10´12Lehren und Lernen ohne Worte

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Mit Anregungen u.a. für ein stilles Klassenmanagement, eine ruhige Arbeitsatmosphäre mit Regeln und Ritualen, ein gutes Auftreten bei Konflikten, die Wahrnehmung der eigenen Körpersprache und der von Schülern…

Unterricht erscheint vor allem als »Wortsache«. Impulse, Fragen und Interventionen wollen gut überlegt sein. Die andere Seite der Unterrichtsarbeit – die Gesten, das Auftreten, kurz – die nonverbale Kommunikation … die ›stille Sprache‹ – findet weniger Beachtung.

Unterricht aber wird wesentlich bestimmt durch das, was nicht gesagt wird und durch das, was getan wird. Neben der Körpersprache geht es beispielsweise um die Gestaltung des Klassenklimas und des Unterrichtssettings, aber auch um den Auftritt als Person. Ein erster Schritt zur bewussten Gestaltung des Lehrens ohne Worte ist also, deren Bedeutung zu erkennen.

In den Beiträgen dieses Heftes geht es um Handlungsanregungen für ein stilles Klassenmanagement sowie für eine Reflexion und Veränderung der stillen Sprache. Vorgestellt werden Anregungen

  • zur Praxis eines nonverbalen Klassenmanagements,
  • zur Gestaltung einer ruhigen Arbeitsatmosphäre mit Regeln und Ritualen,
  • für ein sicheres Auftreten bei Regelverstößen und Konflikten,
  • zur Wahrnehmung und Veränderung der eigenen Körpersprache,
  • zum Wahrnehmen und Verstehen der Körpersprache von Schülern,
  • zur Reflexion von Körpersprache als Thema im Fremdsprachenunterricht.

Stille Sprache im Unterricht wird meist intuitiv »gesprochen«. Die Beiträge können helfen, die Bedeutung von stiller Sprache bewusst zu machen, das Lehren und Lernen ohne Worte zu trainieren sowie sich über die Grundzüge der nonverbalen Kommunikation in der Schule zu verständigen. Das bedeutet: stille Sprache ist mehr als ein Begleitumstand des Unterrichts.

Johannes Bastian

Das meiste geschieht ohne Worte

Über die Bedeutung der »stillen Seite« des Unterrichts

Gerhard Eikenbusch

Unterricht ist nicht nur eine »Wortsache«. Erfolg hängt zu einem großen Teil davon ab, was nicht über Worte vermittelt wird: von Gesten, vom Auftreten, vom Verhalten, der Unterrichtschoreographie, dem Unterrichtsklima. Was geschieht eigentlich bei nonverbaler Kommunikation und durch Körpersprache? Wie wichtig ist sie? Wie kann man sie gestalten und beeinflussen? Wie gelingt sie in der Klasse?

Weitere Beiträge im Schwerpunkt

Pearl Nitsche
Nonverbales Klassenzimmermanagement
Ohne viele Worte das Klassenzimmer managen

Ursula Schweizer
Kann ich nun in Ruhe arbeiten?
Ohne viele Worte das Klassenzimmer managen

Mona Sabine Meis/Rudi Rohde
Nach Regelverstößen sicher auftreten
Durchsetzen und Wertschätzen in der Körpersprache

Julia Košinár
Körpersprache wahrnehmen, reflektieren – und verändern

Constanze Kaiser
Die Körpersprache der Schüler – und wie Lehrer damit kommunizieren
Die knifflige Aufgabe, Körpersprache wahrzunehmen und zu nutzen

Daniel Reimann
Nonverbale Kommunikation zum Thema machen
Sprach- und kulturraumspezifische Gesten im Fremdsprachenunterricht

Das gesamte Inhaltsverzeichnis des Heftes (PDF)

Man kann es in einer halben Stunde evaluieren: Während des Schultages geht man über die Schulflure, bleibt vor jeder Tür zwei Minuten stehen – und horcht. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass dort, wo man weder Geräusche noch Stimmen hört, das Klassenzimmer leer ist oder eine Klassenarbeit geschrieben wird. Aus allen anderen Klassenräumen hört man fast immer Lehrkräfte sprechen, beauftragen, erklären, erzählen, in einigen Klassen auch Schüler (zum Teil: durcheinander) sprechen. Unterricht, durch die geschlossene Klassenzimmertür wahrgenommen, erscheint als Wörterwelt, in der die Sprache herrscht. Wäre die Tür gläsern, könnte man aber die Unterrichtswelt jenseits der Wörter erfahren und würde sehen, dass in der Schule viel mehr ohne Worte gesagt wird – als mit.

»Guten Morgen! – Bitte die Hefte heraus! – Wer fehlt? – Gibst du mir bitte das Klassenbuch, danke!« Hinter dieser Einleitung einer Unterrichtsstunde können sich unterschiedliche Nichtwörter-Welten verbergen:

  • Lehrer A. öffnet beim Klingeln zum Ende der Pause die Tür, geht zielstrebig zum Lehrerpult, stellt die Tasche darauf ab, öffnet sie, legt das Lehrbuch daneben, öffnet es, zieht seinen roten Sparkassen-Lehrerkalender aus der Jacketttasche, blättert die Klassenliste auf, schaut über die Köpfe der längsten Schüler hinweg und grüßt knapp, unterstreicht seine Anweisung, die Hefte herauszunehmen, mit einer auffordernden Handbewegung, und schaut dann in die Klasse, um nach fehlenden Schülern zu suchen, die er gleich, um es nur nicht zu vergessen, eintragen will. Dazu nimmt er ungeduldig seinen Kugelschreiber in die Hand.
  • Lehrer L. hat in der Pause den Klassenraum betreten, seine Materialien auf dem Pult ausgebreitet, die Triangel hervorgeholt und auf das Pult gelegt. Dann schaut er in die Klasse, besonders zu den Schülern, die miteinander reden, wartet auf das Klingeln, schaut unter die Decke, wieder in die Klasse, wippt auf den Zehenspitzen, wartet, schaut die Schüler wieder an. »Bitte steh auf!«, sagt er zu Jonas. Zu Sven sagt er: »Nimm deine Mütze ab. Respekt bitte!« Er wartet. Ruhe. Er schlägt die Triangel an, wartet, dass der Ton ausklingt. Dann begrüßt er die Klasse, die Schüler antworten im Chor. Gemurmel. Herr L. schlägt wieder auf die Triangel an. Die Schüler schweigen. Er gibt seine Anweisung. Während sie die Hefte hervorholen, fragt er Jakob in der ersten Reihe nach fehlenden Schülern und lässt sich das Klassenbuch reichen.

Die Szene bei Lehrer A. dauert 15 Sekunden, bei Lehrer L. nimmt sie zwei Minuten in Anspruch – die meiste Zeit davon sagt L. nichts und wartet. In den 15 und den 120 Sekunden ist für die kommende Unterrichtsstunde schon fast alles vorentschieden: Lehrer A. wie Lehrer L. geben durch ihr Verhalten, ihr Handeln, ihre Körpersprache und das Unterrichtssetting sehr viel wortlos vor (vgl. Abb. 1):

Abb. 1: Was auch ohne Worte im Unterricht geschieht

  • welches Unterrichtsklima sie in der Klasse haben wollen (wie viel Zeit und Raum sie schaffen, worauf sie aufmerksam sein wollen, wie Kommunikation sein soll);
  • wie sie die Stunde gestalten und steuern wollen (auf welche Punkte sie achten, wo sie kontrollieren oder Freiraum geben, wie sie warten und beschleunigen);
  • als welche (Lehr-)Person sie sich in der kommenden Stunde zeigen wollen (welche Eigenschaften sie präsentieren, welche Handlungsmuster sie wiederholen, was sie über ihre Person, ihre Einstellung zum Fach zeigen).

Non-verbale Kommunikation – mehr als nur Begleitumstand

Für A. ist es wichtig, zu Beginn der Stunde die Macht-Verhältnisse klargestellt zu haben: Er besitzt den roten Lehrerkalender und entscheidet, wer drangenommen wird. Sein Blick macht deutlich, dass er den Überblick behalten will und dass sein Interesse auf Abweichungen gerichtet ist (fehlende Schüler).

Auch L. will verdeutlichen, wer im Unterricht das Sagen hat: Bei ihm sollen es die Regeln sein. Jeden einzelnen Schüler schaut er an und signalisiert: Ich habe dich im Blick. Unterstützt wird das durch seine Korrektur von Abweichungen, mit Begründung (Respekt). L. betont, dass er einen bestimmten Ablauf in seinem Unterricht erwartet – und dass die Schüler sich daran halten sollen.

Von außen wahrgenommen, richten beide Lehrer ihre Botschaft ausschließlich an die Klassen. Ihre Fragesätze sind eigentlich Aufforderungen: »Wer fehlt?« ist die in eine Frage gepackte Anweisung. Neben dieser Außen-Wirkungsebene hat das Verhalten der Lehrer noch eine Innen-Wirkungsebene: Es ist, als sprächen sich beide Lehrkräfte Mut zu, diese Stunde in einem bestimmten Rahmen zu beginnen. Sie bestärken sich, dass sie Regie führen wollen, sich durchsetzen können.

