9'11Vielfalt gestalten

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Was braucht eine von kultureller und sprachlicher Vielfalt geprägte Schule heute? Es gibt u.a. Anregungen zur Arbeit mit Eltern, Förderinstrumente und Materialien, Hilfen für einen interkulturell anregenden Unterricht.

Kinder und Jugendliche mit einer Zuwanderungsgeschichte sind besondere Mitglieder unserer Schulen – wie auch alle anderen Kinder besonders sind. Wenn es im Unterricht um jedes einzelne Kind ginge, dann würden die Fragen von Schüler(inne)n mit einem anderen kulturellen Hintergrund ganz selbstverständlich in den Blick genommen.

Die Beiträge dieses Heftes zeigen aber auch, dass der Umgang mit kultureller Heterogenität eine besondere Aufmerksamkeit braucht – und oft auch eine besondere Unterstützung. Wie aber ist der Erwerb von interkultureller Kompetenz in kleinen Schritten machbar? Die Beiträge geben Antworten u. a. auf die folgenden Fragen:

  • Was will und was kann Interkulturelle Pädagogik heute in der Schule erreichen?
  • Wie können Eltern von Migrantenkindern als Bündnispartner gewonnen werden?
  • Wie kann Schule im ländlichen Raum Interkulturelle Bildung zum Schwerpunkt machen?
  • Wie können »Junge Vorbilder« zum Übergang in weiterführende Bildungsgänge motivieren?
  • Wie können Schüler(innen) mit Zuwanderungsgeschichte für den Lehrerberuf gewonnen werden?
  • Wie kann Unterricht in mehrsprachigen Lerngruppen sprachsensibel gestaltet werden?

Die Erfahrungsberichte zeigen, was eine von kultureller und sprachlicher Vielfalt geprägte Schule braucht, wie der Unterricht angemessen gestaltet werden kann, wie Lehrer(innen) den Umgang mit Heterogenität lernen und wie differenzierte Förderinstrumente und Materialien aussehen. Dabei zeigen die Erfahrungen auch, wie ein sensibler Blick für den Umgang mit Differenzen allen Schülerinnen und Schülern zugute kommen kann.

Johannes Bastian

Zur Einführung in den Schwerpunkt

Von Peter E. Kalb

Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die soziale Lage des Elternhauses und der Schulerfolg in Deutschland einen hohen Zusammenhang aufweisen. Ein darin eingebundenes Problem: die schlechten Ergebnisse von Schüler(inne)n mit Migrationshintergrund. Was folgt daraus für eine Schule im Einwanderungsland? Wie können soziale Integration und Sprachförderung gelingen? Wie schafft Schule Voraussetzungen für ein gelingendes Leben?

Die Schule bei uns weiß über weite Strecken noch nicht, dass sie faktisch eine Schule in der Einwanderungsgesellschaft ist. Zwar war die Einwanderungsbilanz der letzten Jahre negativ – denn per Saldo verließen mehr Menschen Deutschland als hereinkamen. Erst im letzten Jahr hat sich dies wieder gedreht. Was aber bleibt: wir müssen in unseren Schulen noch viel nachholen, um dem Anspruch einer Schule in der Einwanderungsgesellschaft gerecht zu werden. Dazu soll dieses Heft – vor allem mit konkreten Erfahrungsberichten – Anregungen geben.

Wir fragen also, wie eine Schule gestaltet werden kann, in der eine Öffnung so gelingt, dass Eltern, Kinder und Jugendliche sowie Lehrer(innen) mit und ohne Migrationshintergrund spüren: das ist meine Schule, hier bin ich willkommen, die allermeisten haben Respekt vor mir? Wie kann es gelingen, in unseren Schulen eine solche Haltung zu entwickeln? Welche Veränderungen können dabei helfen?

Zunächst geht es um den Schulerfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Dafür gibt es die Voraussetzung der Sprachkenntnis. Aber damit ist es keineswegs getan. Die Institution Schule muss Berührungspunkte anbieten, an die Schüler(innen) mit Migrationshintergrund andocken können – nicht nur im Fachunterricht, sondern insgesamt im Schulalltag.

Das Spektrum reicht von einer gezielten Elternarbeit bis zur Begleitung durch ältere Schüler(innen).

Die Möglichkeiten der schulischen Angebote reichen von einer gezielten Elternarbeit bis zur Alltagsbegleitung durch ältere Schülerinnen und Schüler. Wie wirken Vorbilder bei der Arbeit mit Migranten? Was bewirken Lehrkräfte mit Migrationshintergrund? Und wieso benötigen wir interkulturelle Arbeit auch dort, wo es nahezu keine Kinder mit Migrationshintergrund gibt? Wie kann Schule die Chance für eine Bildung von interkultureller Kompetenz nutzen – bei all der Vielfalt und Buntheit heterogener Schülerschaften?

Claudia Schanz beschreibt in ihrem einführenden Beitrag die Bedeutung interkultureller Bildung als unverzichtbare Kompetenz für das Leben und Arbeiten der Schülerinnen und Schüler in einer globalisierten Welt. Zugleich aber ist interkulturelle Kompetenz ein wichtiger Baustein für den respektvollen und verständnisvollen Umgang der Schülerschaft untereinander. Ganz ausdrücklich bezieht die Autorin diese Feststellung nicht nur auf die Kenntnis von Feiertagen in anderen Kulturen oder auf folkloristische Schulfeste mit Speisen aus den Herkunftsländern der Schülerschaft.

Claudia Schanz und Franz Kaiser Trujillo begründen, warum es heute weiterführend ist, über den Begriff der Integration hinauszugehen. Ihnen geht es bei der Gestaltung von Vielfalt nicht nur um die ethnische Dimension (Migrationshintergrund), sondern um unterschiedliche Differenzlinien wie Geschlecht, soziale Herkunft, Familiensprache, Religion, Behinderung, Kultur … Dieser neue Blick lässt sich mit diversity education beschreiben. Dieses Verständnis hat Konsequenzen nicht nur für die Unterrichtsentwicklung, sondern gleichermaßen für die Personal- und Organisationsentwicklung.

Jeder weiß heute, dass Elternarbeit eine unverzichtbare Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit gerade mit Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund ist. Wie kann dieser Kontakt aufgebaut und gehalten werden, wie entstehen Situationen, in denen Schulen als offene, einladenden Einrichtungen wahrgenommen werden?

Latifa Kühn, Regine Seemann und Regine Hartung beschreiben, warum zu den Gelingensbedingungen einer Schule in der Einwanderungsgesellschaft eine Elternarbeit gehört, die die migranten Familien mit einbezieht. Ein Elterncafé ist schnell eingerichtet. Wie kann eine solche Vorlage aber genutzt werden? Woran muss bei einer Elternarbeit mit migranten Familien systematisch gedacht werden? Checklisten helfen dabei, alle Aspekte im Blick zu behalten.

Margit Maronde-Heyl beschreibt interkulturelle Arbeit einer Schule, bei der es wegen eines so genannten Migrantenproblems keine allzu großen Probleme gibt oder geben sollte. Der Migrantenanteil liegt unter zehn Prozent. Aber diese Schule in Mecklen­burg-Vorpommern signalisiert Pro­blembewusstsein: die Beteiligung an vielen Projekten – von der »Schule ohne Rassismus« bis »Kinder integrieren durch Kunst« – scheint wieder einmal die These zu bestätigen, dass gelingende Integrationsarbeit aus der Arbeit mit einer Vielzahl von Mosaiksteinchen besteht.

