, sowie die Ausarbeitung und Präsentation eines praxisbezogenen Projekts; insgesamt 19 Fortbildungstage mit 228 Lehreinheiten.

Sozialkompetenztraining für die Praxis
Ziel der berufsbegleitenden Fortbildung ist die Entwicklung eines auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Sozialkompetenztrainings. Innerhalb der Kurseinheiten werden die theoretischen Hintergründe und verschiedene Herangehensweisen vorgestellt. Die notwendigen Haltungen, Methoden und Inhalte werden gemeinsam entwickelt und praxisnah eingeübt. Die Möglichkeiten im jeweiligen persönlichen Arbeits-/Einsatzfeld spielen eine zentrale Rolle und werden durch ein individuelles Coaching zusätzlich zu den Fortbildungseinheiten vor Ort unterstützt. Die Fortbildung (März bis Juni 2013) umfasst drei zweitägige Präsenzeinheiten mit insgesamt 57 Lehreinheiten, ein persönliches Coaching sowie eine arbeitsfeldbezogene Hausarbeit. Sie endet mit dem Zertifikat »Sozialkompetenztrainer/in«.

Theaterpädagogik für die Praxis
Die zweijährige berufsbegleitende Ausbildung qualifiziert für den professionellen Einsatz von Theater in allen Bereichen der Pädagogik, der Schule, der Sozialarbeit und der Erwachsenenbildung. Die Ausbildung (ab Februar 2013 über zwei Jahre) entspricht mit 48 Ausbildungstagen und 620 Lehreinheiten den Richtlinien des Bundesverbandes Theaterpä­dagogik (BuT). Sie erstreckt sich über neun Wochenenden und sechs drei bis siebentägige Kurseinheiten, davon eine in der Toskana. Dazu kommt ein von den Ausbildungsleitern begleitetes Praxisprojekt.

Zu allen Kursen kann eine detaillierte Beschreibung bei der Landesaka­demie angefordert und unter www.jugendbildung.org abgerufen werden. Weitere Auskünfte und Anmeldung: Landesakademie für Jugendbildung, Postfach 1240, 71256 Weil der Stadt, Telefon (0 70 33) 52 69-0, E-Mail: info(at)jugendbildung.org

Jahresinhaltsverzeichnis
Alle Beiträge aus dem PÄDAGOGIK-Jahrgang 2012

Das Jahresinhaltsverzeichnis 2012 als PDF-Download

Was wissen wir über Jugend? – 1. Folge

Klaus Hurrelmann

Jugendliche in Deutschland

Ihre Lebenslage und ihr Lebensstil

Die neue Serie fragt, was die Forschung über unsere Jugend weiß, und wählt dann aus, was wir als Lehrerinnen und Lehrer über »unsere Jugendlichen« wissen sollten. Wir erleben sie täglich, wir staunen, sind verwundert und ärgern uns über sie. Die Serie soll helfen, sie noch besser zu verstehen. Wie wachsen sie auf, was sind ihre Werte, was ist ihr Verhältnis zur Sexualität …? Das sind einige Fragen, die bis zum Sommer ausführlich diskutiert werden. In Folge 1 trägt der Jugendforscher Klaus Hurrelmann zusammen, was wir über Lebenslage und Lebensstil von Jugendlichen heute wissen sollten.

Trinken im Unterricht?

PRO: Reinhard Thierer
CONTRA: Sabine Geist

Unzureichende Flüssigkeitszufuhr führt zu Einschränkung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit. Deshalb sollte das Trinken im Unterricht erlaubt sein. Dagegen steht: Trinken in den Pausen sichert die Flüssigkeitszufuhr hinreichend; Schüler sollten deshalb lernen, über kleine Zeitspannen auf das Trinken zu verzichten. Die hier vorgetragenen Argumente können helfen, dieses Thema – möglichst mit Schülerinnen und Schülern – so zu diskutieren, dass sich diese Frage nicht jeden Tag neu stellt.

Christina Borgers

Ganztagsschule gestalten

In diesem Heft werden fünf neuere Publikationen vorgestellt, die sich dem Ausbau und der Gestaltung von Ganztagsschulen widmen. Trotz einer relativ guten Forschungslage wird bislang darauf verzichtet, Kriterien und Ziele zu formulieren, die als verbindlich für Ganztagsschulen gelten sollen. Wer Ganztagsschule gestalten will, der muss sich also darüber informieren, was eine gute Ganztagsschule ausmacht. Einen Überblick darüber verschafft diese Sammelrezension.

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