Ob solch wortloses Agieren bei der Klasse und bei den Lehrern wirkt, wird durch drei Faktoren beeinflusst:

  • Fähigkeit, nichtsprachliches Verhalten wahrzunehmen und zu deuten
    Lehrer wie Schüler müssen wahrnehmen können, dass das, was ohne Worte gelehrt und gelernt wird, Bedeutung hat und dass damit Konsequenzen verbunden sind. Im Falle von Herrn A. wissen sie, was das Hervorholen des Lehrerkalenders zu bedeuten hat. Auch die Schüler von Herrn L. müssen verstehen können, was das Anschlagen der Triangel und das Warten bedeutet. Sie müssen spüren, dass er unruhig wird, und wissen, dass sie keine Klassenfahrt machen werden, wenn sie sich nicht ruhig verhalten. – Zu den besonders belastenden Unterrichtserfahrungen gehört, wenn nichtsprachliches Verhalten willkürlich erscheint oder nicht eingeordnet werden kann (»der hat irgendwie nur Theater gemacht, war sauer …«).
  • Vermögen und Bereitschaft, nichtsprachliche Kommunikation als gestaltbar und veränderbar zu sehen
    Eigenes Verhalten und Handeln in der Klasse als Naturereignis oder als bloße Reaktion auf das Verhalten anderer zu sehen, verhindert Kommunikation ohne Worte. Die Bereitschaft, eigenes und fremdes Verhalten zu beobachten und in Beziehung zueinander zu setzen, ist Voraussetzung, ohne Worte agieren zu können. Im Falle von Herrn A. würde das z. B. bedeuten, dass er selbst wahrnimmt, wie er abwehrend und verschlossen hinter dem Pult steht und dass er auch erkennt, dass sein Handeln verändert werden muss. Im Falle von Herrn L. wäre erforderlich, dass er nicht nur sein verbales Bemühen um gutes Klima sieht, sondern auch seine Körpersprache, die nur Leiden, Unzufriedenheit und Jammern ausdrückt.
  • Schlüssigkeit des nicht-sprachlichen Verhaltens zum Kontext
    Sind verbale Lehrer-Äußerungen unverständlich oder undurchschaubar, wird dies von Schülern meist hingenommen (»Der kann eben nicht erklären …, ich hab’s halt nicht verstanden …«). Von nicht-verbalen Äußerungen, vom Handeln der Lehrer dagegen wird ein hohes Maß an Kontext-Schlüssigkeit verlangt: Solche Äußerungen wollen verstanden werden, sie werden in Bezug gesetzt zur Lerngeschichte, zu Erlebnissen und aktuellen Situation (»Warum ist Herr X. heute plötzlich so nett …?«). So weiß die Klasse im Falle von Herrn A. beispielsweise, dass er gestern auf dem Eltern­abend heftig kritisiert wurde und nun in der ersten Stunde besonders korrekt handeln muss. Dieser Kontext bildet die Folie, auf der sie die nicht-sprachlichen Äußerungen A.’s interpretieren. – Lehren ohne Worte verlangt viel mehr Kontext-Schlüssigkeit als verbale Lehrerbeiträge.

Lehrer wie Schüler müssen wahrnehmen können, dass das, was ohne Worte gelehrt wird, Bedeutung hat.

Diese Faktoren gelten besonders für Lehrer, aber auch für Schüler. In unseren beiden Fällen reagieren sie symmetrisch auf das Verhalten ihrer Lehrer, wenn sie bei Herrn A. ängstlich zur Seite schauen und ihm signalisieren, dass er sie einschüchtern kann, oder wenn sie Herrn L. anfangs ignorieren und ihn zwingen zu warten. Sie handeln nichtsprachlich auf der gleichen Ebene. Wie sprachliche Kommunikation ist auch die nichtsprachliche wechselseitig.

Handeln wird mehr geglaubt als Worten

Unterricht erscheint zuallererst als »Wortsache«: Mit Worten wird gelehrt, vermittelt, gesteuert, gestaltet. Deshalb bemühen sich Lehrkräfte, zu planen, was sie im Unterricht sagen, wie sie es sagen, zu wem sie es und wann sie es sagen. Aber: Zu glauben, gute verbale Kommunikation sei der Schlüssel zu gutem Unterricht, erweist sich als Illusion. Denn ob Lehren und Lernen gelingt, hängt für Lehrer wie Schüler entscheidend ab von außersprachlichen Faktoren:

  • Die – verbale – Kommunikation der Lehrkräfte steuert den Unterricht weit weniger, als sie das annehmen. Selbst wenn Lehrkräfte extrem viel im Unterricht sprechen, kommen sie mit ihrem reinen Sprechanteil selten über ein Drittel bis zur Hälfte der Unterrichtszeit, der Rest sind Schülerbeiträge, Leerlauf, Abbrüche, Zettelverteilen etc. Ihr Sprechen begleiten sie durchweg mit nichtsprachlichen Äußerungen. Und den anderen Teil der Unterrichtszeit agieren sie ausschließlich nonverbal. Ohne Worte etwas zu lehren ist also – zumindest rein quantitativ – die vorherrschende Kommunikationsform auch bei Lehrkräften. Unterricht wird wesentlich bestimmt durch das, was nicht gesagt wird, und durch das, was getan wird.
  • Verbale Kommunikation von Lehrkräften, auf deren Planung häufig so viel Mühe verwendet wird, nimmt für Schüler und Eltern oft nicht den Stellenwert ein wie bei Lehrkräften. Schüler und auch Eltern sprechen vergleichsweise wenig (so gibt Hansen (2010) an, dass Amerikaner durchschnittlich zehn bis elf Minuten pro Tag reden, Eltern mit ihren Kinder im Durchschnitt 38 Minuten die Woche) – 90 Prozent dessen, was sie kommunizieren, erfolgt über Handlungen, nicht über Worte (Hansen 2010). Für Schüler und Eltern ist deshalb eine stimmige Kommunikation außerhalb der Worte entscheidend.
  • Verbale Kommunikation für Lehrkräfte steht unter einem hohen Glaubwürdigkeitsanspruch: Für Schüler ist aber besonders das glaubwürdig, was über Handlungen kommuniziert wird. Wenn Aussagen nicht kongruent sind zur Körpersprache oder gar im Gegensatz zu Handlungen stehen, wird den Aussagen weniger geglaubt als den Handlungen. Deshalb ist eine hohe Passung von verbaler Kommunikation und Handlungen so wichtig.

Gezielt daran arbeiten, ohne Worte zu lehren und zu lernen

Ohne Worte zu lehren oder zu lernen, bedeutet mehr als nur nonverbale Kommunikation. Es geht neben Körpersprache (Gestik, Mimik, Sprechweise, Bewegung) weiterhin um die Herstellung des Unterrichtssettings und -klimas und um die Art und Weise, wie die Lehrperson sich als Person und Kommunikationspartner »konstituiert«. Wie eine Lehrkraft in der Klasse auftritt, wird häufig als »Charaktersache« angesehen. Als geschehe es unbewusst und sei der Reflexion nicht zugänglich. So bezeichnet sich Lehrer A. beispielsweise schulterzuckend als einen »Fachfanatiker und gemäßigten Choleriker«. Dabei hat er z. B. das Ritual mit dem roten Lehrerkalender von seinem Mathematiklehrer übernommen und weiß, welche Furcht es auslösen kann.

Der erste Schritt für eine Verbesserung des Lehrens ohne Worte besteht darin, den eigenen Anteil und dessen Veränderbarkeit daran wahrzunehmen (und nicht sofort zu werten). Gerade hier ist die Selbstwahrnehmung von Lehrkräften oft blind – es gibt aber einfache Mittel, sich und das eigene Agieren in den Blick zu nehmen:

  • Sich von Schülern beschreiben/widerspiegeln lassen, wie man im Unterricht agiert (Beschreibe mit zehn Adjektiven/Nomen, wie Herr X. im Unterricht ist … Schreibe einen kurzen Steckbrief über Herrn X., seine Arbeit, seine Hobbys …). Dabei ist die Widerspiegelung immer nur der Ausgangspunkt für ein folgendes Gespräch: Was passiert, wenn das so ist? Wie reagieren die Schüler darauf?
  • Ehemalige Schüler über Auskunft zu bitten zu seinem Unterricht/Handeln, sich von ihnen vorspielen zu lassen, wie man im Unterricht agiert hat.
  • Eine sehr unterhaltsame – auch erschreckende – Methode, ist das »Körpersprache-Karaoke«: In einer Gruppe wird ein Ton-Mitschnitt einer fremden Unterrichtsstunde vorgespielt. Mehrere Teilnehmer versuchen hintereinander, zu diesem Mitschnitt eine aus ihrer Sicht passende Körpersprache zu entwickeln und zu variieren. Sehr gut für diese Übung eignet sich auch Lars Reichows »Schulstunde« (1995), ein Kabarett-Beitrag über eine Musikstunde.

Weniger geeignet ist dagegen die individuelle Analyse von Video-Aufnahmen aus dem eigenen Unterricht. Wesentlich ertragreicher sind Video-Analysen und Feedbacks in Gruppen (vgl. den Beitrag von Košinár in diesem Heft).