Wieso ist interkulturelle Arbeit auch dort sinnvoll, wo es kaum Kinder mit Migrationshintergrund gibt?

Um »Junge Vorbilder« kümmert sich eine Stiftung, die Schüler mit Migrationshintergrund fördern will, bei denen es im ersten Anlauf nicht klappt, den Übergang zu weiterführenden Schulen zu finden. Ältere Schüler mit Migrationshintergrund kümmern sich um jüngere Schüler mit Migrationshintergrund. Eine Stiftung begleitet diesen Prozess der Ermutigung und Förderung. In diesem wie in vielen anderen Fällen darf allerdings gefragt werden, warum es denn immer Stiftungen sein müssen, die einen Stein ins Rollen bringen oder eine kluge Idee unterstützen. Bedeutet das nicht, dass der Staat offensichtlich mit einer wie auch immer guten Grundversorgung zufrieden ist? Wenn’s ein bisschen mehr sein soll, sind die Stiftungen gefragt.

Auch um die Werbung von Abiturienten mit Migrationshintergrund für ein Lehramtsstudium oder für den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers in vorschulischen Einrichtungen kümmern sich vor allem Stiftungen in Kooperation mit den Ländern. Auch das Netzwerk der Lehrkräfte mit Migrationshintergrund in NRW wird vom Land und einer Stiftung unterstützt. Antonietta P. Zeoli und Luigi Giunta stellen das Projekt vor, beschreiben Schwerpunkte wie zum Beispiel Mentoring von Schülerinnen und Schülern und von Lehramtstudierenden mit Migrationshintergrund, Kooperation mit Migrantenorganisationen und werfen einen Blick auf die Ressourcen der Vielfalt.

Christiane Bainski beschreibt, wie ein Hauptziel der Bemühungen um Sprachförderung erreicht werden kann: es geht um die Vermittlung der deutschen Bildungssprache. Für Bildungserfolge ist die sprachliche Kompetenz eine Voraussetzung. Sie beschreibt die Arbeitsweise bei der RAA in Essen, Erfahrungen aus der Praxis und die konkreten Abläufe erfolgreicher Arbeit – mit zahlreichen methodischen Ansätzen, die exemplarisch vorgestellt werden.

Peter E. Kalb, Jg. 1942, war Verlagsleiter bei Beltz, ist Redaktionsmitglied der PÄDAGOGIK und arbeitet als Verlagsberater in Bensheim/Bergstraße.
Adresse: Wilhelmstraße 18, 64625 Bensheim/Bergstraße
E-Mail: mail(at)peterkalb.de

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Schüler gestalten die Klimaschule mit

Das Hamburger Projekt »Klimaschutz an Schulen« unterstützt die Schulen darin, einen schuleigenen Klimaschutzplan zu entwickeln und sich damit um das Gütesiegel »Klimaschule« zu bewerben. Dabei spielt die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern eine herausgehobene Rolle: Sie sollen den Klimaschutzplan für ihre Schule mit entwickeln und umsetzen. Die Evaluation der Pilotphase des Projekts »Klimaschutz an Schulen« hat gezeigt, dass Schulen mit hoher Schülerbeteiligung besonders gute Ergebnisse im Klimaschutz vorweisen können (vgl. Kastrup 2010).

Schülergipfel: das Konzept

Im Rahmen der Hamburger Klimaschutztage 2010 hat ein Schülergipfel »Klimaschutz an Schulen« stattgefunden. Die Idee: Schülerinnen und Schüler der Schulen, die einen Klimaschutzplan erarbeiten beziehungsweise bereits umsetzen, treffen sich, um sich auszutauschen, vonein­ander zu lernen und sich gegenseitig zu motivieren, den Klimaschutz an der eigenen Schule weiter voranzubringen. Die Herausforderung bei diesem Schülergipfel bestand u. a. darin, Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Schultypen (Gymnasium, Stadtteilschule, Grundschule) und unterschiedlichen Klassenstufen einzubinden.

Das Konzept sah vor, dass die Schülerinnen und Schüler möglichst unter sich und selbstbestimmt in gestalteten Themenräumen zu klimarelevanten Handlungsfeldern wie Wärme, Strom, Papier, Ernährung, Mobilität und Abfall arbeiten und neue Ideen für den Klimaschutz entwickeln. Leitfrage für die Arbeit in den Themenräumen war: Wie bringen wir den Klimaschutz in unserer Schule voran?

Dabei sollte das kurzfristig mögliche Handeln im Vordergrund stehen, damit die Ideen in die Praxis umgesetzt werden können. Zur Bearbeitung der Leitfrage bekamen die Schüler einerseits die Möglichkeit, geplante und bereits durchgeführte Klimaschutzaktivitäten der eigenen Schule vorzustellen. Andererseits wurden in schulbezogenen Kleingruppen neue Ideen für den Klimaschutz entwickelt, so dass am Ende des Gipfels jede Schülerin und jeder Schüler mit einer konkreten Idee an die eigene Schule gehen konnte. Die Ideen der Schülerinnen und Schüler wurden auf Metaplanwänden mit vier Feldern visualisiert:

  • So lässt sich die Idee beschreiben
  • Das wollen wir erreichen
  • Das brauchen wir, damit die Idee erfolgreich umgesetzt werden kann.
  • Damit wollen wir bis Weihnachten 2010 beginnen. Das sind unsere Schritte.

Die folgenden methodischen Elemente trugen dazu bei, eine möglichst große Schülerbeteiligung zu erreichen:

  • Die Schülerinnen und Schüler wurden nicht nur durch den Direktor des Landesinstituts, sondern auch durch einen Schüler eines am Projekt »Klimaschutz an Schulen« teilnehmenden Gymnasiums begrüßt, der insbesondere die Bedeutung der Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz heraushob.
  • Die Moderation der Themenräume wurde von jungen Leuten übernommen, die entweder selbst noch Schüler waren oder ein bis zwei Jahre zuvor Abitur gemacht hatten. Sie alle hatten an der Moderator(inn)en-Ausbildung im Projekt »SchülerInnen – Schule – Mitbestimmung« teilgenommen.
  • Begleitende Lehrerinnen und Lehrer waren lediglich bei der Begrüßung sowie bei der Ergebnispräsentation anwesend. Sie konnten während der Veranstaltung an einem Erfahrungsaustausch für Lehrkräfte teilnehmen. Es wurde darauf geachtet, dass die Schülerinnen und Schüler auch in den Pausen unter sich waren.
  • Für die Konzeption der selbstständigen Arbeit in den Themenräumen war eine Beratung durch einen Experten im Bereich Demokratie- und Projektlernen sehr hilfreich.

Bemühungen auch für die Gesamtmoderation eine Schülerin oder einen Schüler zu gewinnen, blieben allerdings leider erfolglos. Die Gesamtmoderation des Schülergipfels wurde deshalb durch eine erwachsene Moderatorin übernommen, die jedoch über vielfältige Erfahrungen mit der Moderation von Veranstaltungen mit Schülern verfügt.

Bei der anschließenden Präsentation beeindruckte die Fülle von konkreten, umsetzbaren Ideen. Zusätzlich wurde von den Veranstaltern eine digitale Präsentation mit den wichtigsten Ergebnissen aus jedem Themenraum parallel zur Erarbeitung erstellt und mit Fotos von Schülergruppen angereichert, bei der sich alle Schülerinnen und Schüler auch tatsächlich wiedergefunden haben.