Der zweite Schritt besteht im Training von Methoden, Routinen und Verfahren zum Lernen und Lehren ohne Worte. Hier sind drei Aspekte vorrangig:

  1. für ein Unterrichtsklima sorgen, in dem ruhiges Arbeiten möglich ist, in dem es Raum gibt für Aufmerksamkeit, in dem Gesten bewusst wahrgenommen werden (vgl. die Beiträge von Schweizer, Meis/Rhode und Nitsche), so dass es zu einer Kommunikation ohne Worte in der Klasse kommen kann;
  2. stärkere Bewusstheit, wie sich die Lehrkraft ohne Worte »konstituieren« und Selbstkontrolle erhöhen kann (vgl. Beiträge von Nitsche und Kaiser);
  3. Erfahren und Üben der Vielfältigkeit und Differenziertheit nichtsprachlichen Ausdrucks.

Diese Aspekte sind auch für die Klasse wichtig, auch sie muss Lernen ohne Worte üben. Interessante Verfahren sind hier, für begrenzte Unterrichts- oder Arbeitsschritte neue Verhaltens- oder Handlungsweisen im Sinne eines Probehandelns einzuüben und sich deren Wirkung dann beschreiben zu lassen (z. B. einen Unterrichtseinstieg auf eine andere Weise durchzuführen) oder systematisch Mimik und Gestik zu üben – immerhin sind Menschen fähig, bis zu einer Viertelmillion unterschiedliche Gesichtsausdrücke zu zeigen …

Kritische Bereiche nichtsprachlichen Handelns im Unterricht

Der dritte Schritt für eine Verbesserung des Lehrens und Lernens ohne Worte ist die Auseinandersetzung und kollegiale Absprache über kritische Bereiche, z. B.:

Lehren und Lernen ohne Worte kann man erst richtig, wenn man auch darüber sprechen kann.

Was sind angemessene Nähe und sinnvoller Abstand?
Abstand beziehungsweise Nähe der Lehrkraft zu Schülern werden empfunden als Ausdruck der persönlichen Einstellung zu ihnen. Dabei geht es z. B. um deutliche Signalisierung von Distanz (mehr als 3,5 Meter, vgl. Hansen 2010) oder sehr großer Nähe (wenn der Armlängen-Abstand unterschritten wird). Die Frage von Abstand/Nähe ist besonders in interkulturellen Zusammenhängen von Bedeutung, wenn hier unterschiedliche Wertvorstellungen bestehen.

Wann sind Berührungen erlaubt oder verboten?
Trost zu spenden, Ermunterung zu geben, Mitgefühl und Begeisterung zu zeigen, das geht oft am besten über Berührungen: ein Schulterklopfen, in den Arm nehmen. Auch im normalen Fachunterricht kommt es immer wieder dazu, dass Lehrkräfte Schüler berühren (müssen), bei der Anleitung im Sport- oder Kunstunterricht, bei Experimenten in den Naturwissenschaften. Berührungen sind immer auch Ausdruck von Beziehung und Nähe. Durch angemessenen Umgang mit Berührungen kann der Lehrer in der Klasse ein Klima der Verbundenheit schaffen. Voraussetzung dafür ist das Einverständnis der Schüler. Zugelassene Bereiche sind grundsätzlich nur Kopf, Schultern und Hände.

Wo soll ich als Lehrer meinen Platz in der Klasse haben?
Es ist kein Zufall, wo Lehrkräfte sich in der Klasse aufhalten: Sie verschanzen sich oder sind allgegenwärtig, zeigen Hinwendung oder Abwendung. Besonders beim Lehrerraumprinzip ist diese Frage wichtig: Ein Lehrer, der sein Pult an die Seite stellt und während der Übungsphasen der Klasse dann mit dem Rücken zu den Schülern an seinen Unterlagen arbeitet, gibt ein eindeutiges Sig­nal von Abwendung oder Abspaltung – ebenso wie ein Lehrer, der immer vorn auf dem Pult sitzt, die Beine baumeln lässt. Im einen Fall signalisiert es Desinteresse, im anderen Falle Inkongruenz: Ich darf mich entspannen, ihr nicht. – Ein wichtiges Kriterium für den Platz in der Klasse ist das der Gegenwärtigkeit: Gut sind Plätze oder Bewegungsmuster, die Schülern signalisieren: Ich bin aktiv anwesend, ansprechbar.

Wie ist mein eigenes persönliches Auftreten?
Selbst wenn man sich an keine Inhalte mehr aus dem Unterricht einer Lehrkraft erinnern kann, so bleiben doch Bilder von deren Auftreten: Hat sie (nach Knoblauch, Alkohol) gerochen? Beugte sie sich bei der Kontrolle der Hausaufgaben immer weit zu den Schülern herunter und flüsterte ihnen in die Ohren? Bekamen die Schüler der ersten Reihen immer die Spucke mit, wenn die Lehrervorträge besonders engagiert waren? War die Kleidung sauber, gepflegt? – Für Schüler sind solche scheinbaren Kleinigkeiten des Auftretens oft Auslöser für Abneigung und Abwehr. Wenn es in einer Schule Regeln für Schülerkleidung gibt (z. B. keine Mützen im Unterricht) – welche Regeln gelten dann für Lehrkräfte?

Bin ich eigentlich ironisch?
»Ella, nimm du die Aufgabe, die ist ja leicht!« – Ob die Schülerin diesen Satz als bloße Aufforderung oder auch als ironischen Kommentar über ihre Leistungen auffasst, hängt ab von dem wortlosen Kommentar, der diesen Satz begleitet. Ironie ist oft gar nicht beabsichtigt, entsteht ungewollt durch Körpersprache und Handeln. Wie kann man in der Klasse ein Klima schaffen, in dem Ironie möglich ist?

Was mache ich – ohne Worte – bei Gruppenarbeit?
Gruppenarbeitsphasen sind für das Lehren und Lernen ohne Worte eine Herausforderung: Ständiges Herumgehen durch die Gruppen wird schnell verstanden als Misstrauen und Kontrolle von außen. Ist der Lehrer abwesend oder erledigt er andere Aufgaben (Klassenbuch, Korrekturen), zeigt er Desinteresse und macht deutlich: So wichtig ist es auch nicht. Gruppenarbeit erfordert die Anwesenheit des Lehrers in der Klasse und in den Gruppen – meistens ohne Worte, aber aktiv an der Gruppenarbeit interessiert: durch Mitschreiben, Beobachtung, Feedback.

Immer Vorbild sein?
Gerade im nichtsprachlichen Bereich sind Lehrkräfte Vorbilder: Sie zeigen durch ihre Körperhaltung und Gestik, wie offen oder verschlossen sie sind. Was Schüler von Lehrern erwarten können, sehen sie an der Art und Weise, wie Lehrer die Arbeitsumgebung gestalten, wie sie sich für das Klima in der Klasse einsetzen. Vor allem achten Schüler (und Umwelt) auf Inkongruenz zwischen dem Gesagten und dem Handeln: Muss man in der Klasse einen Lehrer begrüßen, wenn der selber einen im Treppenhaus nicht grüßt? Muss man pünktlich kommen, wenn Lehrer zu spät kommen? Muss man leserlich schreiben, wenn man die Schrift des Lehrers nicht entziffern kann?

In allen kritischen Bereichen geht es immer um Gegenseitigkeit, um die Fähigkeit, über das Lehren und Lernen ohne Worte auch sprechen und reflektieren zu können. Oder um es anders zu sagen: Lehren und Lernen ohne Worte kann man erst richtig, wenn man auch darüber sprechen kann.

Die Beiträge dieses Heftes

Die Beiträge dieses Heftes greifen die Fragen des Lehrens und Lernens ohne Worte auf drei Ebenen auf: Zuerst gehen Schweizer und Nitsche darauf ein, wie in der Klasse ein Klima für solches Lehren und Lernen erreicht und wie Aufmerksamkeit für nichtsprachliches Lernen geschaffen werden kann. Hier geht es vorrangig um die Gestaltung von Räumen und Arrangements, Stille als etwas Positives herzustellen und nonverbale Kommunikation in diesem Sinne zu nutzen. Die folgenden Beiträge von Meis/Rhode und Košinár stellen die Reflexion und Veränderung des individuellen Lehrerverhaltens bei nichtsprachlicher Kommunikation in den Vordergrund, während der Beitrag von Kaiser die wechselseitige nichtsprachliche Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern genauer untersucht. Im abschließenden Beitrag von Reimann geht es darum, wie man Körpersprache auch zum – theoretischen – Gegenstand im Fremdsprachenunterricht machen und dabei über die Entdeckung von sprachlichen und interkulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden auch etwas über die eigene Körpersprache lernen kann.