Auswertung und Perspektiven

Insgesamt nahmen rund 80 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 3 bis 13 von insgesamt 24 Schulen am Schülergipfel teil. Alle arbeiteten konzentriert an Ideen, die sie an ihren Schulen kurzfristig umsetzen wollten. Dabei entstanden viele realistische Ideen, die von Reduzierung des Wärmeverlusts an Fenstern über den Verkauf von Schulhefte mit dem »Blauen Engel« bis hin zur Organisation eines Wettbewerbs reichten.

Die Auswertung der Feedbackbögen zeigt, dass die Veranstaltung insgesamt sehr gut bis gut angekommen ist. Für einen weiteren Schülergipfel wünschen sich die Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf die Schülerbeteiligung u. a. einen noch stärkeren Austausch und eine bessere Kommunikation untereinander sowie mehr Verantwortung in der Strukturierung des Arbeits- und Lernprozesses in den Themenräumen. Einige Schülerinnen und Schüler waren mit der Aufgabenstellung in den Themenräumen nicht voll ausgelastet. Diese hätten z. B. angeleitet werden können, ihre Idee noch tiefgründiger auszuarbeiten. Dies wurde bei der Vorbereitung der Moderatorinnen und Moderatoren unterschätzt.

Die Schülerinnen und Schüler nahmen ihre Metaplanmitschriften mit an die Schule und wurden aufgefordert, diese Ideen dort auch tatsächlich vorzustellen, z. B. auf einer Schulkonferenz, in einer Schülerratssitzung oder in der eigenen Klasse, sowie mit anderen Schülern an dieser Idee weiter zu arbeiten. Parallel wurden die Lehrkräfte der teilnehmenden Schulen über die entwickelten Ideen informiert.

Rückmeldungen aus den Schulen zeigen, dass eine Einbindung der Ideen des Schülergipfels und somit die Partizipation von Schülerinnen und Schülern bei der Erarbeitung der Klimaschutzpläne der Schulen erfolgreich war. Beispielsweise wurde an einer Stadtteilschule die Idee umgesetzt, zusammen mit Schülerinnen und Schülern mit einer Wärmebildkamera zu arbeiten, um aufzuspüren, wo am Gebäude Wärme verlorengeht. In einem Gymnasium hat der Schülergipfel den Anstoß für die Planung und den Bau einer Photovoltaikanlage gegeben. Und an einer Grundschule wurden die Ergebnisse zur weiteren Konkretisierung im Kinderrat diskutiert. Darüber hinaus unterstützen wir die Vernetzung der Schülerinnen und Schüler auch im Anschluss an den Schülergipfel. Parallel zu Netzwerktreffen für Lehrkräfte der Projektschulen werden die Schülerinnen und Schüler eingeladen, sich untereinander zu ihren Klimaschutzaktivitäten auszutauschen. Aus Sicht der Veranstalter sowie aus den Rückmeldungen der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte war der Schülergipfel sehr erfolgreich und soll wiederholt werden.

Weitere Infos unter: www.li-hamburg.de/klimaschutz

Literatur

Kastrup, Julia (2010): Prozessbegleitende Evaluation der Pilotphase des Projekts »Klimaschutz an Schulen«. Ergebnisse einer Befragung von Klimaschutzbeauftragten, Klimaberatungslehrerinnen und -lehrern sowie Schülerinnen und Schülern (unveröffentlicht).

Projekt Klimaschutz (Hg.) (2011): Erstellung eines schulinternen Klimaschutzplans. Arbeitspapier für Schulleitungen und Klimaschutzbeauftragte an den Projektschulen Klimaschutz. Hamburg.

Sonja Hofmann, Jg. 1976, ist Referentin für Klimaschutz und Energie im Projekt »Klimaschutz an Schulen«.
Dr. Julia Kastrup, Jg. 1975, ist freiberufliche Umweltberaterin, Cordula Vieth, Jg. 1962, leitet das Projekt »Klimaschutz an Schulen« in Hamburg.
Adresse: LI, Felix-Dahn-Straße 3, 20357 Hamburg
E-Mail: sonja.hofmann@li-hamburg.de

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Mehr Kinder mit ausländischen Wurzeln in Betreuung

Noch immer geben Eltern mit ausländischen Wurzeln ihre Kinder seltener in eine Kita oder zu Tageseltern als andere Familien. Allerdings steigt der Anteil der Vorschulkinder aus Familien mit Migrationshintergrund, die auch außerhalb ihres Elternhauses betreut werden, seit einigen Jahren. Laut Statistischem Bundesamt besuchte im Jahr 2010 fast die Hälfte (48,9 Prozent) der noch nicht schulpflichtigen Jungen und Mädchen aus Familien mit ausländischen Wurzeln eine Kita oder wurde von Tageseltern betreut. Das waren 2,2 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor.

Bei den Kindern aus den anderen Familien waren es 61,7 Prozent (plus 0,6 Prozentpunkte). Besonders groß ist der Unterschied bei Kleinkindern: Rund jedes vierte Kind unter drei Jahren (23 Prozent) wird in Deutschland auch von Tageseltern oder Erziehern in Krippen, Krabbelstuben und Kitas betreut. Bei Kindern, die mindestens einen Elternteil ausländischer Herkunft haben, gilt dies nur für ungefähr jedes achte (12,2 Prozent). Bei den anderen Familien ist der Anteil mit 27,7 Prozent mehr als doppelt so hoch. Von den Kindergartenkindern (drei bis fünf Jahre) gehen insgesamt 92,2 Prozent in eine Tagesbetreuungseinrichtung. Bei den Kindern aus Familien ohne Migrationshintergrund sind es sogar 94,9 Prozent, bei den anderen 85,7 Prozent.

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Höhere Pro-Kopf-Kosten

Die durchschnittlichen Kosten für einen Schüler lagen im Jahr 2008 bei 5 100 Euro – das waren rund 100 Euro mehr als im Jahr zuvor. Diese Zahlen stellte das Statistische Bundesamt vor kurzem vor. An den allgemeinbildenden Schulen kostete die Ausbildung demnach durchschnittlich 5 600 Euro. Die höchsten Kosten fallen dabei an Schulen mit mehreren Bildungsgängen an, hier kostet jeder Schüler rund 7 000 Euro. Am günstigsten sind die Grundschulen mit rund 4 400 Euro. An berufsbildenden Schulen lagen die durchschnittlichen Kosten nur bei 3 500 Euro. An der Berufsschule im Dualen System betrugen die Kosten lediglich 2 200 Euro. In diese Kostenrechnung werden die Personalkosten, der Sachaufwand und die Investitionen eingerechnet. Diese Summe wird dann auf die Zahl der Schülerinnen und Schüler im jeweiligen Kalenderjahr bezogen.

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Jenseits des BIP

OECD-Webportal vergleicht die Lebenssituation in 34 Staaten

Was ist Österreichern im Leben wichtig oder Amerikanern oder Deutschen? Ein interaktives Online-Portal der OECD gibt seit Mai Antworten auf diese Fragen. Über das Portal www.oecd.org/betterlifeindex lassen sich die Lebensbedingungen von Menschen aus 34 OECD-Ländern miteinander vergleichen, und zwar auch jenseits der traditionellen Zahlen des Bruttoinlandsprodukts. Der Index ermöglicht es den Benutzern, elf bestimmende Faktoren ihres Lebens miteinander ins Verhältnis zu setzen: ihre Wohnsituation, das Einkommen, Arbeit, Bildung, Umwelt, Gesundheit, Sicherheit, Lebenszufriedenheit, den Ausgleich zwischen Beruf und Freizeit, ihr Gemeinwesen und schließlich die Regierungsführung.

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Mehr Studienabbrecher in Mathematik und Naturwissenschaften

Im Jahr 2010 haben 28 Prozent der Studierenden in den Fächern Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften ihr Studium vor dem Abschluss abgebrochen. Diese Zahlen ermittelte das Hochschul-Informations-System (HIS) im Rahmen einer Studie. Die Quote ist damit in dieser Fächergruppe innerhalb von sieben Jahren um fünf Prozent gestiegen. In den Ingenieurwissenschaften scheitert nach wie vor etwa jeder Vierte am Studium. Wenn man auch die Fachwechsler dazu rechnet, liegt die Verlustquote in allen sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sogar bei 40 Prozent.

In den Geisteswissenschaften ist die Abbrecherquote im selben Zeitraum von 32 auf 27 Prozent gesunken, in den Sozialwissenschaften sogar von 27 auf 10 Prozent. Das HIS vermutet, dass diese Verbesserung auf die Umstellung auf das Bachelor/Master-System zurückzuführen ist, das vielen Studierenden in diesen Fächern hilft, bis zum Abschluss durchzuhalten. Dieser Effekt trete jedoch in den MINT-Fächern nicht ein.

Dabei werden gerade in diesen Fächern dringende mehr Absolventinnen und Absolventen benötigt. Nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) fehlten im März 2011 bereits mehr als 66 000 Ingenieurinnen und Ingenieure in der deutschen Wirtschaft. Der demographische Wandel dürfte diesen Bedarf weiter wachsen lassen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (Köln) schätzt, dass künftig jährlich etwa 113 000 MINT-Absolventinnen und -Absolventen eingestellt werden können. Derzeit erreichen jedoch nur etwa 90 000 Studierende einen Abschluss.

Das HIS hat die Abbrecher befragt und dabei herausgefunden, dass etwa ein Drittel von ihnen an den hohen Anforderungen des jeweiligen Studiengangs scheitert oder Prüfungen nicht besteht. Etwa 20 Prozent geben Finanzierungsprobleme an, und genauso viele nannten mangelnde Motivation als Grund.

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Ruhig gestellt

Ärzte verordnen zu oft Ritalin

In Nordrhein-Westfalen erhalten immer mehr Kinder Pillen gegen die Hyperaktivitätsstörung ADHS. Das geht aus Zahlen hervor, die die »Techniker Krankenkasse (TK) vor kurzem veröffentlicht hat. Demzufolge erhielten im Jahr 2009 rund 25 von 1 000 TK-versicherten Kinder und Jugendliche das Medikament Methylphenidat, besser bekannt unter der Handelsmarke »Ritalin«. Drei Jahre zuvor waren es nur 18 von 1 000. In dieser Zeit liegt die Steigerung also bei 38 Prozent. Angesichts dieser Steigerung warnt die Krankenkasse vor einem vorschnellen Griff zu den Pillen. Denn die Langzeitfolgen von Ritalin und vergleichbaren Präparaten seien noch nicht erforscht und die Nebenwirkungen sehr umstritten. So könne Methylphenidat bei fal­scher Dosierung Angstzustände oder Appetitlosigkeit auslösen. Auch zeigten Studien, dass das Medikament Auswirkungen auf das Wachstum der Kinder haben kann.

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NRW will mehr Migranten als Lehrer

In Nordrhein-Westfalen sollen nach einem Beschluss der rot-grünen Landesregierung künftig mehr Lehrer, Polizisten und Beamte mit Migrationshintergrund eingestellt werden. »Auch in der öffentlichen Verwaltung muss sich widerspiegeln, dass Deutschland ein Zuwanderungsland ist«, sagte Integrationsminister Guntram Schneider (SPD). Die Landesregierung will deshalb gezielt um Menschen aus Zuwandererfamilien werben. Vergleiche dazu auch den Beitrag von Zeoli/Giunta im Themenschwerpunkt dieses Heftes.

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NRW verkürzt Lehrerausbildung

Ab November wird das Referendariat in Nordrhein-Westfalen von 24 auf 18 Monate verkürzt. Zugleich wird der Praxisanteil im Studium erhöht. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) strebt mit diesen Veränderungen an, die jungen Pädagoginnen und Pädagogen besser auf die Anforderungen der Berufspraxis vorzubereiten. Am Beginn des Vorbereitungsdienstes steht künftig ein Eingangsgespräch, in dem eine möglichst individuelle Ausbildung gemeinsam geplant werden soll. Dabei sollen die Stärken und Lücken der zukünftigen Lehrkräfte berücksichtigt werden. Die Ausbildung selbst soll künftig stärker als bisher auf die Entwicklung der Lehrerpersönlichkeit ausgerichtet werden.

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt im Jahr 2011 etwa 16 000 Lehramtsanwärter(innen) ein. Zusätzlich wird für etwa 2 600 Seiteneinsteiger ein berufsbegleitender Vorbereitungsdienst angeboten.

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Baden-Württemberg will Lehrerbildung reformieren

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresa Bauer (Grüne) will Gymnasiallehrerinnen und -lehrer künftig auch an den Pädagogischen Hochschulen des Landes ausbilden lassen. Ihrer Auffassung nach müssten didaktische und diagnostische Fragen auch in der Gymnasiallehrerausbildung eine größere Rolle spielen als bisher. Womöglich werde die Umstellung auch Folgen für die Besoldung der künftigen Lehrkräfte haben.

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Studie: Viele junge Menschen sind arbeitslos

Im Vergleich zu anderen Industriestaaten sind in Deutschland die Chancen junger Menschen auf einen Arbeitsplatz oft deutlich geringer. Die jungen Erwachsenen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren gehören mit einer Arbeitslosenquote von über 18 Prozent zu den Problemgruppen am deutschen Arbeitsmarkt. Dies zeigt eine vor kurzem veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung und des Bonner Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit. Bei den 20- bis 24-Jährigen sind demnach mehr als 15 Prozent ohne Stelle.

Im Vergleich von 27 OECD-Staaten liegt Deutschland damit bei den 20- bis 24- Jährigen und den 25- bis 34-Jährigen nur auf den Rängen 16 und 17. Vor allem die Niederlande und Dänemark schneiden deutlich besser ab, während Italien, Spanien und die Türkei hintere Plätze belegen. Bei den 15- bis 19-Jährigen stehe Deutschland zwar besser da, dies ist aber der Studie zufolge vor allem der vergleichsweise langen allgemeinen Schulpflicht und dem staatlich geförderten Übergangssystem geschuldet.

Die Autoren stellen fest, dass junge Menschen »mit Ausbildungshemmnissen« häufig im Übergangssystem zwischen Schule und Berufsausbildung »geparkt« würden. Die Qualifizierungsmaßnahmen mündeten nicht unmittelbar in eine Berufsausbildung. »In vielen Fällen fungieren sie eher als Warteschleifen, die zu selten die individuellen Defizite der Teilnehmer beheben.« Eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt werde auf diese Weise nicht gewährleis­tet. Darum fordern die Autoren eine grundlegende Reform des Übergangssystems. Statt »Maßnahme-Dschungel« sollte es nur noch zwei Wege geben: »Jugendliche, die in der Lage sind, eine Ausbildung zu absolvieren, sollen eine Ausbildungsgarantie erhalten. Jugendliche mit besonderem Förderbedarf sollen hingegen zielgerichtet zur Ausbildungsreife geführt werden und eine verbindliche Anschlussperspektive erhalten.«

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Frühförderung lohnt sich

Wenn Kinder schon im Kindergartenalter gut gefördert werden, können damit gerade bei sozial benachteiligten Kindern positive Wirkungen bis weit hinein ins Erwachsenenalter erreicht werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine anspruchsvolle Studie von Wissenschaftlern der University of Minnesota, in deren Rahmen die Entwicklung von mehr als 1 400 Kindern aus meist ärmeren afroamerikanischen Familien über einen Zeitraum von 25 Jahren beobachtet worden ist. Etwa 1 000 von ihnen beteiligten sich im Alter von drei bis neun Jahren über einen bestimmten Zeitraum hinweg an einem besonderen Bildungsprogramm, dem Child-Parent Center Education Program (CPCEP). Hier wurden sie in kleinen Gruppen von gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern betreut und unterrichtet, die auch im Kontakt mit den Eltern standen. Das Ziel des Angebots bestand darin, die grundlegenden sprachlichen und rechnerischen Fähigkeiten der Kinder zu fördern und ihr Selbstbewusstsein zu trainieren. Außerdem lernten sie bei zahlreichen Ausflügen ihre nähere Umgebung kennen.