Literatur

Hansen, Jacueline (2010): Teaching without talking. In: Phi Delta Kappan H. 92/2010, S. 35 – 40
Reichow, Lars (1995): Die Schulstunde. Auf: Allerhöchste Tastenzeit. Roof. Auch: http://www.youtube.com/watch?v=Xega4pIp62E

Dr. Gerhard Eikenbusch ist Schulleiter und Mitglied der Redaktion von PÄDAGOGIK.
Adresse: Karlavägen 25, 11431 Stockholm/Schweden
E-Mail: gerhard.eikenbusch(at)telia.com

Inhalt Magazin

 

»Ein besonderer Schmuck für die Demokratie«

Das Demokratiefest für engagierte Jugendliche beim Bundespräsidenten

Bundespräsident Joachim Gauck und das Bündnis »DemokratieErleben« veranstalteten am 18. Juni 2012 erstmals ein Demokratie-Fest im Park von Schloss Bellevue in Berlin. Das Fest stand unter dem Motto »Jung. Beteiligt. Engagiert.« und sollte die Vielfalt des Engagements von Jugendlichen, aber auch von Schule und Jugendbildung für die Demokratie öffentlich sichtbar machen, herausheben und würdigen. Es war ein Beitrag dazu, die Stellung des Demokratie-Lernens in Schule und Gemeinden im Wechselspiel mit der Engagementbereitschaft Jugendlicher in einer gesamtstaatlichen Perspektive zu stärken. »Ich freue mich, dass wir heute einen besonderen Schmuck im Garten haben … und das sind Sie, die jungen Leute, die eingeladen sind von all den Gruppierungen, Stiftungen und Projekten, die sich um Demokratieförderung verdient machen«, so hieß der Bundespräsident seine Gäste willkommen. Und weiter: »Unsere Demokratie braucht junge Menschen, die ihre Initiative und ihren Willen dafür einsetzen, um unser Zusammenleben verantwortungsvoll mitzugestalten. Dafür müssen wir ihnen Räume und Gelegenheiten bieten, denn Demokratie lernt nur, wer Demokratie selbst erlebt«. Er war sichtlich angetan von seinen rund 300 jugendlichen Gästen, die sich als Schülersprecher, in Jugendparlamenten oder in kommunalen Projekten engagiert und Verantwortung übernommen haben. Zugleich waren rund 150 Akteure aus der demokratiepädagogisch inspirierten zivilgesellschaftlichen Projekt-Landschaft, aber auch aus Ministerien und in diesem Feld tätigen Stiftungen dabei. Die jüngsten Gäste waren Grundschüler aus Landau, ältester Gast und demokratiepolitische Zeitzeugin war Hildegard Hamm-Brücher, die von Bundespräsident Gauck warmherzig empfangen wurde. Es war ein Fest, bei dem die gesamtgesellschaftliche Wertschätzung dieses vielfältigen Engagements sichtbar wurde.

Bundespräsident Joachim Gauck war bei seinem ersten »Jugend-Demokratiefest« in Schloss Bellevue ein begehrter und sichtlich engagierter Gesprächspartner

Für das Gemeinwohl engagiert an vielen Orten

In Bellevue entfalteten sich in kurzer Zeit spannende Diskussionen zu Themen, die Jugendliche heute bewegen: Bildung, bürgerschaftliches Engagement bei etwa Greenpeace oder amnesty international (beide Organisationen waren mit ihren Geschäftsführern Brigitte Behrens beziehungsweise Wolfgang Grenz prominent vertreten), die Frage der Integration verschiedener Kulturen und das politische Handeln in der kleineren Demokratie von Stadt oder Gemeinde – das alles waren Ansatzpunkte von Gesprächen, in denen unter kundiger Moderation von Hans Jessen (ARD), Manuel J. Hartung (ZEIT-Verlag) und Johanna Maria Knothe ­(ZDFneo) Politiker wie Petra Roth, die frühere Frankfurter Rathauschefin, die Präses der ev. Synode Katrin Göring-Eckardt und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse ein Gespräch jeweils mit Jugendlichen geführt haben. Schließlich spielte auch die Bildungspolitik mit ihrer derzeitigen und insbesondere von den Jugendlichen kritisch befragten föderalen Unbedingtheit eine Rolle in den Debatten. Jan Hofmann, Staatssekretär im Magdeburger Kultusministerium, wusste sie virtuos, gleichwohl auch kunstvoll zu verteidigen und musste seine eigene Position – derzufolge ein kooperativer Föderalismus in Abstimmung und begrenztem Gestaltungseinfluss des Bundes wünschenswert sei – nicht verbergen. Leicht hat es die Bildungspolitik mit ihrer Gestaltungsmacht gegenüber den Kindern und Jugendlichen nicht! Dennoch: Trotz der Sommerhitze bei strahlend blauem Himmel waren die drei Debattenzelte gut gefüllt.

Auch die spielerische Auseinandersetzung mit der Demokratie durch ein auf Partizipation der Zuschauer angelegtes Improvisationstheater, ein »Speakers Corner«, eine Jugendfotoausstellung »Orte der Demokratie« – bei der bemerkenswerte Assoziationen und Vorstellungen gelebter Wertschätzung und Partizipation sichtbar geworden sind: Familienbeschlüsse, Absprachen auf dem Fußballplatz, aber immer wieder auch die Schule in vielen Varianten zwischen Klassenrat und Mitbestimmung im Unterricht! – haben verdeutlicht, wie reich und wie unzureichend zugleich die Möglichkeiten für Mitbestimmung und ein demokratisches Erfahrungslernen sind, das Kinder und Jugendliche so dringend benötigen.

Sich selbst mögen und Anerkennung stiften

Joachim Gauck war in seinem Element – ein Bürgerpräsident im besten Sinne des Wortes. Er hat allen Teilnehmern Aufmerksamkeit geschenkt, sein Ohr geliehen und war stets präsent. Im abschließenden Gespräch mit Jugendlichen hat er erneut seine biographische Motive verdeutlicht, die in ihm einen Freiheitsgeist entzündet haben. »Freiheit und Verantwortung lernt man vor allem dann schätzen, wenn man die Diktatur erfahren hat«, so Gauck, »es sind deshalb Werte und eine Lebenspraxis, die voraussetzen, dass man sich selbst mögen muss«. Der Bundespräsident meint dabei weniger die christliche Nächstenliebe und die daraus folgende diakonische Pflicht, sondern hat treffend die Beschreibung idealer Lernvoraussetzungen in demokratischen Kulturen angesprochen, wie sie die psychologische Motivations- und Interessentheorie mit der Trias von Autonomie- und Kompetenz­erfahrung sowie sozialer Eingebundenheit beschreibt: »Ich muss mich mögen und einen Willen zur Freiheit haben, dann kann ich mit und für andere engagiert handeln«, so Joachim Gauck.

Positive Bilanz der Jugendlichen

»Ich wünsche mir, dass noch mehr Initiativen, die auf diesem Gebiet tätig sind, sich zusammenschließen, damit wir hier noch öfter dieses schöne Treffen haben, wo ich Sie, den Schmuck dieses Gartens dann wieder treffen kann«, sagte der Bundespräsident zu seinen Gästen, bevor die angesagte Berliner Rockgruppe MIA die Bühne ausdrucksstark und bassgewaltig in Beschlag nahm. Am Ende war die Bilanz der jungen Gäste ausnehmend positiv: »Das war klasse, dass auch wir einmal im Präsidentengarten zu Gast waren«, so Max Uhlemann, der im Rahmen des Geschichtswettbewerbs der Körber-Stiftung in seiner Heimatstadt die Umbenennung einer Straße initiiert hat. »Der Bundespräsident hat sich wirklich Zeit für uns genommen und keine Sprechblasen formuliert – wenn er beispielsweise bekennt, dass er sich in Sachen schulischer Partizipation und Demokratie erst noch kundig machen möchte«, so Marie Kirschstein, Jugendbotschafterin von Demokratisch Handeln aus Kaarst. »Es war sehr interessant, die Rede des Bundespräsidenten zu hören. Er kann einen richtig inspirieren«, sagte Sorniza Marinova, die sich im Projekt »Mitwirkung« der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung engagiert.

Die Erwartungen unserer demokratischen Gesellschaft an ihre Kinder und Jugendlichen, an ihre Bildungseinrichtungen und vor allem an die Schule sowie ihre Bereitschaft, Jugendliche da auch früh mitzunehmen, streben nach wie vor stark auseinander. Die Diskussion um eine demokratiepädagogische Stärkung von Lernen und Aufwachsen in Schule, Jugendarbeit und Familie kommt – so scheint es – langsam in Fahrt. Das Präsidentenfest von Joachim Gauck im Zusammenwirken mit dem Bündnis »DemokratieErleben« war ein Erfolg und doch zugleich erst ein Anfang. Dem Bundespräsidenten ist es ernst mit der Heranführung Jugendlicher an die Demokratie. Schön wäre es, wenn die Bildungspolitik über Länderhoheiten hinweg diesen Impuls aufnehmen würde.


DemokratieErleben ist ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis, dessen Ziel es ist, junge Menschen zu mehr Verantwortung und Mitwirkung in der Demokratie zu motivieren und die Vielfalt der demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Es wurde 2010 von der Körber-Stiftung, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und »Demokratisch Handeln« zusammen mit weiteren Partnern ins Leben gerufen. Das Bündnis wird durch die Kultusministerkonferenz unterstützt und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Gauck. Internet: www.demokratieerleben.de

Dr. Wolfgang Beutel/Sven Tetzlaff

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OECD: USA sollten die duale Ausbildung einführen

Die USA sind seit vielen Jahren eine der innovativsten Ökonomien in der Welt – doch ohne erhebliche Investitionen in die Bildung junger Amerikaner könnte die größte Volkswirtschaft der Welt rasch an Boden verlieren. Zu diesem Ergebnis kommt die UN-Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einem Bericht über die US-Ökonomie. Sie rät der amerikanischen Regierung vor allem zu Reformen im Ausbildungswesen. Im Kern gehe es dabei darum, Schulabgänger und Hochschulabsolventen besser auf die Erfordernisse von Unternehmen vorzubereiten. In diesem Zusammenhang empfiehlt die OECD den Amerikanern den Blick nach Deutschland und in die Schweiz, die das Konzept der »Dualen Ausbildung« verfolgen.