Bei der Analyse der Bildungsverläufe der heute 28-Jährigen stellten die Forscher deutliche Vorteile der CPCEP-Teilnehmer gegenüber den Mitgliedern einer Kontrollgruppe fest, die keine besondere Förderung erhalten hatte: Neun Prozent mehr hatten einen Highschool-Abschluss und 20 Prozent mehr einen mittleren oder sogar höheren sozialökonomischen Status erreicht; 19 Prozent mehr hatten eine Krankenversicherung. Dagegen lag bei ihnen die Rate des Alkohol- und Drogenmissbrauchs um 28 Prozent niedriger. Ebenfalls 28 Prozent weniger hatten eine Zeit ihres Lebens im Gefängnis verbracht.

Die Studie zeigt auch, dass Dauer und Beginn der Förderung bedeutsam sind: Die meisten der positiven Effekte waren stärker ausgeprägt, wenn die Kinder mindestens vier Jahre an dem CPCEP-Programm teilgenommen hatten.

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Mathematisches Verständnis entwickelt sich im achten Lebensjahr

Etwa im achten Lebensjahr ändert sich der Umgang von Kindern mit mathematischen Anforderungen: Während Zweitklässler Mathematikaufgaben noch alle in der gleichen Weise lösen, verfügen sie ein Jahr später bereits über verschiedene Strategien, die sie auf unterschiedliche Aufgabentypen anwenden können. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher aus den USA und Kanada, die die Gehirntätigkeit von Kindern während der Bearbeitung von mathematischen Aufgaben beobachtet haben. Sie konnten auch nachweisen, dass das Arbeitsgedächtnis bei den älteren Schülerinnen und Schüler einen höheren Aktivitätsgrad aufwies; das bedeutet, dass die Kinder eine Aufgabenstellung routinierter beobachten können. Zwischen der zweiten und der dritten Klasse vollzieht sich im Gehirn offenbar ein wichtiger Reifeprozess, der besonders für das mathematische Verständnis von Bedeutung sei, so die Forscher.

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Zufriedene Studenten

Die meisten Studierenden in Deutschland sind zufrieden mit ihren Studienbedingungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD), die im Auftrag des Reemtsma Begabtenförderungswerks durchgeführt worden ist. Das Institut hatte 2 968 Studierende befragt; 63 Prozent von ihnen bewertete die eigenen Studienbedingungen als »gut«, elf Prozent sogar mit »sehr gut«. Nur 24 Prozent nannten die Bedingungen »weniger gut« oder »gar nicht gut«. Ein interessanter Aspekt: Obwohl ein großer Teil der Befragten bei der Frage nach Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen spontan die Abschaffung der Studiengebühren nannte, war die Zufriedenheit in Ländern mit Gebührenfinanzierung unter den Befragten sogar etwas höher.

Die Statistiker des IfD zeigten sich verblüfft, dass die Befragten bundesweit und quer durch die sozialen Schichten ihre Lage ähnlich positiv einschätzten – egal, ob sie in den alten oder in den neuen Bundesländern studieren, Migrationshintergrund haben oder nicht

Allerdings schätzen viele Studierende ihre Chancen auf ein Stipendium eher pessimistisch ein. Während im Jahr 2010 noch 45 Prozent der Befragten ihre Erfolgschancen als »eher groß« einschätzten, lag der Anteil ein Jahr später nur noch bei 31 Prozent. Die Gründe hierfür werden in der Studien ebenfalls genannt: Knapp ein Drittel der 80 Prozent der Befragten, die sich noch nie für ein Stipendium beworben haben, gaben an, dass ihnen das Bewerbungsverfahren zu kompliziert sei. Ebenso viele sagten, dass sie nicht wüssten, an welche Stelle sie sich wenden müssten. Und ganze 39 Prozent gaben an, die eigenen Noten seien ohnehin zu schlecht.

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Rekord bei Erasmus-Förderung

Im Studienjahr 2009/10 haben mehr als 213.000 europäische Studentinnen und Studenten eine mit einem Erasmus-Stipendium geförderte Studienzeit im Ausland verbracht – ein neuer Rekord. Die Zahl der Stipendiaten liegt um 7,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Fast 30 000 deutsche Studierende erhielten die EU-Förderung für einen Uni-Aufenthalt oder ein Praktikum im Ausland. Noch deutlich mehr Stipendien gingen allerdings nach Spanien und Frankreich. Deutschland ist zugleich eines der attraktivsten Zielländer für Erasmus-Studenten: Rund 22 500 junge Menschen entschieden sich für eine Studienzeit an einer deutschen Universität. Damit lag die Bundesrepublik etwa gleichauf mit Großbritannien. Nur Spanien und Frankreich waren noch beliebter.

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Schwere Gewalt an Schulen geht zurück

Im vergangenen Jahr ist die Jugendgewalt entgegen mancher veröffentlichten Meinung deutlich gesunken. Dies gelte besonders für schwere Fälle, sagte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer. So seien Fälle von Tötungsdelikten, in die Heranwachsende zwischen 14 und 21 Jahren verwickelt seien, im Jahr 2010 um 14,1 Prozent zurückgegangen. Und an den Schulen habe die Zahl der schweren Delikte sogar um 40 Prozent abgenommen, so Pfeiffer.

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Unterstützung bei der Unterrichtsdiagnostik

Ein Forscherteam um Andreas Helmke von der Universität Koblenz-Landau stellt im Rahmen des Programms »Evidenzbasierte Methoden der Unterrichtsdiagnostik und -entwicklung (EMU)« ein kostenloses Unterstützungsangebot für alle Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung. EMU richtet sich an alle, die ihren Unterricht weiterentwickeln möchten oder andere dabei beraten. Dies sind primär Schulen und Studienseminare. EMU eignet sich auch für die Schulaufsichten, Bildungsadministration, pädagogische Berater(innen) und universitäre Lehrerbildungszentren. Die Ziele bestehen vor allem darin, Stärken und Schwächen des eigenen Unterrichts zu erkennen, eigene subjektive Theorien des Lehrens und Lernens bewusst zu machen sowie blinde Flecken bei der Unterrichtswahrnehmung zu erkennen. Bei EMU handelt es sich um ein handlungsorientiertes und deutschlandweit erprobtes Programm. Das Material umfasst eine zehnseitige Broschüre mit Links zu weiterführenden Texten, Instrumente für die Unterrichtsdiagnostik aus Lehrer‐, Kollegen‐ und Schülersicht zu effizienter Klassenführung, Schüleraktivierung, Lernförderlichem Klima und Motivierung, Klarheit und Strukturiertheit, Bilanz (Passung), Umgang mit Vielfalt/Individualisierung, Kompetenzorientierung/Orientierung an den Bildungsstandards, fachliche/fachdidaktische Qualität und Lehrersprache und Software für die Visualisierung der Ergebnisse.

EMU steht seit Anfang des Jahres allen Schulen und Studienseminaren zur Verfügung. Das Programm ist selbsterklärend und erfordert keine externen Spezialisten. Es ist modular aufgebaut und bietet viele Einstiegsmöglichkeiten. Die Nutzung ist kostenfrei und mit keinerlei Verpflichtungen verbunden. Das Material wird kontinuierlich verbessert und ergänzt. Es ist unter www.unterrichtsdiagnostik.de zu erreichen.

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Therapie statt Spielplatz

Der Trend zu Kindertherapien hält an

Immer mehr Kinder werden therapiert. Nach Angaben der »Techniker Krankenkasse (TK)« haben die niedergelassenen Ärzte im Jahr 2010 sogenannte »funktionelle Therapien« wie Ergo-, Physio- und Sprachtherapien für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren im Wert von über 663 Millionen Euro verschrieben. Dies entspricht einem Anstieg von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Statis­tisch gesehen hat jedes gesetzlich versicherte Kind bis zum Alter von 15 Jahren vergangenes Jahr funktionelle Therapien im Wert von rund  72  Euro erhalten.

Nach Einschätzung der TK gibt es heute auffällig mehr Kinder, die Schwierigkeiten im Bewegungsablauf, mit Sprache und Koordination haben. »Die Kinder wachsen heute unter ganz anderen Bedingungen auf als früher: Playstation statt Spielplatz, Computer statt Fußball und Fernsehen statt Vorlesen. Das wirkt sich natürlich auch auf die Beweglichkeit und das Sozialverhalten der Kinder aus«, sagt die Kinderärztin Claudia Pries. Viele dieser Kinder benötigen dann eine Therapie. Ziel von Sprachtherapie und Ergotherapie ist, die Kommunikationsfähigkeit, Bewegung, Koordination und Aufmerksamkeit der Kinder zu schulen. Besonders die Zahl der Sprachtherapien hat bei den jungen Patienten deutlich zugenommen: Über 922 000 Rezepte haben die niedergelassenen Ärzte im Jahr 2010 für Sprachtherapien in der entsprechenden Altersgruppe ausgestellt. 2009 waren es noch knapp über 800 000. Das entspricht einem Anstieg von 15 Prozent. Es folgen Krankengymnastik (861 000 Rezepte) und Ergotherapie (794 000 Rezepte) mit jeweils drei Prozent Steigerung. »Besonders vor der Einschulung steigt die Nachfrage nach spezieller Förderung«, so Pries. »Gerade Eltern mit höherem Bildungsniveau möchten ihren Nachwuchs in jeder Hinsicht unterstützen und fragen häufig nach zusätzlichen Behandlungsmethoden.« Die Statistiken sind im Internet unter www.gkv-his.de zu finden.

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Schlafenszeit

Hans-Jochen Gamm * 22.1.1925 – † 18.6.2011

Der Anruf kam am Sonntagvormittag, gegen 10.30 Uhr, am 19. Juni, im Zentralinstitut für Weiterbildung der Berliner Universität der Künste. Wenn um diese Zeit an diesem Ort das Telefon klingelt … Als sich Frau Gamm meldete, ahnte ich, was geschehen war: Ihr Mann, Hans-Jochen Gamm, war gestorben. Benommen, geschockt und gelähmt hörte ich ihr zu, spürte ihren Schmerz, aber auch ihre Dankbarkeit, Gefährtin eines überragenden Pädagogen und Erziehungswissenschaftlers gewesen zu sein.

Dem Namen Hans-Jochen Gamm begegnete ich zum ersten Mal 1968 in der Bibliothek der Ruhr-Universität Bochum. Nach dem »Eichmann-Prozess« wollte der junge Lehrer mehr und Genaueres wissen über das, was mit den Juden geschehen war. Ich las die »Judentumskunde« des damals 43-jährigen, gerade von Oldenburg nach Darmstadt berufenen Ordinarius für Allgemeine Pädagogik: Hans-Jochen Gamm. Es folgten die Monographien über die schrecklichste Zeit der deutschen Geschichte: »Der braune Kult«, »Der Flüsterwitz im Dritten Reich« sowie »Führung und Verführung«.

Den Menschen Hans-Jochen Gamm lernte ich erst 1973 kennen: Er nahm meinen Zweitling über »Das Hans-Jochen GammEnde der Schule« in seine Reihe »List Taschenbücher Erziehungswissenschaft« auf – wohl wissend, welchen Ärger uns diese Streitschrift bringen würde. Gamm aber wich, wie Jakob Muth, nicht von meiner Seite, kämpfte während eines von Etlichen torpedierten Habilitationsverfahrens für den »Alternativisten«, förderte erst und forderte dann, inspirierte und tröstete, ließ ein Buch auf das andere folgen: »Kritische Schule« (1970), »Das Elend der spätbürgerlichen Pädagogik« (1972), »Einführung in das Studium der Erziehungswissenschaft« (1974) oder die »Allgemeine Pädagogik« (1979). Das Defizitäre, das Ungerechte, das Schädliche und Menschenunwürdige ausfindig machen, erhellen und Abhilfen schaffen war seine Lebensaufgabe geworden. Er, der am 22.1.1925 als Arbeitersohn im mecklenburgischen Jörnstorf geboren wurde, von 1943 – 45 Soldat und bis 1949 in polnischer Kriegsgefangenschaft gewesen war, hatte begriffen, was Ador­no meinte, als er ein ums andere Mal über das »beschädigte Leben« reflektierte und die »Entbarbarisierung« forderte, »auf dass Auschwitz nicht noch einmal sei«. Folglich schrieb Gamm 1979: »Eine nicht auf volle Freigabe des Zöglings intendierte Erziehung ist nicht als solche anzusprechen.« Und mit Entsetzen registrierte er später, dass viele dieses Diktum mit einer »Laisserz-faire-Haltung« beziehungsweise mit einer »Spaß-und-Beliebigkeits-Attitüde« verwechselten.

In einer dritten Schaffens­periode wandte sich Gamm der Anthropologie und der Literatur zu: »Umgang mit sich selbst« (1977), »Das pädagogische Erbe Goethes« (1980) oder »Pädagogik und Poesie« (1991) seien exem­plarisch genannt. Ein überragendes Œuvre, für das er zusammen mit Wolfgang Klafki im vorigen Jahr den COMENIUS-Preis erhielt, gilt es zu erwerben, um es zu besitzen.

Wer Gamm je begegnet ist, wird drei Verhaltensweisen in Erinnerung behalten: seine kritische Potenz, die sich in einer brillanten Sprache artikulierte. Seine rührende Menschlichkeit, die ihn immer wieder zum Mit-Leid und zur Mit-Hilfe anspornte. Und schließlich seine Ritterlichkeit, die aus einem hohen Respekt vor der Würde eines jeden einzelnen Menschen resultierte. Als wir uns das letzte Mal trafen und ich ihm vom »Bologna-Prozess« berichtete, der Auslieferung der Pädagogik an die Ökonomie, meinte er, sanft und traurig lächelnd: »Fürwahr, die Einsichten kommen und gehen – wie die sie habenden oder verratenden Menschen.«

Eines seiner Lieblingsgedichte stammt von Richard von Schaukal:

Und wieder ist es Schlafenszeit,
Ein grauer Tag zerrann,
Und morgen legst du Müh und Kleid
Gehorsam wieder an.
Und wenn du manchen Morgen so
Dich in den Tag gefügt,
Kaum traurig, aber selten froh,
Sagt Gott wohl: Es genügt.