Bislang gibt es in den USA in den allermeisten Berufen keine jahrelange Lehre mit begleitender Berufsschule und staatlich anerkannten Abschlüssen. Dabei bietet dieses Konzept laut OECD große Vorteile, denn für viele Studenten könne diese Praxisorientierung viel mehr bringen als Unterrichtsstoff ohne erkennbaren Bezug zu Dingen, von denen sie wenig wissen oder die sie nicht interessieren.

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Junge Leute meiden den Lehrerberuf

Der Beruf des Lehrers genießt zwar in der Bevölkerung inzwischen wieder ein hohes Ansehen, jedoch können sich nur wenige junge Deutsche vorstellen, selbst als Lehrerin oder Lehrer zu arbeiten. Dies zeigt eine repräsentative Studie des Allensbach-Instituts, die vor kurzem erschienen ist. Ziel der Studie war es, in Zeiten des drohenden Lehrermangels mehr über die Gründe zu erfahren, die junge Menschen davon abhalten, diesen Beruf zu ergreifen.

Grundsätzlich können sich nur 18 Prozent der Befragten vorstellen, als Lehrerin oder Lehrer zu arbeiten – die Mehrheit empfindet diesen Beruf als unattraktiv. Die Lehrerinnen und Lehrer hätten viel Stress, der Beruf biete wenig Aufstiegsmöglichkeiten und bereite wenig Spaß. Freude und Spaß gaben viele der Befragten jedoch als wichtigste berufliche Prioritäten an. Nur jeder vierte sieht in dem Beruf des Lehrers eine erfüllende oder bereichernde Tätigkeit. Wenn man jedoch die Gruppe der Lehrer betrachtet, sieht dies anders aus: Die überwiegende Mehrheit von ihnen hat Freude an der eigenen Berufstätigkeit.

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Schülerwettbewerb: Zukunftsplaner für Umwelt- und Klimaschutz gesucht

Die Siemens Stiftung veranstaltet in diesem Jahr zum siebten Mal einen Schülerwettbewerb für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. Unter dem Motto »Stadt – Land – Fluss. Zukunftsplanung ist ein Muss!« können sich Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und von Deutschen Auslandsschulen in Europa bis 15. November 2012 für den Wettbewerb anmelden. Es winken Preisgelder im Gesamtwert von rund 100 000 Euro für die Gewinner.

Im Mittelpunkt stehen der steigende Verbrauch von Ressourcen sowie die wachsende Umweltbelastung zum Beispiel durch zunehmende CO²-Emissionen, Abfallmengen oder Wasserverschmutzung. Die Siemens Stiftung möchte mathematisch-naturwissenschaftlich talentierte Jugendliche zur Beschäftigung mit diesen Themen anregen. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der oberen Jahrgangsstufen in Deutschland (ab Klasse 10), Österreich (Oberstufe ab Klasse 6), der Schweiz (Sekundarstufe II) und an Deutschen Auslandsschulen in Europa (ab Klasse 10). Für die Jugendlichen gilt es, betreut von einer Lehrkraft, eine konkrete Forschungsfrage zu stellen und eine Antwort darauf zu suchen. Das Wettbewerbsverfahren läuft mehrstufig: Aus allen Einreichungen werden nach einer Vorauswahl die jeweils fünf besten Teams ihre Arbeiten bei Vorentscheiden an der RWTH Aachen, der TU Berlin oder der TU München präsentieren. Anschließend entscheidet die Jury, bestehend aus renommierten Wissenschaftlern, welche neun Teams aus den Vorentscheiden zum Finale vom 16. – 18. März 2013 eingeladen werden.

Die zu vergebenden Preisgelder sind studienzweckgebunden. Auch die betreuenden Lehrkräfte erhalten ein Preisgeld für ihre Fachbereiche. Zusätzlich werden die erfolgreichen Teilnehmer in ein Tutorenprogramm aufgenommen, um ihnen den Start in ein Studium zu erleichtern. Durch die Einbindung der Jugendlichen in das Alumni-Programm der Siemens Stiftung werden eine rege Vernetzung und gemeinsame Aktivitäten der ehemaligen Teilnehmer ermöglicht. Anmeldeschluss für den Schülerwettbewerb 2013 ist der 15. November 2012, Einsendeschluss für die Arbeiten ist am 15. Januar 2013.

Weitere Informationen sind unter www.siemens-stiftung.org/schuelerwettbewerb zu finden.

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Gute pädagogische Architektur

Seit kurzem steht die Internetseite www.lern­raeume-aktuell.de in einer komplett überarbeiteten Version zur Verfügung. Die von der Montag Stiftung Urbane Räume und der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft (Bonn) herausgegebene Beispielsammlung präsentiert zurzeit 39 beispielhafte Bildungsbauten aus sieben Ländern. Architekten, Pädagogen und Bauherren finden hier detaillierte Pläne und Konzepte, die als Inspiration für eigene Projekte dienen können. Alle Beispiele stehen für eine gute »pädagogische Architektur«, die zeitgemäße Konzepte des Lernens und Bauens verbindet. Die Sammlung wird kontinuierlich erweitert und erhält Unterstützung durch namhafte Partner aus der Architektur, Pädagogik und dem kommunalen Bereich.

Bis zum 10. Oktober läuft überdies noch ein Preisausschreiben für alle Schulbau-Interessierten. Zu gewinnen gibt es eine zweitägige Ins­pirationsreise zu ausgewählten Bildungsbauten in Deutschland oder dem nahen Ausland. Außerdem werden unter den Teilnehmenden zehn Exemplare des 2012 erschienenen Handbuchs »Schulen planen und bauen – Grundlagen und Prozesse« verlost, das praktische Anregungen für einen guten Schulbau vermittelt. Weitere Informationen zu der Aktion sind unter www.lern­raeume-aktuell.de abrufbar.

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Sachsen-Anhalt: Gemeinschaftsschule kommt

Die schwarz-rote Koalition in Sachsen-Anhalt hat die im Koalitionsvertrag der beiden Regierungsparteien CDU und SPD vereinbarte Gemeinschaftsschulen auf den Weg gebracht. Die Gemeinschaftsschule solle alle allgemeinbildenden Abschlüsse anbieten und Schülerinnen und Schüler noch stärker individuell fördern, sagte Schulminister Stephan Dorgerloh (SPD). Er betonte, dass bereits gut die Hälfte der Bundesländer über eine entsprechende Schulform verfüge. In Sachsen-Anhalt sollen Schulen, Schüler und Eltern künftig selbst entscheiden, ob eine Schule in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt werden soll. Die neue Schulform soll ein längeres gemeinsames Lernen der Kinder ermöglichen.

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Kölner Lehrer sollen für Parkplatz zahlen

Lehrerinnen und Lehrer in Köln müssen künftig für Parkplätze auf dem Schulgelände eine Parkgebühr entrichten. Der Stadtrat beschloss zunächst einen Testlauf im Bezirk Porz, anschließend sollen die anderen Stadtteile folgen. Er erhofft sich davon Mehreinnahmen in Höhe von einer Million Euro jährlich für die hoch verschuldete Stadtkasse. Die Preise sollen gestaffelt sein und maximal 50 Euro im Monat für einen überdachten Platz betragen.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) kritisiert diese Entscheidung heftig. Er verwies darauf, dass Lehrerinnen und Lehrer täglich ihre Arbeitsmaterialien wie zum Beispiel Bücher und Klassenarbeiten von zu Hause zur Schule schleppen müssten, weil sie im Schulgebäude keinen separaten Arbeitsbereich – sie ziehen ja meist von Klasse zu Klasse. Deshalb könnten sie nicht einfach auf Bus und Bahn umsteigen.

Eine Sprecherin der Stadt entgegnete, dass dies kein gutes Argument sei, da beispielsweise bei Geschäftsreisenden Rollkoffer inzwischen gang und gäbe seien. Außerdem hätten auch Schüler jede Menge zu schleppen und müssten damit zurechtkommen. Sie verwies überdies darauf, dass städtische Mitarbeiter schon lange 50 Euro im Monat für einen Parkplatz zahlen müssten. Es gebe keinen Grund für eine Sonderbehandlung der Lehrer, auch wenn sie Landesbeamte seien.

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Jeder vierte Vater nimmt Elterngeld in Anspruch

Das Elterngeld kommt auch bei den Vätern immer mehr in Mode: Inzwischen nimmt für mehr als jedes vierte Kind auch der Vater diesen staatlichen Lohnersatz in Anspruch. Drei Viertel von ihnen belassen es allerdings bei zwei Monaten. Nur knapp sechs Prozent nimmt die Leistung für ein Jahr in Anspruch. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist der Anteil der Väter, die sich für die Betreuung ihres Kleinkindes einige Monate aus dem Beruf ausklinken, seit Einführung des Elterngeldes vor fünf Jahren von 18 Prozent (2007) kontinuierlich auf 25,3 Prozent (2010) gestiegen.

Am häufigsten nehmen Väter in Bayern mit 32,9 Prozent Elterngeld in Anspruch, gefolgt von Sachsen (32,7) und Berlin (31,2). Am wenigsten machen Väter im Saarland (15,3) und in Bremen (18,6) von der Sozialleistung Gebrauch. Auch in Nordrhein-Westfalen ist mit 19,2 Prozent die Nutzung der Vätermonate beim Elterngeld unterdurchschnittlich.

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500 Millionen Euro für künftige Meister

Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung künftigen Meistern mit mehr als einer halben Milliarde Euro unter die Arme gegriffen; rund 166 000 Menschen erhielten ein sogenanntes Meister-BAföG. Das sind Darlehen oder Zuschüsse im Rahmen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes, zum Beispiel für Prüfungsgebühren oder das Meisterstück. »Mit Hilfe des Meister-BAföG legen viele Fachkräfte die Grundlage für ihren beruflichen Aufstieg. Viele von ihnen machen sich später selbstständig und schaffen Arbeitsplätze«, kommentierte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) diese vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Zahlen.

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Intensive Computer-Nutzung führt zu Schulproblemen

Der durchschnittliche Jugendliche verbringt viel Zeit am Computer oder Fernseher. Nach einer neuen Studie der Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag der DAK-Gesundheit sitzt fast jeder fünfte Schüler täglich mindestens sechs Stunden vor dem Bildschirm. Die Studie bestätigt die bekannten Befunde, dass eine solche Intensivnutzung häufig mit Schulproblemen verbunden ist. Im Rahmen der Studie waren rund 6 000 Jungen und Mädchen zwischen elf und 18 Jahren an 25 Schulen in sieben Bundesländern befragt worden.

Demnach nutzen 15- und 16-jährige Schüler die Medien am meisten. In dieser Altersgruppe sitzen 23 Prozent täglich sechs oder mehr Stunden vor dem Computer oder Fernseher. Diese Intensivnutzer klagen besonders über Schulunlust und sind unzufriedener mit ihren Schulleistungen. Dies gilt insbesondere für die betroffenen Mädchen, bei denen fast jede Vierte nicht mit der eigenen Leistung zufrieden ist. 

Hauptschüler gucken besonders viel Fernsehen

Schüler von Haupt-, Real- und Regionalen Schulen verbringen im Vergleich zu anderen Schulformen die meiste Zeit am Bildschirm. Dies zeigt sich besonders beim Fernsehkonsum. Im Vergleich zu Gymnasiasten sitzen mehr als doppelt so viele Haupt- und Realschüler täglich mindestens drei Stunden vor dem Fernseher.  Die viele Zeit vor dem Bildschirm hat keine Auswirkungen auf die Anzahl der Freunde. Mehr als 90 Prozent aller Befragten haben zum Beispiel vier oder mehr Freunde. Die Intensivnutzer treffen sich aber häufiger mit Freunden. 61 Prozent der befragten Intensivnutzer treffen sich dreimal oder öfter in der Woche mit ihren Freunden im Vergleich zu 47 Prozent der Geringnutzer von Medien. Dies weist darauf hin, dass Medien oft gemeinsam genutzt werden, zum Beispiel beim Computerspielen. Allerdings sind Intensivnutzer auch deutlich weniger körperlich aktiv und nehmen seltener an organisierten Freizeitangeboten teil.

Medienkompetenz als Bestandteil der Lehrerausbildung

   Aus Sicht von DAK-Gesundheit und Leuphana Universität haben die Schulen in der Prävention von Risikoverhalten eine besondere Rolle. Pädagogische Fachkräfte oder Lehrkräfte sollten in der Vermittlung von Medienkompetenzen geschult werden. Der kritischen Reflektion von Medien, ihren Funktionen und ihren Inhalten kommt zukünftig eine wichtige Rolle zu.

Die Studie kann als PDF-Datei auf unter http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/newspool/meldungen/files/DAKLeuphanaStudie.pdf heruntergeladen werden.

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Berlin: Weniger Abbrecher im Gymnasiums-Probejahr als befürchtet

Im vergangenen Schuljahr haben 740 Schülerinnen und Schüler das erstmals verpflichtende Probejahr an Berlins Gymnasien nicht bestanden. Dies seien 5,4 Prozent aller neuen Gymnasiasten gewesen und damit längst nicht so viele wie befürchtet. Zu Jahresbeginn war noch angenommen worden, dass mehr als 1 000 Schülerinnen und Schüler scheitern werden.

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Niedersachsen: Lehrerlaubnis für muslimische Religionslehrer

Der Beirat für den islamischen Religionsunterricht in Niedersachsen hat eine Lehrerlaubnis für muslimische Religionslehrer entwickelt. Die sogenannte Idschaza sei die bundesweit erste Lehrerlaubnis für muslimische Religionslehrer. Sie ähnele der Vocatio oder Missio canonica für den christlichen Religionsunterricht. In dem Beirat sitzen Vertreter des Landesverbandes der Muslime Schura sowie des Ditip Landesverbandes der Islamischen Religionsgemeinschaften.

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Zuwanderer holen auf

Der vor kurzem veröffentlichte 9. Integrationsbericht der Bundesregierung zeigt, dass die Zahl der Zuwandererkinder mit höheren Bildungsabschlüssen steigt. Zugleich sinkt die Zahl der Schulabbrecher. Nach Einschätzung der Integrationsbeauftragten der Regierung, Maria Böhmer (CDU), hat es im Bereich der Bildung seit 2005 maßgebliche Fortschritte gegeben. So besuchten auch immer mehr Kinder mit Migrationshintergrund eine Kindertagesstätte.

Zwar zeigen die Statistiken, dass der Abstand zur deutschen Bevölkerung nach wie vor beträchtlich ist. Doch die Zuwanderer holen auf, und für die Zukunft Deutschlands ist eine erfolgreiche Ausbildung der Zuwanderer von entscheidender Bedeutung. Denn inzwischen hat jedes dritte Kind unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund; in den großen Städten liegt der Anteil deutlich höher. Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels ist es für die deutsche Wirtschaft von großer Bedeutung, die Zuwandererkinder erfolgreicher als bisher in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Da mit der frühkindlichen Bildung die ersten Weichen für die spätere Schulkarriere gestellt werden, wertete es der Integrationsbericht als großen Erfolg, dass immer mehr Kleinkinder aus Zuwandererfamilien eine Krippe besuchen. Zwischen 2008 und 2011 nahm hier der Anteil um 53 Prozent und damit deutlich stärker zu als bei deutschen Kinder (39 Prozent).

Mittlerweile wird jedes siebte Zuwandererkind unter drei Jahren in einer Kita betreut. In einigen Bundesländern wie Hamburg oder Rheinland-Pfalz besucht sogar jedes fünfte Kleinkind mit Migrationshintergrund eine Krippe. Fast aufgeschlossen zu den deutschen Kindern haben die Zuwanderer, wenn es um die Kindergartenplätze für die Drei- bis Sechsjährigen geht: Hier liegt die Betreuungsquote inzwischen bei 86 Prozent.

Deutlich rügt der Bericht das Durcheinander bei der vorschulischen Sprachförderung in den einzelnen Bundesländern. Auch die Sprachförderung in den Schulen sei bundesweit nicht einheitlich. Dabei ist klar, dass in diesem Bereich deutlicher Verbesserungsbedarf besteht: Zahlreiche internationale Untersuchungen zeigen, dass 40 Prozent der Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Alter von 15 Jahren, aber nur 14 Prozent der Kinder ohne ausländische Wurzeln Schwierigkeiten beim sinnentnehmenden Lesen deutscher Texte haben.

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Urteil: Lehrer haben kein Recht zum Streik

In der seit längerem andauernden Auseinandersetzung um das Streikrecht für Lehrer liegt ein weiteres Urteil vor. Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg bekräftigte vor kurzem das Streikverbot für Lehrer und wies damit die Klage von zwei beamteten Lehrern zurück, gegen die das Land Niedersachsen wegen Teilnahme an einem Streik ein Disziplinarverfahren eingeleitet hatte.

Die beiden Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatten im Februar 2009 während der Unterrichtszeit in Hannover an einem Streik teilgenommen und sollten dafür nach dem Willen der Landesschulbehörde 100 Euro Geldbuße zahlen. Trotz abweichender Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte sei diese Strafe nach Auffassung des OVG rechtmäßig. Mit seinem Urteil bestätigte das Gericht zwei Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Osnabrück vom August 2011.

Bei einer Anpassung des deutschen Rechts an die Vorgaben der Europäischen Menschenrechtskonvention und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte würde nach Ansicht der Richter der Kernbestand des Grundgesetzes berührt, und das darin verankerte Berufsbeamtentum als ausbalanciertes System von gegenseitigen Rechten und Pflichten der Beamten einerseits und ihrer Dienstherren andererseits würde grundlegend gestört. Eine Anpassung der deutschen Verfassungsgrundsätze an das europäische Recht könne daher nur durch eine Änderung des Grundgesetzes erfolgen.