Gustav Mahler mahnte in der ihn bedrängendsten Zeit: »Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche.« Ob dieser Unterschied nicht lohnt bedacht und befolgt zu werden?

Prof. Dr. Rainer Winkel, Berlin/Essen

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Materialien

Schule in der digitalen Welt

Welche Chancen bieten die neuen Medien für die Unterrichtspraxis? – Dieser Frage gehen die Autorinnen und Autoren des vor kurzem erschienenen Buches »Schule in der digitalen Welt« aus unterschiedlichen Perspektiven nach. Anhand von theoretischen und empirischen Befunden zeigen sie, welche Auswirkungen mediale Entwicklungen auf Medienpädagogik und -didaktik haben können, welche Überlegungen berücksichtigt werden sollten und welche Möglichkeiten es gibt, die Herausforderung des Unterrichts mit neuen Medien als Chance zu nutzen. Dabei geht es u. a. um Potenziale von Web 2.0-Technologien für die Schule, um die Wirkungen digitaler Medien und um Lernplattformen in der Schule.

Das von Carsten Albers, Johannes Magenheim und Dorothee M. Meister herausgegebene 253-seitige Buch ist im VS Verlag erschienen und kann zum Preis von 29,95 Euro im Buchhandel erworben werden (ISBN 978-3-531-16687-2).

 

Kunstunterricht 2.0

Die Siemens Stiftung und der Fachverband für Kunstpädagogik BDK e. V. haben gemeinsam das Unterrichtsmaterial »Kunst und aktuelle Medienkultur in der Schule 3« entwickelt, das interessierten Lehrerinnen und Lehrern ab sofort als Printausgabe und als digitales Medienpaket kostenlos zur Verfügung steht. Die Publikation fasst die Ergebnisse des Stipendienprogramms »kiss – Kultur in Schule und Studium« zum Thema »Kunst und aktuelle Medienkultur in der Schule« zusammen. »kiss« wurde bereits zum dritten Mal in Kooperation mit dem BDK e. V. Fachverband für Kunstpädagogik durchgeführt. Es widmet sich auf ganz pragmatische Weise der Kunst- wie der Bildungsförderung: Lehramtsstudierende der ästhetischen Fächer erproben dabei gemeinsam mit renommierten Künstlerinnen und Künstlern neue Vermittlungsformen zeitgenössischer Kunst. Das nun erschienene Heft gibt interessierten Lehrern, Referendaren und Studierenden Anregungen und konkretes Unterrichtsmaterial an die Hand. Die Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit Stereotypen in Teenagerserien, die durch filmische Verdichtung hinterfragt werden, mit akustischen Eingriffen in das Schulgebäude, mit Video- und Fotodokumentationen oder dem Cultural Hacking als Methode der Aneignung von (Medien)kultur. Der Download kann unter der Adresse www.medienportal.siemens-stiftung.org bezogen werden.

 

Projektmappe Krankheiten & Immunsystem

Bakterielle und virale Erkrankungen kennt jeder aus eigener Erfahrung. Die vor kurzem erschienene Arbeitsmappe »Krankheiten & Immunsystem« von Martina Rüter stellt die Immunabwehr bei Infektionen ins Zentrum. Weitere Themen sind u. a. Impfungen, Allergien, Pandemien, Antibiotika und Resistenzen. Die Schülerinnen und Schüler können sich anhand der Materialien mit exemplarisch vorgestellten Krankheiten (Vogel- und Schweinegrippe, Aids, Pest, Tropenkrankheiten, Malaria, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen) intensiv auseinandersetzen und über geeignete Präventionsmaßnahmen nachdenken: Welche Vorkehrungen sind bei einer geplanten Reise zu treffen? Welche Impfungen sind sinnvoll? Wie bleibt der Mensch gesund? Welchen Einfluss hat die individuelle Lebensweise auf die Gesundheit? Die Arbeitsmappe ist im Verlag an der Ruhr erschienen und enthält Kopiervorlagen (Info-Blätter, Fallbeispiele, Aufgaben und Versuchsanleitungen) für Lehrerinnen und Lehrer zum Einsatz im Biologie- oder fächerübergreifenden Unterricht der Sekundarstufe I. Neben den biologischen Inhalten werden Grundlagen des naturwissenschaftlichen Arbeitens vermittelt. Die Mappe kann zum Preis von 19,50 Euro im Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-8346-0803-1).

Menschen im Klimawandel

Mit dem vor kurzem erschienenen Unterrichtsmaterial »Menschen im Klimawandel« von Oxfam Deutschland und der Heinrich-Böll-Stiftung können sich Schülerinnen und Schüler über die Folgen des Klimawandels in armen Ländern informieren. Welche Folgen sind bereits heute spürbar? Wie wirkt sich der Klimawandel auf den Alltag von Menschen in armen Ländern aus? Was können wir hier dagegen tun? Auf diese und weitere Fragen geben die Materialien Antworten.

Die Unterrichtssequenz ist hauptsächlich für den Geografieunterricht konzipiert, eignet sich aber auch für den Politik-, Ethik- oder Philosophieunterricht oder als fächerübergreifendes Projekt. In sieben Themen werden die Schüler(innen) für die Folgen des Klimawandels in armen Ländern sensibilisiert. Sie lernen, wie der Klimawandel dort den Alltag der Menschen verändert und deren Lebensgrundlagen bedroht. Zudem werden die Schülerinnen und Schüler angeregt, sich mit Fragen globaler Gerechtigkeit und Verantwortung für den Klimawandel sowie Maßnahmen zu seiner größtmöglichen Begrenzung zu beschäftigen. Jede Thematik ist als geschlossene Einheit angelegt, die über einen Impulsgedanken ins Thema einsteigt und mit einer Präsentation, Plenumsdiskussion oder auch einer Lesung abschließt. Ergänzend stehen Audiobeiträge, Fotoserien und Kurzfilme zur Verfügung. Die Unterrichtssequenz kann kostenlos unter www.oxfam.de/klima-im-unterricht heruntergeladen werden.

20 enwicklungspolitische Irrtümer und Denkanstöße

Das Welthaus Bielefeld hat vor kurzem ein neues Heft »für Menschen mit Fragen zur Entwicklungspolitik« herausgegeben. Auf zwanzig farbigen, grafisch ansprechend gestalteten Seiten mit vielen Bildern und wenigen Texten werden 20 entwicklungspolitische Irrtümer und Denkanstöße zur Diskussion gestellt. Dazu gehören Überzeugungen wie »Die Armen werden immer ärmer« und »Bioenergien sind am Welthunger schuld«. Zu diesen und ähnlichen Positionen formuliert das Heft Gegenpositionen und führt einige Fakten an, welche diese Thesen in Frage stellen. Damit lädt es dazu ein, derartige »Gewissheiten« noch einmal zu überdenken und differenzierter zu bewerten. Dazu schlägt das Heft auch Arbeitsaufgaben für den Unterricht vor. Es richtet sich an Oberstufenschüler in den Fächern Politik, Wirtschaft, Geographie und Religion sowie Gruppen in der Erwachsenenbildung. Die Hefte werden im Klassensatz (25 Exem­plare) zusammen mit einem Lehrerheft (44 Seiten) ausgeliefert; das Paket kostet 18,– Euro (zzgl. Versandkosten). Die Bezugsadresse lautet: Welthaus Bielefeld, August-Bebel-Straße 62, 33602 Bielefeld, Telefon (05 21) 9 86 48-0; E-Mail: info@welthaus.de.