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G8 oder G9? Hessische Gymnasien haben die Wahl

Das Land Hessen will im kommenden Jahr für alle Gymnasien die Wahlfreiheit zwischen einer acht- und einer neunjährigen Schulzeit einführen. Große Schulen sollen überdies die Möglichkeit erhalten, beide Bildungsgänge parallel anzubieten. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) war im Frühsommer auf einem Parteitag erstmals von der verkürzten Gymnasialzeit G8 abgerückt, die in Hessen 2004 eingeführt worden war. Damit hatte er auch seine Kultusministerin Nicola Beer (FDP) überrascht. Als wesentliches Motiv für die neuerliche Änderung am Schulsystem gelten die Landtagswahlen, die Ende des kommenden Jahres stattfinden. Die CDU fürchtet den Unmut vieler Wählerinnen und Wähler über die Verkürzung der Gymnasialzeit.

Auch in anderen Bundesländern, z. B. in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg sind Absetzbewegungen von G8 zu beobachten.

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Studie: Schüler wissen wenig über Politik und Geschichte

Eine Studie der Freien Universität Berlin kommt zu dem Ergebnis, dass viele Jugendliche nicht zwischen Demokratie und Diktatur unterscheiden können. Im Rahmen der Studie waren knapp 7 500 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 und 10 in fünf Bundesländern befragt worden. Viele von ihnen halten den NS-Staat und die DDR nicht für eine Diktatur; die (alte) Bundesrepublik und das wiedervereinigte Deutschland werden häufig nicht als Demokratie eingestuft.

Ursache dieser Fehleinschätzungen ist den Forschern um den Politikwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Schroeder zufolge das geringe politisch-historische Wissen von Schülern, denn – so ein weiteres Ergebnis der Studie – zwischen Kenntnissen und Urteilen besteht ein direkter Zusammenhang. Der Einfluss von Kenntnissen auf die Systembeurteilung ist deutlich stärker als etwa die Herkunft der Eltern, die besuchte Schulform oder die Parteipräferenz. In verschiedenen Untersuchungsteilen wurden das Wissen und die Urteile über den Nationalsozialismus, die DDR sowie die Bundesrepublik vor und nach der Wiedervereinigung erfragt. Dabei wurden die Jugendlichen beispielsweise gefragt, was am 8. Mai 1945 geschah oder wie die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland heißt.

Insgesamt ist der Studie zufolge das politisch-historische Wissen vieler Schüler gering. Am meisten wissen die Schülerinnen und Schüler über den Nationalsozialismus, deutlich weniger dagegen über die Bundesrepublik vor und nach der Wiedervereinigung sowie die DDR.

Aus diesem geringen Wissen resultiert vor allem die Unfähigkeit, zwischen Demokratie und Diktatur unterscheiden zu können. So ordnet nur etwa die Hälfte der Schüler den NS-Staat zweifelsfrei als Diktatur ein, in Bezug auf die DDR vermag dies sogar nur etwas mehr als ein Drittel. Die Identifikation einer Demokratie gelingt den Jugendlichen kaum besser: Nur rund die Hälfte der Befragten schätzt die Bundesrepublik vor der Wiedervereinigung als demokratisch ein, lediglich rund 60 Prozent halten das wiedervereinigte Deutschland für eine Demokratie.

Insgesamt glauben rund 40 Prozent der Schüler, dass kaum Unterschiede bestehen zwischen Nationalsozialismus, der DDR sowie der Bundesrepublik vor und nach der Wiedervereinigung. Diese Schülergruppe ist der Auffassung, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Selbstbestimmung seien in allen vier Systemen etwa gleich ausgeprägt.

Als Konsequenz dieser Ergebnisse halten die Wissenschaftler eine wert­orientierte Kenntnisvermittlung im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung im Schulunterricht dringend geboten.

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Materialien

Schulabbrecher in unserem Bildungssystem

Als ›Dropouts‹ werden Jugendliche bezeichnet, die vor einem Abschluss die Schule abgebrochen haben oder die von der Schule ausgeschlossen worden sind. Auf der Basis einer ersten umfassenden empirischen Untersuchung solcher ›Schulaussteiger‹ im deutschsprachigen Raum werden in dem vor kurzem erschienenen Buch »Schulabbrecher in unserem Bildungssystem« von Margrit Stamm Differenzierungen möglich, die den bisherigen Gebrauch des Begriffs problematisieren beziehungsweise korrigieren. Die Autorin beschreibt, dass ein Schulabbruch sehr unterschiedliche Ursachen haben kann und dass es sehr unterschiedliche Typen unter jenen gibt, die vorschnell als ›Dropouts‹ bezeichnet werden. Zudem weist sie nach, dass Aussteiger, Abbrecher oder Ausgeschlossene zu mehr als der Hälfte der Fälle ins Bildungssys­tem zurückfinden. Das 197-seitige Buch ist im Verlag Springer VS erschienen und kann zum Preis von 29,95 Euro im Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-531-18275-9).

Jahrbuch Globales Lernen 2012

Vor kurzem ist das neue Jahrbuch Globales Lernen 2012 erschienen, das vom Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) herausgegeben wird. Unter dem Schwerpunkt »Wirkungsbeobachtung und Qualitätsentwicklung werden in den Beiträgen gezeigt, wie das Globale Lernen in Schule oder außerschulischer Bildungsarbeit von stärkerer Wirkungsorientierung, von Qualitätsmanagement und sys­tematischen Evaluationen profitieren kann. Weitere Artikel beschäftigen sich mit dem Stand des Globalen Lernens in Deutschland. Das Buch kann kostenlos unter der folgenden Adresse bestellt werden: sekretariat@venro.org, Telefon (02 28) 9 46 77-0.

Die Welt braucht dich

Unter diesem Titel hat das Welthaus Bielefeld vor kurzem ein neues Schülerheft herausgegeben, das sich mit dem entwicklungspolitischen Engagement junger Leute befasst. Auf 20 farbigen, lesefreundlich gestalteten Seiten geht es um die Frage, warum und wie man sich für die Entwicklungspolitik einsetzen kann, aber auch darum, was uns davon abhält und warum dieses Engagement manchmal schwierig und unangenehm ist. Die zahlreichen Fotos und Kurztexte, die Provokationen, Schaubilder und Denkaufgaben des Heftes sollen ohne Überwältigungsabsicht zur Reflexion anregen und Diskussionen in Gang bringen – in der Schule (z. B. in den Fächern Politik, Geographie, Religion und Ethik) ab Klasse 8 ebenso wie in der außerschulischen Bildungsarbeit. Das Schülerheft ist zum Preis von 15,– Euro (für 25 Exemplare) unter der folgenden Adresse zu beziehen: Welthaus Bielefeld, www.welthaus.de/publikationen-shop.

Ausstellung »abgeerntet – wer ernährt die Welt?«

Das INKOTA-Netzwerk hat die Wanderausstellung »abgeerntet – wer ernährt die Welt?« entwickelt und bietet sie die Schulen zur Ausleihe an. Auf fünf Entdeckerpfaden erfahren die Besucher, warum Menschen an Unterernährung leiden und wie der weltweite Hunger bekämpft werden kann. Sind Gentechnik und moderne landwirtschaftliche Maschinen ein Rezept gegen den Hunger? Warum macht Biosprit Hunger und wie kommen die »Hähnchen des Todes« von Europa nach Afrika? Können Kleinbauern die Welt ernähren? Die Ausstellung bietet einen Wechsel zwischen Informationstafeln mit Bildern und interaktiven Lernelementen, an denen die Besucher auf spielerische Weise ihr Wissen zum Thema »Globale Landwirtschaft« vertiefen können. Die in den Entdeckerpfaden behandelten Themenfelder sind Gentechnik, Zugang zu Ressourcen, Kleinbauern, fairer Handel und Agrokraftstoffe. Die Ausstellung benötigt eine Fläche von 60 – 70 qm sowie einen Stromanschluss. Sie kann gegen eine Gebühr von 100,– Euro unter der folgenden Adresse gebucht werden: INKOTA-Netzwerk, Chrysanthemenstraße 1 – 3, 10407 Berlin, Telefon (0 30) 42 08 20 20, E-Mail: rasch@inkota.de

Wiki, Stadt und Schule

Wikipedia ist das große Vorbild: In der Form von Wikis wird im Internet Wissen gesammelt, redaktionell bearbeitet und zur Verfügung gestellt. Die Firma medien+bildung.com hat in den vergangenen Jahren drei pädagogische Stadtwikis aufgebaut: Ludwikishafen, Gerpedia und Speyerpedia leben von den Texten, Fotos, Videos und Audiobeiträgen aus den Wiki-AGs in zehn Schulen unterschiedlicher Schularten. Mit der Broschüre »Wiki, Stadt und Schule – Schüler recherchieren, gestalten und publizieren ihr Wissen« will medien+bildung.com Lehrerinnen und Lehrern Mut machen, das vielseitige Medium Wiki für die Schule zu entdecken. Im Rahmen eines Wiki-Projekts lassen sich alle gängigen Medien und Medientechniken einsetzen; durch die Veröffentlichung auf der Basis einer Mediawiki-Plattform werden die unterschiedlichen Darstellungsformen wieder zusammengeführt. Das Konzept stützt sich darauf, dass bei vielen Jugendlichen eine hohe Identifikationsbereitschaft mit dem direkten lokalen Umfeld (eigene Schule, eigenes Viertel, eigener Stadtteil) vorhanden ist – das Wissen über die Geschichte des Stadtteils, über seine Bewohner(innen) und über die sozialen und kulturellen Einrichtungen beziehungsweise die Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort aber oft recht klein ist. In den Projekten werden unterschiedliche mediale Werkzeuge benutzt (digitale Foto- und Videokameras, Audioaufnahmegeräte, PCs mit div. Software zum Texten und Nachbearbeiten, die Plattform Mediawiki zum Publizieren). Die Broschüre erläutert die technischen Grundlagen, bietet ein Unterrichtskonzept für ein Schulhalbjahr auf der Basis der Projekterfahrungen und stellt den interessierten Lehrkräften eine Auswahl erprobter Methoden zur Verfügung. Sie kann gegen die Einsendung von Briefmarken im Wert von 1,45 Euro kostenlos angefordert werden bei: medien+bildung.com gGmbH, Stefanie Brosch, Turmstr. 10, 67059 Ludwigshafen, Tel. (06 21) 5 20 22 56, E-Mail: info@medienundbildung.com.