Heterogenität in der Schule

Wie sollen Lehrkräfte mit der wachsenden Unterschiedlichkeit von Schülerinnen und Schülern im Unterricht umgehen? Diese Frage ist zurzeit Gegenstand einer intensiv geführten Reformdebatte. Das vor kurzem erschienene Buch »Heterogenität in der Schule. Eine kritische Einführung« von Matthias Trautmann und Beate Wischer analysiert diese Herausforderungen für verschiedene Handlungsebenen – vom Schulsystem bis hin zum Lehrerhandeln im Unterricht – und aus unterschiedlichen theoretischen Blickwinkeln. Dabei geht es im Kern um eine Auseinandersetzung mit Gestaltungs- und Handlungsspielräumen für pädagogische Reformen in der Schule. Durch ihren kritischen Ansatz stellen die beiden Autoren Orientierungs- und Reflexionswissen für eine zentrale schulpädagogische Problemstellung bereit. Das 172-seitige Buch ist im VS-Verlag erschienen und kann zum Preis von 16,95 im Buchhandel bezogen werden (ISBN 978-3-531-16573-8).

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Termine

Fortbildung für Schulleitungen

Die Technische Universität Dortmund bietet über ihre »Akademie für Pädagogische Führungskräfte (DAPF)« halbjährlich ein attraktives Seminarprogramm für (stellvertretende) Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Lehrerinnen und Lehrer mit Interesse an Leitungsaufgaben. Das aktuelle Fortbildungsprogramm mit Hinweisen zu den Inhalten sowie zur Organisation und Anmeldung kann im Internet unter www.dapf.tu-dortmund.de bezogen werden.

Im Herbst-/Winterprogramm der DAPF sind u. a. folgende Angebote zu finden:

  • 15. November: Seminar »Bewerben Sie sich erfolgreich – Ihre Vorstellung in der Schulkonferenz« mit der Referentin Susanne Döbler-Eschbach (Kosten: 135,– Euro).
  • 7. Dezember: Seminar »Budgetierung und Controlling in Schulen« mit dem Referenten Prof. Dr. Andreas Hoffjan (Kosten: 135,– Euro).
  • Am 12. Mai 2012 führt die DAPF zudem ihren 5. Fortbildungskongress »Handwerkszeug für Schulleitung« in Dortmund durch.

Inklusion macht Schule

Unter diesem Motto findet vom 16. bis zum 17. September 2011 der 32. Bundeskongress der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule statt. Die Teilnehmenden können sich anhand von Beispielen über den Stand der Pädagogik in integrativ arbeitenden Schulen informieren. Das Kongress-Programm beinhaltet die Gelegenheit, eine von zehn Schulen aus der Region (Hildesheim, Hannover, Göttingen, Peine, Braunschweig, Wolfsburg) zu besuchen und im Unterricht zu hospitieren. Die Arbeitsgruppen am Nachmittag sind unabhängig von den Hospitationen. Sie dienen der Vertiefung einzelner Aspekte der pädagogischen Praxis (u. a. Elternarbeit, Unterrichtsentwicklung, Change-Management, Klasseninterne Differenzierung, individuelles Lernen). Weitere Information und Anmeldung unter www.ggg-bund.de/

Qualifizierung zur Drogenarbeit

Das Nürnberger Institut für soziale und kulturelle Arbeit (ISKA) führt zusammen mit der mudra-Drogenhilfe in Nürnberg, der AIDS-Hilfe Frankfurt/Main, dem Sachgebiet Straßensozialarbeit beim Jugendamt der Stadt Leipzig und dem Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik akzept e. V. inzwischen zum siebten Mal die 18-monatige Zusatzausbildung »Drogenarbeit – Schwerpunkt akzeptierende Drogenhilfe« durch. Die Zusatzausbildung vermittelt grundlegende Orientierung und Übersicht über Handlungsfelder und Methoden der Drogenhilfe, Pro­blembereiche von Drogenpolitik und -gesetzgebung, bietet Praxiseinsichten und Praxiskontakte in Deutschland und im angrenzenden deutschsprachigen Raum (vorwiegend Österreich, Schweiz, Niederlande). Der erste viertägige Intensivblock startet am 26. Oktober. Nähere Informationen können beim ISKA, Torsten Groß, E-Mail: gross@iska-nuernberg.de bezogen werden. Ein ausführliches Konzept kann unter www.iska-nuernberg.de/iska/drofo_VII_konzept_m.pdf heruntergeladen werden.

Anton Nuding

Schüler mit besonderen Problemen im Verhalten

Von der Diagnose zur Förderung

Probleme im Umgang mit schwierigen Schülerinnen und Schülern anzusprechen ist immer besser, als ihre Lösung dem Zufall und dem Einzelnen zu überlassen. Der Schwerpunkt dieses Beitrags liegt deshalb auf der systematischen Erarbeitung von Handlungsfähigkeit: auf Hilfen zum Verstehen der Probleme, zur Diagnose des Förderbedarfs und zur Entwicklung und Vereinbarungen von Handlungsmöglichkeiten. Dabei scheut der Beitrag nicht die Frage nach dem Umgang mit Extremkonflikten.

Werkstatt Individualisierung – 9. Folge

Heidrun Elbracht/Volker Wendland

Unterrichtsentwicklung nach dem Lerndorf-Modell

Eine Schule auf dem Weg zu ihrem Individualisierungskonzept

In der neunten Folge der Serie »Werkstatt Individualisierung« wird davon berichtet, wie ein Individualisierungskonzept in einer Schule erarbeitet und realisiert wird. Die Erfahrungen zeigen, wie ein schlüssiges Gesamtkonzept gefunden und erprobt werden kann, wie Skeptiker überzeugt und die anderen Kolleg(inn)en angesteckt werden können und wie die Verantwortung der Schüler für das Lernen zunimmt. In Folge 10 dieser Serie werden Möglichkeiten der Leistungsbewertung in individualisierten Lernprozessen vorgestellt.

Reinhold Hedtke

Wem gehört die ökonomische Bildung?

Unternehmen und Lobbyverbände nehmen Einfluss auf den Unterricht – eine Studie aus der Universität BielefeldMaterialien für den Unterricht – vor allem wenn sie Arbeitsmaterial für Schüler(innen) enthalten und kostenlos angeboten werden – sind beliebt. Gerne werden sie von Instituten angeboten, die unabhängig erscheinen.

Eine Studie aus der Universität Bielefeld hat Materialangebote zur ökonomischen Bildung untersucht. Gezeigt wird, wie Unternehmen und Lobbyverbände Einfluss darüber nehmen auf den Unterricht und wie schwer es ist, diese Form der Interessenvertretung zu durchschauen.

Ekkehard Ossowski

Öffentlichkeitsarbeit in Schulen

Warum ist gute Öffentlichkeitsarbeit von Interesse und wie kann sie aussehen? Kurz: Das Interesse vor allem von Eltern an Informationen über Schule in ihrer Region ist gewachsen. Das Umfeld wünscht Einsichtnahme und wer dieses Interesse von Seiten der Schule gut aufnehmen kann, der hat Vorteile in der Region. Die rezensierten Bücher beantworten Fragen nach einer effektiven Gestaltung von Öffentlichkeit, der Beteiligung von Schüler(inne)n, der Anwerbung von Kooperationspartnern und des professionellen Umgangs mit der Presse.

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