Sie ist als pdf abrufbar unter: http://­medienundbildung.com/publikationen/.

Digitale Medien im Schulalltag

Die vor kurzem erschienene, umfangreiche Ideensammlung »Mit digitalen Medien den Schulalltag optimieren« von Sina Müller und Yasmin Serth zeigt, wie sich digitale Medien sinnvoll im Schul- und Unterrichtsalltag einsetzen lassen. Lernplattformen, automatische Notenrechner und Medien zur digitalen Unterrichtsvorbereitung sorgen für Zeitersparnis und Arbeitserleichterung; Blogs, Wikis, Rätsel, Puzzle und Co. können die Schülerinnen und Schüler motivieren und begeistern. Die kreativen Ideen der beiden Autorinnen greifen dem Lehrer unter die Arme und packen die Schüler bei ihren Interessen. Das Buch ist im Verlag an der Ruhr erschienen und kann zum Preis von 17,30 Euro im Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-8346-0968-7).

Pädagogik bei Krankheit

Die schulische Versorgung kranker Kinder und Jugendlicher ist in Deutschland überwiegend defizitär, kritisiert Alexander Wertgen. Gemeinsam mit Hermann Frey hat er unter dem Titel »Pädagogik bei Krankheit« ein Buch vorgelegt, das neben einer Mängelliste konkret-realistische Lösungsvorschläge bietet und nachahmenswerte Best-Practice-Beispiele dokumentiert. Auch wenn bundesweit Status und Aufgabenstellungen der Schulen für Kranke unterschiedlich diskutiert werden und der universitäre Wissenschaftsbetrieb den Themenkomplex annähernd ausklammert, belegen Pädagog(inn)en in ihren Beiträgen zum Buch ein hohes Niveau an Erfahrung und Analyse.

34 Autor(inn)en – überwiegend aus pädagogischen Berufen – haben das Buch prall mit Erfahrungen, motivierenden Anregungen und Reflexionen gefüllt. Das 384-seitige Buch ist im Pabst Verlag erschienen und kann zum Preis von 30,– Euro im Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-89967-748-5).

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Termine

Schulentwicklung im Dialog

Unter diesem Motto führt der Grundschulverband am 2. und 3. November 2012 in Friedrichsdorf/Ts. seine diesjährige Herbsttagung durch. Im Mittelpunkt stehen die Weiterentwicklung von Schule und die Gestaltung eines standortbezogenen individuellen Schulprofils als aktuelle Herausforderung für Grundschulen. Konzeptionelle Grundschularbeit umfasst nach Ansicht der Veranstalter deutlich mehr als die Entwicklung von Unterricht. Sie vollzieht sich im Spannungsfeld von Personal-, Unterrichts- und Organisationsentwicklung und erfordert die Zusammenarbeit und Einbindung aller Beteiligten sowie eine systemische Perspektive auf Schule mit einem gemeinsamen Verständnis für Qualitätsentwicklung. Damit gehören neben Kindern, Lehrer(inne)n, ­Sozialpädago­g(inn)en, Erzieher(inne)n und Schulleitung auch Eltern und außerschulische Kooperationspartner dazu. Für Grundschulen als häufig auch kleinere Systeme mit nur wenigen Lehrkräften ist deswegen die gemeinsame Übernahme von Verantwortung besonders bedeutend und setzt das kollegiale Engagement und die Kooperation aller Beteiligten voraus. Diese Tagung möchte zeigen, wie Schulentwicklung gelingen kann, wenn es eine Kultur des Dialogs und des Mitein­anders an der Schule gibt. Sie möchte Impulse geben, Schulentwicklungsprozesse so zu gestalten, dass alle Beteiligten mitmachen können. Impulsreferate und themenbezogene Arbeitsgruppen sollen zum Dialog über Gelingensbedingungen von Schulentwicklungsprozessen und über Beispiele »guter Praxis« anregen. Die Tagungsgebühr beträgt für Nichtmitglieder 245,– Euro (195,– Euro für Mitglieder). Nähere Informationen und Anmeldung unter Grundschulverband e. V., Niddastr. 52, 60329 Frankfurt, ­E-Mail: info@grundschulverband.de

Medienkompetenz macht Bildung

Am 15. Oktober 2012 veranstaltet das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg in Stuttgart einen Kongress für Lehrkräfte, Eltern und alle Interessierte. Unter dem Motto »Medienkompetenz macht Bildung« werden neueste Entwicklungen in der Medienbildung präsentiert und der Stand der Diskussion dokumentiert. Die Veranstaltung greift gelungene Beispiele aus der Praxis auf und lädt zum Austausch über Medienbildung in den verschiedenen Themengebieten und Bildungsbereichen ein. Im Mittelpunkt steht dabei die inzwischen selbstverständliche Präsenz von Medien und ihren Inhalten, ihre Verwobenheit mit Alltag und Kommunikation sowie die zunehmende Komplexität der persönlichen Medienumgebung. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einer »Mediatisierung der Gesellschaft«. Diese Entwicklung stellt Bildungseinrichtungen und Familien vor ganz neue Herausforderungen. Medienkompetenz ist eine wichtige Grundlage für die aktive Teilhabe an Politik, Kultur und Gesellschaft. Damit ist sie Voraussetzung für eine zeitgemäße, gute Ausbildung. Im Rahmen des Kongresses werden neueste Entwicklungen präsentiert und der Stand der Diskussion dokumentiert. Er greift gelungene Beispiele aus der Praxis auf und lädt zum Austausch über Medienbildung in den verschiedenen Themengebieten und Bildungsbereichen ein. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.mediaculture-online.de.

Hermann Rademacker

Chancengleichheit und soziale Integration

Kooperation mit der Jugendhilfe als Herausforderung für die neue Sekundarschule

Die Kooperation von Schule und Jugendhilfe bietet immer noch viele ungenutzte Chancen. Der Beitrag klärt: Was ist Potential und Auftrag von Jugendhilfe? Wie kann die Zusammenarbeit genutzt werden, um die soziale Integration zu unterstützen? Wie können sozialpädagogische Leistungen einbezogen werden? Fragen, die insbesondere in Ganztagsschulen und in den neuen Sekundarschulen auf der Tagesordnung stehen.

Inklusion – 2. Folge

Simone Seitz

Inklusive Didaktik

Der Reichtum geht von den Kindern aus

Wenn Integration gelingen soll, dann brauchen Lehrer und Schüler Aufgaben und didaktische Arrangements, die Differenzierung ermöglichen. Wie sehen Aufgaben aus, die differenzierte Herausforderungen enthalten? Wie können alle Kinder an die aktuellen Grenzen ihres Könnens herangeführt werden? Wie kann eine gemeinsame Auseinandersetzung über die unterschiedlichen Zugangsweisen erreicht werden?

Private Telefonnummern weitergeben?

PRO: Martine Erlenhof
CONTRA: Tim Bergmann

Ein guter Kontakt zu Eltern und Schülern ist wichtig für die pädagogische Arbeit. Aber welche Formen des Kontakts sind machbar – gerade in einem Beruf, in dem Privatleben und Beruf nicht leicht voneinander zu trennen sind? Soll es die private Telefonnummer sein oder gibt es Varianten, die den gleichen Nutzen haben, aber besser vor Überraschung und Überforderung schützen? Das PRO und CONTRA kann bei der eigenen Entscheidung helfen.

Saskia Opalinski

AD(H)S in der Schule

Schülerinnen und Schüler mit Aufmerksamkeitsstörungen sind im Unterricht allgegenwärtig. Etwa zwei bis drei Kinder oder Jugendliche pro Schulklasse sind betroffen. Was wissen wir heute über die Ursachen? Was sagen verschiedene Wissenschaften zu dem Phänomen? Welche Kompetenzen brauchen Lehrerinnen und Lehrer und welche Materialien und Übungen können helfen? Anregungen zu einer vertiefenden Sicht und für die praktische Arbeit.

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